Mit Schwung ins neue Jahr

Stehende Ovationen für den Dirigenten und das Orchester

G. B. Bad Laasphe. Ein bis dato einmaliges Neujahrskonzert erlebten die vielen Besucher am Abend des 4. Januar in der Aula des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe. Die Staatliche Philharmonie Moldavien (Rumänien) unter der Leitung des vorzüglichen Dirigenten Volker Schmidt-Gertenbach bot einen bunten Strauß bekannter und beliebter Melodien aus Opern, Operetten, Musicals und Konzert, beschwingte Melodien der heiteren oder innigen Muse. Der Generalmusikdirektor, der nun zum achten Mal dieses Orchester auf Neujahr-Musik einstimmte, war von 1974 bis 1989 Chefdirigent des Göttinger Symphonie-Orchesters und widmet sich seitdem ausschließlich seinen vielen Verpflichtungen als Gastdirigent in aller Welt, und die ihn gewinnen, können sich glücklich schätzen. Neben seinem Engagement in Göttingen war der viel umworbene Künstler von 1981 bis 1984 ständiger Dirigent des Radio-Symphonie-Orchesters in Stavanger (Norwegen). Auch hat er einen »Koffer in Berlin« in Form einer Agentur mit Namen »Compact Artists Management«. Mit Charme, Witz und Humor führte er selbst durch das erlesene Programm, und wo es ironisch wurde, war es treffend. Kurzum: ein Mann der ersten Stunde, ein Klassiker in allem.

So demonstrierte der Durch-und-durch-Musiker anhand einiger Instrumente die »Aufforderung zum Tanz« von Carl Maria von Weber, wie jene Aufforderung vor 200 Jahren vonstatten gegangen sein mochte. Er ließ die Instrumente »reden« und ermunterte ein aufnahmebereites Publikum hineinzuhorchen. Der Melodienreigen als solcher war hier allerdings etwas hölzern. Die Ouvertüre zu »Figaros Hochzeit« (Mozart) wie eingangs die Ouvertüre zu »Carmen« mit spanisch-orientalischem Kolorit waren Glanznummern, wie man auch in der Folge des Repertoires nur von Höhepunkten sprechen kann. Die Ouvertüre zu »Der Barbier von Sevilla« des Italieners Gioacchino Rossini entfaltete sich nach langsamer Einleitung zu einem glänzenden Stück von echt italienischem Temperament, so auch »Rosen aus dem Süden«, eine der beliebtesten Walzermelodien der ganzen Welt, echt wienerisch gebracht wurden, als gäben Nachkommen des berühmten Walzerkönigs Johann Strauß ihr Debüt. Bei »Damenwahl«, als die Damen im Auditorium gefragt waren, wählten diese ebenfalls von Strauß »Eine Nacht in Venedig«, anstelle der Ouvertüre »Orpheus in der Unterwelt« von Offenbach. Unter Leitung von Schmidt-Gertenbach stand nicht nur die Barcarole »Komm in die Gondel...« an der Spitze, sondern die ganze Reihe herrlicher Melodien wurde zu einem mitreißenden Erlebnis. Dennoch schien der Dirigent ein Faible für Offenbach zu haben. Trotz Wahl bot das Orchester schließlich noch den »Cancan«, einen wilden, schnellen Tanz aus Algerien im Zwei-Viertel-Takt aus »Orpheus«. In die englische Nationalhymne wurde das Publikum gesanglich auf »La, la« mit einbezogen, und so kam es zu einer Art Uraufführung eines aus dem Boden gestampften Chores mit Orchester. Beim Radetzky-Marsch ging es diszipliniert wie beim Wiener Neujahrskonzert zu.

Am Schluss erhob sich das Publikum zu einem nicht enden wollenden Applaus. Wieder und immer wieder wurde der mit einem Strauß Blumen geehrte Dirigent auf die Bühne geholt. Blumen und viel Applaus gab es auch für den Solo-Violinisten Gheorge Margineanu für den Schlusssatz aus dem 1. Violinkonzert von Paganini. Mit »Donner und Blitz«, einer grandiosen Wiedergabe von Johann Strauß, gab es ein endgültiges Finale. Dieses Konzert wurde von den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken gesponsert. Der Schecküberbringer war Christoph Brombach von der Geschäftsstelle Siegen. Der größte Teil der Spende von 1500 Euro ging an das Projekt der UNICEF gegen Menschenhandel, speziell für Waisenkinder und Frauen in Moldavien.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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