Musical über Juden und Christen in der Lahnstadt

Amerikaner traf Freundeskreis und schrieb „I got this dream”

Bad Laasphe. Nur wenige Tage nach dem Pogrom-Gedenken traf sich jetzt der Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit, um bei der Hauptversammlung auf das abgelaufene Jahr zurückzublicken. Der Vorsitzende Rainer Becker erinnerte in seinem Bericht an die Vortragsreihe „Erinnern und Erzählen” die gemeinsam mit Kurseelsorger Johannes Weissinger veranstaltet wurde.

Kooperation mit Kulturring ist fruchtbar

Als einen Vortrag der etwas anderen Art bezeichnete Becker die Veranstaltung mit Günter Gärtner „Wie die Nazis mit ihren Liedern die Juden verhöhnten”. Gut besucht war das Konzert des Jüdischen Kinderchores „Simcha” aus dem weißrussischen Minsk im Rahmen der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen der Lahnstadt und Tamworth. Ein weiteres Konzert mit Roman Krasnowski und seiner Tochter Irina am Klavier fand ebenso guten Zuspruch, hier sprach Becker dem Kulturring und seinem Vorsitzenden Otto Düsberg Lob aus.

Klezmer-Konzert und eigene Erinnerung

Als eine der wichtigsten Veranstaltungen im Jahr bezeichnete Becker die Gedenkfeier zum Jahrestag der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November, die ebenfalls gut besucht wurde. Im Anschluss an die Gedenkfeier gab es ein Klezmer-Konzert von Manfred Lemm, welches Becker als musikalisch sehr gut und die dazu verlesenen Erläuterungen als sehr informativ bezeichnete. Die Holocaust-Überlebenden Artur Radvansky und Michaela Vilakova aus Prag besuchten die Laaspher Hauptschule und das Berleburger Gymnasium.

Infos über die Synagogen-Restauration

Ein Highlight im vergangenen Jahr war sicherlich die Begegnung mit Jim Egbert aus Ohio, der als Austauschpfarrer der amerikanischen United Church of Christ in Hagen tätig war und auch den Wittgensteiner Kirchenkreis besuchte. Jim Egbert schrieb ein Musical über Juden und Christen in der Lahnstadt. Das Werk mit dem Titel „I got this dream” soll einen weiteren Feinschliff erhalten und in Bad Laasphe uraufgeführt werden. Die Restauration der Laaspher Synagoge und die Aufklärung jüdischer Schicksale anhand der Laaspher Rathaus-Akten waren weitere Themen, für die Becker einen aktuellen Sachstand abgab.

Zehnjähriges Bestehen wird 2001 gefeiert

Nach Verlesen des Protokolls vom vergangen Jahr durch Schriftführer Werner Dürr und des geordneten Kassenberichts von Walter Homrighausen blickte der Verein auf die Veranstaltungen des kommenden Jahres, dann steht das zehnjährige Bestehen des Vereins an. Dazu wollen die Freundeskreis-Mitglieder in den Herbstferien nach Polen reisen. Zum Programm gehören die Besichtigung der Altstadt Krakau, der Jugendbegegnungsstätte Kreisau und der Gedenkstätte Auschwitz und vieles mehr, berichtete Pastorin Gisela Weissinger, die bereits mit der Organisation der Reise begonnen hatte.

Chagall-Ausstellung soll gezeigt werden

Am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, soll eine Film-Vorführung mit dem Bad Laaspher Residenztheater und dem örtlichen Kulturring organisiert werden. Zudem will der Freundeskreis die Marc-Chagall-Ausstellung „Exodus" in der katholischen Kirche an der Gartenstraße zeigen. In Zusammenarbeit mit Kurseelsorger Johannes Weissinger soll im Frühjahr wieder eine dreiteilige Vortragsreihe angeboten werden.

Gute Zusammenarbeit mit dem Residenz

Otto Düsberg wies noch auf eine Filmvorführung des Kulturrings in Zusammenarbeit mit dem Residenztheater hin. Von Freitag bis Montag, 1. bis 4. Dezember, werde im Bad Laaspher Kino der Film „Bonhoeffer – Die letzte Stufe” gezeigt. In diesem Film wird von den letzten Tagen des evangelischen Theologen erzählt, der im Alter von 39 Jahren 1945 in einem KZ starb. Am Freitag- und Montagvormittag gibt es Sondervorstellungen für Schulen. Abschließend berichtete Kurseelsorger Johannes Weissinger von seinen Eindrücken und Erlebnissen in Minsk.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
Lokales
Unter Siegerländer Artikeln finden Besucher der SZ-Homepage derzeit zahlreiche Angebote von Siegener Händlern. Möglich macht das die Kooperation mit dem hiesigen Start-up-Unternehmen mapAds. Mit dem innovatien Digitalmarketing-Werkzeug lassen sich Angebote von Handel und Dienstleistung einfach digitalisieren und bald über viele zusätzliche Kanäle publizieren.

Start-up mapAds und Vorländer Mediengruppe
Angebote einfach digitalisieren und publizieren

sz Siegen. Die Vorländer Mediengruppe arbeitet weiter konsequent an der Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Während die Zeitungsproduktion weiter das Kerngeschäft und das wichtigste Standbein des Verlages bleiben wird, investiert Vorländer selbstbewusst und entschieden in moderne Strukturen, neue Technologien und die Digitalisierung. Mit dem Digitalen arbeiten„Wir sind überzeugt davon, dass die Zukunft darin liegt, nicht gegen das Digitale, sondern mit dem Digitalen zu arbeiten. Wir sehen das...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen