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Versprechen der Fraktionschefs in Sachen Ersatzbau steht
Mut zur Brücke!

Laasphetaler Anwohner trafen sich am Montagabend mit der Bad Laaspher SPD, um über ihr Anliegen zu sprechen. Der Rat hatte aber schon im Vorfeld Bereitschaft signalisiert, die abgerissene Brücke wieder aufbauen zu wollen.
  • Laasphetaler Anwohner trafen sich am Montagabend mit der Bad Laaspher SPD, um über ihr Anliegen zu sprechen. Der Rat hatte aber schon im Vorfeld Bereitschaft signalisiert, die abgerissene Brücke wieder aufbauen zu wollen.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Wütend wandten sich die Laasphetaler im Sommer vorigen Jahres an die Öffentlichkeit, weil die Stadt mir nichts, dir nichts die massive Holzbrücke abgerissen hatte. Einfach so, ohne einen Hinweis und ohne die Bewohner der Siedlung zu informieren. Die sind zum großen Teil mit der Brücke groß geworden, sind als Kinder vor Jahrzehnten schon darüber spaziert. Und jetzt war sie plötzlich weg, die Brücke. Die Angelegenheit entwickelte sich zum Politikum. Die Stadt erklärte, die Brücke sei marode gewesen und habe entfernt werden müssen. Die Politik ärgerte sich, im Rahmen der Brückenkommission nicht beteiligt gewesen zu sein.
Neues Bauwerk an alter StelleWie dem auch sei: Nach dem öffentlichen Aufschrei folgte in der Ratssitzung das Bekenntnis.

howe Bad Laasphe. Wütend wandten sich die Laasphetaler im Sommer vorigen Jahres an die Öffentlichkeit, weil die Stadt mir nichts, dir nichts die massive Holzbrücke abgerissen hatte. Einfach so, ohne einen Hinweis und ohne die Bewohner der Siedlung zu informieren. Die sind zum großen Teil mit der Brücke groß geworden, sind als Kinder vor Jahrzehnten schon darüber spaziert. Und jetzt war sie plötzlich weg, die Brücke. Die Angelegenheit entwickelte sich zum Politikum. Die Stadt erklärte, die Brücke sei marode gewesen und habe entfernt werden müssen. Die Politik ärgerte sich, im Rahmen der Brückenkommission nicht beteiligt gewesen zu sein.

Neues Bauwerk an alter Stelle

Wie dem auch sei: Nach dem öffentlichen Aufschrei folgte in der Ratssitzung das Bekenntnis. Die Brücke, so hieß es, solle als Ersatzbau wieder an alter Stelle errichtet werden. Inzwischen hatten die Laasphetaler sämtliche Daten und Formalien zu Gutachten und Statik zur Verfügung gestellt. Vergebens: Die Stadt schien sich festgelegt zu haben – auch mit einem hochpreisigen Kostenvoranschlag von 55.000 Euro. Das sei bei Weitem zu viel, so die Laasphetaler, die ihrerseits einen Entwurf für knapp 20.000 Euro vorlegten. „7000 Euro Materialkosten, der Rest Gebühren und Behördengänge“, verriet am Montagabend Anwohner Daniel Roos. Gemeinsam mit zehn Bewohnern folgte er der Einladung der Bad Laaspher SPD-Fraktion, die sich mit dem Partei-eigenen Format „SPD vor Ort“ eben nicht nur für die Sache stark macht, sondern zugleich die eigenen Fraktionsmitglieder in Kenntnis setzen wollte, die neu „im kommunalpolitischen Geschäft“ sind.

Pfad von Hochwasserereignissen unterspült

So bat Samir Schneider in der Aussprache darum, die Fakten mal darzulegen, damit die Sozialdemokraten sehen können, „wo sind die Probleme und wie kann man Möglichkeiten schaffen oder Brücken bauen“. Das Bild passte, denn genau darum geht es ja. Vor Ort erfuhr die SPD von einem ganz wichtigen Argument, warum die Brücke unbedingt wieder aufgebaut werden müsse. „Es gibt ja da unten noch eine andere Brücke, die man benutzen könnte“, stelle Samir Schneider mal etwas provokativ fragend fest. „Es wird suggeriert, dass 50 Meter weiter eine Brücke zugänglich ist.“ Die Antwort der Anwohner kam prompt. Denn würde man die abgerissene Brücke nicht wieder aufbauen, wären die Leute gezwungen, einen mit einer Kies-Oberfläche versehenen Privatweg an der schmalem Uferböschung zu benutzen. Nicht nur, dass hier versicherungsrechtliche Fragestellungen entstehen, vielmehr ist dieser Pfad inzwischen durch Hochwasserereignisse unterspült. Alte Holzbalken sind sichtbar geworden, auf denen der Weg einst hergestellt wurde. Die Balken sind sozusagen freigelegt, somit scheint es eine Frage der Zeit, wann die Böschung beim nächsten Hochwasser in sich zusammenfällt.

„Gehen davon aus, dass der Rat Wort hält“

Anwohner Günter Hahn bemerkte, es sei vom Rat zugesagt worden, eine Ersatzbrücke zu errichten. „Wenn es diese Zusage gibt, muss das Wort gehalten werden. Ansonsten wird Politik unglaubwürdig“, formulierte Samir Schneider. Der SPD-Chef verriet den Laasphetalern, dass sich FDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Preis, beruflich bekanntlich Architekt und Baufachmann, ehrenamtlich beteiligen und bei der Erstellung der Statik behilflich sein wolle. Klaus Preis würde hier die Statik kostenlos übernehmen, um wiederum Kosten einzusparen. Die Laasphetaler lobten am Montagabend den Tag freilich nicht vor dem Abend. Werde es keinen Neubau der Brücke geben, werde man ein Bürgerbegehren einleiten, hieß es.
„Wir gehen aber davon aus, dass der Rat sein Wort hält“, gab sich Günter Hahn optimistisch. Samir Schneider skizzierte kurz die zeitliche Perspektive. Die Maßnahme sei im Haushaltsplanentwurf bereits eingearbeitet. In der Sitzung des Rates am 18. März werde wohl der Haushalt 2021 verabschiedet. Damit seien auch die Investitionen und Maßnahmen in trockenen Tüchern. Danach sollte die Laasphetaler Brücke möglichst Thema im kommenden Umwelt-, Bau- und Denkmalausschuss sein, der wahrscheinlich im April tagt.

Kommentar: 20.000 Euro müssten „schicken“ Mut zur Lücke. Oder besser: Mut zur Brücke. Die Frage, ob die von der Stadt abgerissene Brücke im Laasphetal neu gebaut wird oder nicht, dürfte klar mit „Ja“ beantwortet werden. Bereits im Vorfeld hatten Verwaltung und Kommunalpolitik signalisiert, dass ein Ersatzbneubau errichtet werden soll. Was hier mal wieder etwas aufstoßen lässt, ist die Kostenfrage. Ja, man kann für teuer Geld jemanden engagieren, der die Brücke für 55.000 Euro da hinstellt. Man kann aber auch mit 20.000 Euro hinkommen. Denn die Bewohner, unter denen übrigens namhafte Handwerker, wären in der Lage, die Brücke selbst zu errichten. Anschließende Sicherheitsabnahme inbegriffen. Der Bürger fragt sich, warum solche Baumaßnahmen überhaupt so immens teuer sein müssen. Ähnlich ist das mit den KAG-Straßen, die angeblich immer nach modernster Bau-Art ertüchtigt werden müssen. Warum? Damit Planungsbüros und Unternehmen möglichst viel daran verdienen? Genauso wie für manche Wohnstraße eine neue Decke ohne viel Schnickschnack für die nächsten 15 Jahre ausreicht, müsste die gute alte Holzbrücke für die Siedler im Laasphetal „schicken“ – mit Materialkosten von rund 7000 Euro und Eigenleistung.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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