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Lärmaktionsplan in Bad Laasphe
NABU übt Kritik an der Stadt

Der NABU-Kreisverband fordert, die Stadt Bad Laasphe solle ihren Lärmaktionsplan unbedingt mit den aktuellen Planungen zur Neugestaltung der Bundesstraße 62 in der Ortsmitte verknüpfen.
  • Der NABU-Kreisverband fordert, die Stadt Bad Laasphe solle ihren Lärmaktionsplan unbedingt mit den aktuellen Planungen zur Neugestaltung der Bundesstraße 62 in der Ortsmitte verknüpfen.
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  • hochgeladen von Holger Weber (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Einen Lärmaktionsplan stellte die Stadt Bad Laasphe unlängst auf, wobei sich das Interesse für den entsprechenden Tagesordnungspunkt in der Sitzung des Rates in überschaubaren Grenzen hielt. Einzig Peter Honig von den Grünen monierte, dass der Krach von der Bundesstraße 62 nicht mehr hinnehmbar sei. Jedenfalls votierte der Rat einstimmig für einen solchen Lärmaktionsplan, der nun im Sinne des § 47 des Bundesimmisionsschutzgesetzes von der Verwaltung erarbeitet werden soll. Zugleich sollen Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit beteiligt werden. Einer dieser Träger öffentlicher Belange ist der Naturschutzbund (NABU), dessen Kreisverbandsvorsitzende Helga Düben ordentlich Kritik an der Stadt Bad Laasphe übt.

howe Bad Laasphe. Einen Lärmaktionsplan stellte die Stadt Bad Laasphe unlängst auf, wobei sich das Interesse für den entsprechenden Tagesordnungspunkt in der Sitzung des Rates in überschaubaren Grenzen hielt. Einzig Peter Honig von den Grünen monierte, dass der Krach von der Bundesstraße 62 nicht mehr hinnehmbar sei. Jedenfalls votierte der Rat einstimmig für einen solchen Lärmaktionsplan, der nun im Sinne des § 47 des Bundesimmisionsschutzgesetzes von der Verwaltung erarbeitet werden soll. Zugleich sollen Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit beteiligt werden. Einer dieser Träger öffentlicher Belange ist der Naturschutzbund (NABU), dessen Kreisverbandsvorsitzende Helga Düben ordentlich Kritik an der Stadt Bad Laasphe übt.

„Voller Erstaunen muss man zur Kenntnis nehmen, dass die Stadt zwar verschiedene Möglichkeiten zur Minderung der Lärmbelastung aufführt, selbst aber keine auf Bad Laasphe zugeschnittenen Maßnahmen entwickelt“, erläuterte Helga Düben auf SZ-Anfrage. Unter „7. Fazit“ begründe die Stadt dies wie folgt: „Da Bad Laasphe lediglich in dem Bereich der Bundessstraße 62 vom Umgebungslärm betroffen ist, kann die Stadt Bad Laasphe selbst keine Maßnahmen durchführen. Die Umsetzung der Maßnahmen in dem Einwirkungsbereich der Bundesstraße obliegt dem Träger des Straßenbauamtes und somit Straßen.NRW.“ Hinsichtlich der Durchführung von Maßnahmen an der B 62 sei diese Aussage richtig, so Heölga Düben, dies entbinde allerdings die Stadt nicht davon, wirksame Maßnahmen aufzuführen und durch Gespräche mit dem Straßenbaulastträger auf eine Realisierung zu drängen. Gerade jetzt gebe es dazu hervorragende Voraussetzungen, da im Jahr 2021 große Bereiche der B 62, von denen die Lärmbelastung ausgeht, saniert werden sollen. „Wir haben doch jetzt die Gelegenheit der Optimierung beim Neubau der B 62“, ergänzte NABU-Mitglied Michael Düben. So müsste zum Beispiel die Stadt jetzt prüfen, ob bei Verwendung von sogenanntem Flüsterasphalt für die Sanierung eine merkbare Lärmminderung erreicht werden könne. Sollte dies der Fall sein, müssten Gespräche mit dem Baulastträger geführt werden, damit dieser diesen Flüsterasphalt bei der Sanierung auftrage. Die Lärmbelastung hänge auch von der Menge der Kraftfahrzeuge ab, die täglich diesen Straßenabschnitt nutzten. „Da es sich hier häufig um Quell- und Zielverkehr handelt, muss geprüft werden, ob es Möglichkeiten gibt, diesen Verkehr zu verringern. Dies kann durch Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs erfolgen. Im Rahmen der Sanierung der B 62 muss daher überlegt werden, ob man eine Radspur einrichten kann, um den Fahrradverkehr zu fördern. Mittelfristig wird sich die Lärmsituation auf der B 62 dann entspannen, wenn immer mehr Fahrzeuge über einen leisen Elektroantrieb verfügen.“

Hier müsse die Stadt überlegen, ob sie nicht jetzt schon durch eigene Maßnahmen die Elektromobilität fördern könne – etwa durch ausreichende Bereitstellung von Stromtankstellen, die Privilegierung von E-Fahrzeugen im Parkraum, die Umstellung aller städtischen Fahrzeuge auf Elektromotoren, eine eventuelle Förderung von Car-Sharing-Systemen von Elektroautos und so weiter. Hinsichtlich der Förderung des Fahrradverkehrs könne man über die Anschaffung von Lastenfahrrädern zum Ausleihen nachdenken. Neben diesen aktiven Maßnahmen zur Lärmminderung gäbe es noch passive Maßnahmen, um die Lärmbelastung von Anwohnern zu reduzieren, wie den Einbau von Schallschutzfenstern in bestimmte Gebäude. Hier müsse die Stadt gezielt auf betroffene Bürger zugehen, sie über die Möglichkeiten eines passiven Lärmschutzes unterrichten und ihnen bei der Einreichung von Förderanträgen Hilfe anbieten. „All diese als Beispiele angeführten Maßnahmen sollten Bestandteil eines Lärmschutzplanes für Bad Laasphe werden.“ Ein weiterer wichtiger Bestandteil eines Lärmschutzplanes sei die Ausweisung von ruhigen Gebieten. Helga Düben: „Auch hier meint die Stadt, nichts machen zu müssen, da alle Gebiete im ländlichen Bereich per se lärmgeschützt seien. Das ist eine irrige Behauptung. Natürlich ist im ländlichen Bereich eine Lärmbelastung insgesamt geringer als in Ballungsräumen. Dennoch muss eine Möglichkeit bestehen, besonders sensible Bereiche, die vor Lärm unbedingt geschützt werden müssen, festzusetzen und auszuweisen, damit hier auch bei späteren behördlichen Planungen keine Beeinflussung erfolgt.“

So trage die Stadt den Titel ‘Bad‘. Dieser Titel sei entsprechend dem Kurortegesetz NRW mit bestimmten Auflagen verknüpft, auch was die Lärmbelastung angehe. So sollte die Stadt Bad Laasphe Bereiche im Stadtgebiet identifizieren, die eine spezielle Bedeutung für den allgemeinen Kurbetrieb besitzen würden, um diese auch vor eventuellem zukünftigen Lärm zu schützen. So könne man den Kurpark als lärmgeschützten Bereich ausweisen. „Es ist also unverständlich, wenn die Stadt Bad Laasphe hinsichtlich der Lärmplanung keinerlei Initiative ergreift, den Titel Bad für die Stadt zu erhalten.“ Der Lärmaktionsplan dürfe in dieser Form nicht verabschiedet, sondern müsse neu ausgearbeitet werden.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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