SZ

Kündigung für die Kleingartenbesitzer
NABU will die Gärtchen in Niederlaasphe nicht

Der Naturschutzbund (NABU) will nicht, dass das Gelände von Menschen genutzt wird. Das hatte der NABU der Stadt Bad Laasphe vor geraumer Zeit auch deutlich gemacht. Die Kündigungen erfolgten aber wegen „mehrerer Beschwerden“. Foto: Holger Weber
  • Der Naturschutzbund (NABU) will nicht, dass das Gelände von Menschen genutzt wird. Das hatte der NABU der Stadt Bad Laasphe vor geraumer Zeit auch deutlich gemacht. Die Kündigungen erfolgten aber wegen „mehrerer Beschwerden“. Foto: Holger Weber
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howe/vö Niederlaasphe. Die Sache mit der Kündigung für die Kleingartenbesitzer am Niederlaaspher Weiher zieht ihre Kreise. Zahlreiche Anrufe erhielt die Siegener Zeitung zuletzt, unter anderem bekam die Redaktion eindeutige Hinweise, dass die Stadt Bad Laasphe ganz offensichtlich nicht mit offenen Karten spielt. Im Gegenteil: Vordergründig flatterte den Bewirtschaftern der Gärten ein Kündigungsschreiben in die Briefkästen, nachdem – angeblich – dort Lärm, Müll, verbotenes Grillen und Feierlichkeiten festgestellt worden waren. Tatsächlich, und das äußerten Kleingartenbesitzer gegenüber unserer Zeitung, hätten sich solche Verstöße in dem vorgeworfenen Maß nicht zugetragen. Auch der angesprochene Müll soll „von außen“ an die Zuwegung zu den Gartengrundstücken gestellt worden sein.

howe/vö Niederlaasphe. Die Sache mit der Kündigung für die Kleingartenbesitzer am Niederlaaspher Weiher zieht ihre Kreise. Zahlreiche Anrufe erhielt die Siegener Zeitung zuletzt, unter anderem bekam die Redaktion eindeutige Hinweise, dass die Stadt Bad Laasphe ganz offensichtlich nicht mit offenen Karten spielt. Im Gegenteil: Vordergründig flatterte den Bewirtschaftern der Gärten ein Kündigungsschreiben in die Briefkästen, nachdem – angeblich – dort Lärm, Müll, verbotenes Grillen und Feierlichkeiten festgestellt worden waren. Tatsächlich, und das äußerten Kleingartenbesitzer gegenüber unserer Zeitung, hätten sich solche Verstöße in dem vorgeworfenen Maß nicht zugetragen. Auch der angesprochene Müll soll „von außen“ an die Zuwegung zu den Gartengrundstücken gestellt worden sein. Dennoch: Die Stadt Bad Laasphe erneuerte in ihrer Pressemitteilung, dass hier aufgrund der Beschwerden Kündigungen hätten ausgesprochen werden müssen. Nebenbei erfuhr der Leser von dem Argument eines Naturschutzgebietes. Die letzten Zeilen der Pressemitteilung lauteten: „Seitens der Stadt wird auch geprüft, ob den Pächtern – sofern die Pachtverhältnisse nicht fortgesetzt werden können und die Kündigungen bestehen bleiben – an anderer Stelle Ersatzflächen zur Verfügung gestellt werden können.“

Also an anderer Stelle. Recherchen der Siegener Zeitung ergaben, dass die Gärtchen seit längerem ein Dorn im Auge sind, und zwar dem Naturschutzbund (NABU) Siegen-Wittgenstein. Einer der Besitzer der Niederlaaspher Kleingärten soll bei der zuständigen Sachbearbeiterin im Rathaus nachgefragt und sich über seine Kündigung beschwert haben. Darauf soll er nach gesicherten SZ-Informationen die Antwort erhalten haben, dass man das ja alles verstehen könne, der Naturschutz sitze der Stadt aber im Nacken. Das deckt sich mit dem Anruf, den die Redaktion von Michael Düben, Naturschutzreferent des NABU Siegen-Wittgenstein, erhalten hat. Er bewerte es generell äußerst positiv, wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund mit dem Thema Garten auseinandersetzten und sich mit ihrer Heimat identifizierten. Nur: „Bitte nicht an diesem Ort.“ Die Stadt Bad Laasphe habe mit den Kündigungen nichts anderes getan als ihrer Verantwortung in Sachen Naturschutz endlich nachzukommen. Es sei nicht korrekt, wenn da jetzt auf die Kommune eingeprügelt werde – zumal das Thema bereits im April in öffentlicher Sitzung den Naturschutzbeirat des Kreises Siegen-Wittgenstein beschäftigt habe.

Der Wittgensteiner Naturschützer erörterte die Sachlage: Der Amalienhütter Weiher und der Bereich rundherum seien eindeutig geschützte Landschaftsbereiche, fest verankert im vom Kreistag verabschiedeten Landschaftsplan: „Wenn man das nicht will, muss man sie dort herausnehmen, aber das ist nicht passiert.“ So liege die Sachlage auf der Hand: „Der Mensch hat dort seine Nutzung zurückzustellen.“ Dabei gehe es nicht um den in der SZ angesprochenen Gemüsegarten, machte Michael Dübel deutlich.

Nach seinen Informationen unterhalte man sich über insgesamt zehn Parzellen, von denen aus der Sicht des NABU zwei Drittel „nur zum Grillen, Zelten und für Freizeitaktivitäten genutzt werden“. Dort würden Pflanzen gezüchtet, die mit den Arten der hiesigen Region aber auch gar nichts zu tun hätten. Andererseits fielen die wilden Orchideen, die sich dort hin und wieder zeigten, dem Rasenmäher zum Opfer. Gemäht werde auch deshalb, damit Autos dort besser parken könnten: „Das hat mit Naturschutz aber auch rein gar nichts mehr zu tun.“ Überdies seien in dem Bereich Hühner gezüchtet worden. Der Naturschutzwächter, der für den NABU in der Region unterwegs sei, habe die Verfehlungen in schöner Regelmäßigkeit dokumentiert.

Die Niederlaaspherin, die zwar mit der Stadt in losem Kontakt gestanden, aber nach eigener Aussage „nie eine Anzeige erstattet“ habe, untermauerte die NABU-Position: Es gehe nicht um die Anlage eines Kleingartens. „Aber um Müll, weggeworfene Plastikverpackungen und Pavillons, die einfach hinten die Böschung heruntergeworfen wurden.“ Die Stadt sei endlich an der Reihe gewesen, Farbe zu bekennen: „Und zwar nicht, weil eine Bürgerin aus Niederlaasphe im Rathaus angerufen hat, sondern weil sie vom NABU an ihre Pflichten erinnert wurde.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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