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Ausgewanderte Wittgensteiner (SZ-Serie)
Nach dem Nusslikör folgt im Tessin die Mitternachtsmesse

Für die aus Rückershausen stammende Anke Rothenpieler, die seit vielen Jahren in der Schweiz lebt, hat eine vorweihnachtliche Wanderung, auf der auch dieses Bild entstanden ist, schon Tradition. Mit im Rucksack hat sie dann immer einen Panettone.
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  • Für die aus Rückershausen stammende Anke Rothenpieler, die seit vielen Jahren in der Schweiz lebt, hat eine vorweihnachtliche Wanderung, auf der auch dieses Bild entstanden ist, schon Tradition. Mit im Rucksack hat sie dann immer einen Panettone.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bw Miglieglia/Rückershausen. Viele Wittgensteiner Auswanderer müssen in diesem Jahr wohl oder übel auf die Heimreise verzichten – Corona hat weltweit für Schrecken gesorgt, Flugreisen sind schwierig. Anke Rothenpieler hatte es aus zwei Gründen einfacher, in ihren Heimatort Rückershausen zu ihrer Familie zu fahren. Zum einen ist es aus der Schweiz, wo sie seit vielen Jahren lebt, nicht ganz so weit nach Wittgenstein, wie es aus Übersee der Fall wäre. Zum anderen jedoch ist die 48-Jährige in der Pflege tätig und weiß daher genau um die Pandemie. Sie ist auch nur heimgekehrt, weil sie sich zuvor testen ließ, „um mit ruhigem Gewissen und negativem Testergebnis die Weihnachtstage im engsten Familienkreis feiern und genießen zu können“.

bw Miglieglia/Rückershausen. Viele Wittgensteiner Auswanderer müssen in diesem Jahr wohl oder übel auf die Heimreise verzichten – Corona hat weltweit für Schrecken gesorgt, Flugreisen sind schwierig. Anke Rothenpieler hatte es aus zwei Gründen einfacher, in ihren Heimatort Rückershausen zu ihrer Familie zu fahren. Zum einen ist es aus der Schweiz, wo sie seit vielen Jahren lebt, nicht ganz so weit nach Wittgenstein, wie es aus Übersee der Fall wäre. Zum anderen jedoch ist die 48-Jährige in der Pflege tätig und weiß daher genau um die Pandemie. Sie ist auch nur heimgekehrt, weil sie sich zuvor testen ließ, „um mit ruhigem Gewissen und negativem Testergebnis die Weihnachtstage im engsten Familienkreis feiern und genießen zu können“.

Lebenserfahrung sammeln

Nach ihrer Ausbildung zur Pflegefachfrau wanderte die Rückershäuserin in die Schweiz aus, genauer gesagt ins Tessin im Süden des Landes, wo Italienisch gesprochen wird. „Ich war jung und neugierig und hatte Lust auf Neues“, erzählt sie, „es ging mir darum, meinen Beruf mehr auszuschöpfen und Lebenserfahrung zu sammeln.“ Auf die Erfahrung mit der Corona-Krise hätte sie – wie die ganze Welt – indes gerne verzichtet. „Generell macht mich die Krise nachdenklich in so vielerlei Hinsicht. Ich gehe in dieser Zeit mit mir und meinen Mitmenschen mit viel Respekt und Vorsicht um.“ Sie nehme sich sehr in Acht, um Mitmenschen und sich selbst zu schützen. „Die Angst vor einer Infektion, vor allem innerhalb der Familie, macht einen sehr nachdenklich, und ich hoffe, dass alle gesund bleiben und dass all die Menschen, die durch diese Corona-Krise einsam wurden, wieder mit ihren Familien und Mitmenschen vereint werden.“ Aber Anke Rothenpieler weiß allein durch ihren beruflichen Hintergrund um die Notwendigkeit der Maßnahmen.

Nach dem Wallnusslikör die Mitternachtsmesse

Für den Heimaturlaub in Wittgenstein verzichtet Anke Rothenpieler auf ein uriges Weihnachten im katholischen Tessin. Dort ist es ein familienbezogenes Fest, wie sie erzählt. „Auf Heiligabend wird gemeinsam zu Abend gegessen.“ Es gibt oft gefüllten Truthahn, Polenta und Braten, Käsespezialitäten, Tessiner Wurstplatte, dazu dann Tessiner Merlot und zur Verdauung den Nocino, einen Walnusslikör. Anschließend geht es zur Mitternachtsmesse. Tradition ist auch der Panettone in verschiedenen Variationen, ein spezieller Kuchen, den es nur in der Adventszeit gibt.
In den meisten Familien wird der Weihnachtsbaum bereits am 8. Dezember aufgestellt und geschmückt, da an diesem Tag Mariä Empfängnis gefeiert wird. Die Geschenke werden nach der Mitternachtsmesse ausgepackt, also dann, wenn das Jesuskind geboren ist, oder erst am Morgen, wenn die Kinder aufgestanden sind.

Auswandererserie Mit diesem Bericht geht die Serie rund um Wittgensteiner Auswanderer „zwischen Weihnachten und Corona“ zwar zu Ende, allerdings nur vorerst. Aufgrund der positiven Resonanz möchte die SZ die Serie gerne im neuen Jahr weiterführen – natürlich ohne den Schwerpunkt Weihnachten. Wer einen Auswanderer kennt und einen Kontakt dazu liefern kann, der kann sich gerne an SZ-Redakteur Björn Weyand wenden. Er ist entweder per E-Mail an b.weyand@siegener-zeitung.de erreichbar oder unter Tel. (01 51) 52 51 82 78. Herzlichen Dank vorab für jeden Tipp!
Für die aus Rückershausen stammende Anke Rothenpieler, die seit vielen Jahren in der Schweiz lebt, hat eine vorweihnachtliche Wanderung, auf der auch dieses Bild entstanden ist, schon Tradition. Mit im Rucksack hat sie dann immer einen Panettone.
Aus Wittgenstein raus in die weite Welt: Die SZ stellt Menschen vor, die ausgewandert sind und Weihnachten sowie die Corona-Pandemie aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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