Abriss eines Gebäudes in Bad Laasphe
Nachbarn in der Altstadt fürchten um ihre Häuser

Das Dach des Fachwerkhauses Königstraße 29/31 und Steinweg 16 wird Stück für Stück abgetragen. Die direkten Nachbarn befürchten Schäden an ihren Häusern. Foto: privat
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  • Das Dach des Fachwerkhauses Königstraße 29/31 und Steinweg 16 wird Stück für Stück abgetragen. Die direkten Nachbarn befürchten Schäden an ihren Häusern. Foto: privat
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bw Bad Laasphe. Hans-Jürgen Biberger blickt voller Sorge nach oben auf das Dach seines Nachbarhauses. Zum Teil ist das Gebäude inzwischen abgedeckt, der Abriss des Hauses Königstraße 29/31 hat begonnen. Dicht an dicht stehen die Häuser hier in der Bad Laaspher Altstadt – so dicht, dass der Abriss eine Herausforderung ist, die enorme Vorsicht erfordert. Genau die vermisst jedoch Hans-Jürgen Biberger bei der beauftragten Abbruchfirma und sagt daher: „Ich befürchte massive Einschläge.“

An der Fassade seines Hauses, die dem Nebengebäude zugewandt ist, sind die Kabel für Telefon sowie Internet angebracht. Hans-Jürgen Biberger hat die Kabel zwar sicherheitshalber abgeklebt, um sie so vor herunterfallenden Schieferplatten schützen zu können. Wo es möglich war, hat er alte Schrankrückwände an die Hauswand angelehnt. „Es ist ein Russisch-Roulette-Spiel, getroffen und gekappt zu werden, wenn so weitergearbeitet wird“, betont der Nachbar und hofft daher auf Verbesserungen bei den Abrissarbeiten. Es müsse doch der Grundsatz gelten: „Anderer Leute Sachen muss man beschützen.“

Wie schnell etwas passieren kann, hat Michael Kelch, der Nachbar auf der anderen Seite des abzureißenden Hauses, hingegen schon erfahren müssen. „Sie hatten gerade einmal zweieinhalb Stunden gearbeitet, da war die erste Fensterscheibe bei uns kaputt“, berichtet er. Die Sorge, dass in den kommenden Tagen, wenn der Abriss fortschreitet, noch mehr passiert, ist groß. Michael Kelch hat in Gesprächen mit Experten aus der Baubranche erfahren, dass es eigentlich in solch einem Fall üblich sei, Netze zwischen den Gebäuden zu spannen, damit herunterfallende Trümmerteile eben nicht Schäden am Nachbarhaus verursachen. Eine solche Absicherung fehlt in diesem Fall allerdings bislang. „Es kann so viel passieren“, befürchtet der Nachbar.

Ihn ärgert noch etwas anderes: Eigentlich war der Beginn des Abbruchs seitens des Kreises schon für Ende März angekündigt gewesen. Für ihn und seine Frau, die nebenan eine Gaststätte führt, wäre das ja auch akzeptabel gewesen. Nun hat sich die Sache bis in den Sommer gezogen, sodass die Gäste, die bei gutem Wetter verständlicherweise gerne draußen sitzen möchten, fernbleiben. Hinzu komme zudem die andere Baustelle zur Verlegung des Nahwärmenetzes vor der Tür.

Hans-Jürgen Biberger äußert die Vermutung, dass auf kostspielige Sicherungsmaßnahmen verzichtet werde, um Kosten zu sparen. Der Kreis hat den Abriss anordnen müssen, weil sich der Eigentümer um die einsturzgefährdete Immobilie offenbar nicht mehr kümmerte. In einem Schreiben im November hatte der Kreis versprochen: „Die Abbruchfirma wird die notwendigen Sicherungsmaßnahmen im Rahmen des Abbruchs treffen, damit die benachbarten Gebäude nicht beschädigt werden.“ Davon sind die Nachbarn bisher nicht überzeugt.

Das Dach des Fachwerkhauses Königstraße 29/31 und Steinweg 16 wird Stück für Stück abgetragen. Die direkten Nachbarn befürchten Schäden an ihren Häusern. Foto: privat
Der Kreis hatte den Abbruch des Hauses in der Altstadt angeordnet. Foto: Björn Weyand
Autor:

Björn Weyand aus Bad Laasphe

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