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"Offen und ehrlich"
Neuanfang im Bad Laaspher Rat

In Bad Laasphe wollen die Fraktionen im Rat der Stadt wieder näher zusammenrücken. SPD-Fraktionsvorsitzender Samir Schneider unterbreitet sogar ein konkretes Angebot (Archivfoto).
  • In Bad Laasphe wollen die Fraktionen im Rat der Stadt wieder näher zusammenrücken. SPD-Fraktionsvorsitzender Samir Schneider unterbreitet sogar ein konkretes Angebot (Archivfoto).
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howe Bad Laasphe.  Die konstituierende Sitzung steht an diesem Mittwochabend an. Und Klaus Preis hat sich als Altersvorsitzender schon alle möglichen Notizen gemacht, um den neuen Bürgermeister Dirk Terlinden ins Amt einzuführen. Für den Rückershäuser Klaus Preis ist das ein besonderer Moment. Schließlich war es der Freidemokrat, der die Fäden bei einem Heimspiel des SV Feudingen im Tannenwald gezogen und Dirk Terlinden so ins Gespräch gebracht hatte. Entstanden ist daraus bekanntlich ein Dreier-Bündnis von CDU, FDP und Grüne, das den amtierenden Verwaltungschef aus dem Rathaus hiefen wollte - mit Erfolg, wie die Kommunalwahl gezeigt hatte. Dass „Jamaika“ nicht von laufender Dauer sein muss, das dürften alle Beteiligten wissen.

howe Bad Laasphe.  Die konstituierende Sitzung steht an diesem Mittwochabend an. Und Klaus Preis hat sich als Altersvorsitzender schon alle möglichen Notizen gemacht, um den neuen Bürgermeister Dirk Terlinden ins Amt einzuführen. Für den Rückershäuser Klaus Preis ist das ein besonderer Moment. Schließlich war es der Freidemokrat, der die Fäden bei einem Heimspiel des SV Feudingen im Tannenwald gezogen und Dirk Terlinden so ins Gespräch gebracht hatte. Entstanden ist daraus bekanntlich ein Dreier-Bündnis von CDU, FDP und Grüne, das den amtierenden Verwaltungschef aus dem Rathaus hiefen wollte - mit Erfolg, wie die Kommunalwahl gezeigt hatte. Dass „Jamaika“ nicht von laufender Dauer sein muss, das dürften alle Beteiligten wissen. Klaus Preis formuliert es so: „Es geht uns im Rat um die Sache. Egal, welche Partei, wir werden die positiven Dinge unterstützen und bei denen, die uns nicht gefallen, unser Veto einlegen.“ Er habe im Vorfeld der Kommunalwahl ja immer bemängelt, dass die Politik aus dem Rathaus „schlecht informiert“ werde. „Das ging den anderen genauso.“

Terlinden ein Bürgermeister für alle Parteien

Mit dem neuen Bürgermeister werde alles hoffentlich anders. Dirk Terlinden sei nämlich Bürgermeister für alle Parteien, für alle Ratsmitglieder, für alle Ortsteile und für alle Bürger der Stadt. „Das werde ich am Mittwoch genauso sagen.“ Die Herausforderungen für die Zukunft sind aus Sicht der FDP groß: Auf alle Fälle dürfe es keine Steuererhöhungen geben und es sei wichtig, dass es in den Ortsteilen lebenswert bleibe. „Wir werden über den Feudinger Busbahnhof und über das KAG reden.“ Und mit neuen Leuten in den eigenen Reihen gebe es auch neue Schwerpunkte, zum Beispiel die Windkraft.
Da hat Klaus Preis bereits spannende Themen angesprochen, die „mit allen Parteien völlig unbelastet“ besprochen werden sollten. Wobei CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Wagner keinen Hehl daraus macht, „dass es Punkte geben wird, die strittig sind.“
Das Moratorium zum Straßenausbau werde sich die SPD zu eigen machen, auch die Buswende in Feudingen werde sicher kontrovers diskutiert. „Da müssen wir für alle eine Lösung finden.“ Auf alle Fälle hätten CDU, FDP und Grüne „gemeinsam ein riesen Ziel erreicht“, nämlich einen neuen Bürgermeister ins Rathaus zu bringen. Nichtsdestotrotz spricht Günter Wagner auch eine Einladung an die mit einem Mandat stärkste Ratsfraktion aus: „Wir wollen mit der SPD zusammen viel erreichen. Ich hoffe da auf den neuen Vorsitzenden der Sozialdemokraten.“ Ganz wichtig sei, „das Alte mal ruhen zu lassen.“ Das Aussetzen von Sitzungen, die fehlende Kommunikation – das müsse nun ein Ende haben. Wie formuliert es der CDU-Chef: „Querdenker in der Politik, ja! Aber Quertreiber nicht. Da sind wir alle gefragt.“

Bade sieht schon erste positive Tendenzen

Anne Bade sieht als Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen schon erste positive Tendenzen. „Aus dem Rathaus habe ich die Tage erfahren, dass das mit Dirk Terlinden ein ganz anderes Arbeiten ist.“ Für die Grünen sei wichtig, mit Dirk Terlinden einen Bürgermeister zu haben, „der mit großem Fachwissen, mit Empathie und Ruhe an die Arbeit geht.“ Da könne sich der Bürger ruhigen Gewissens drauf verlassen. „Der ist auf der Sachebene unterwegs, nicht auf der emotionalen.“ Die politischen Schwerpunkte der Grünen sind abgesteckt. Der größte dürfte die Klima- und Umweltpolitik sein. „Da haben wir mit Peter Honig einen fachlich guten Mann.“ Und ansonsten gebe es neben KAG, den Finanzen oder der Busbucht viele weitere Themen, etwa die fehlende Aufenthaltsqualität am Ortseingang von Bad Laasphe oder die Gestaltung der B 62. „Auch der Landesbetrieb befindet sich in einem demokratischen Prozess.“ Er könne sich nicht den Wünschen der Stadt widersetzen. Dirk Terlinden habe ja zuletzt angekündigt, dass er in dieser Sache am Ball bleibe.

"Können Probleme nur gemeinschaftlich lösen“

Ein Angebot an alle unterbreitet SPD-Fraktionsvorsitzender Samir Schneider für die politische Zukunft im Rat: „Wir wollen interfraktionell mit allen zusammenarbeiten.“ Dabei gehe es nicht um stärkste Fraktion oder um Parteipolitik, sondern „wir können die Probleme nur gemeinschaftlich lösen.“ Der SPD-Chef klar und deutlich: „Wir müssen für unsere Ziele gemeinschaftlich kämpfen, und zwar zum Wohle der Bürger unserer Stadt.“ Themen habe die SPD viele, wobei das eigene Wahlprogramm die „ausschlaggebende Richtung“ sei. KAG sei eines, der Haushaltsentwurf und die spannende Frage, wohin die finanzielle Reise gehe oder das „heiße Thema“ Bundesstraße 62 und Stadtentwicklung. Dabei sei ihm wichtig, so Samir Schneider, dass man in der Zusammenarbeit aller und mit dem Rathaus „offen und ehrlich miteinander kommuniziert.“ Julia Krähling ist mit 23 Jahren zweifelsohne die jüngste Fraktionschefin im Bad Laaspher Rat. „Der Fraktionsname ’Die PARTEI’ sagt viel aus“, spielt sie auf das Satirische in ihren Reihen an. Gut möglich, so die Fraktionsvorsitzende, dass ihre Mitstreiter im Rat auch mal Kaffee und Tee auspackten. Aber Spaß beiseite: „Wir müssen schauen, dass wir die Leute mitnehmen. Egal, ob Jung oder Alt.“ Das interfraktionelle Gespräch kürzlich habe sehr gut getan. „Alle waren kooperativ und man hat konstruktiv miteinander geredet.“ Wenn das so laufe, sei sie zufrieden. Wichtiges Thema sei für sie die Jugendpolitik oder ein Jugendparlament. Junge Leute wolle sie für die Politik gewinnen. „Wir sollten aber generell für alle da sein.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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