Neubeginn mit Informations-Offensive

Said Moshref Dehkordy (rechts) nahm die Zuhörer am Donnerstagnachmittag mit auf den Weg, den ein Schlaganfall-Patient in der Schlossberg-Klinik zurücklegt. Foto: jg
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jg Bad Laasphe. Die Gründe für die Insolvenz der Laaspher HGC-Kliniken waren wahrscheinlich vielfältig. Wo es in den kriminellen Bereich ging, da kümmert sich ja immer noch die Justiz darum - und die Dinge werden nach einer Auskunft der Siegener Staatsanwaltschaft von gestern auch noch eine ganze Weile dauern. Aber auch ansonsten gab es Dinge, die die Kliniken besser machen konnten. Etwa mehr zu berichten über die guten Dinge, die man im Alltag macht. Und auf dem Gebiet hat man sich jetzt für den Neuanfang offenkundig auch etwas vorgenommen: Diese Woche etwa stellten die Laaspher den Schlaganfall in den Mittelpunkt des Interesses. Am Mittwoch boten die HGC-Kliniken in der Emmaburg eine zertifizierte Arztfortbildung an, geliefert wurde dabei ein Neurologie-Update „Schlaganfall“.

Einer der Referenten hatte es gar nicht weit: Schließlich ist Dr. Said Moshref Dehkordy der kommissarische Ärztliche Chefarzt des Neurologischen Zentrums an der Schlossberg-Klinik und Chefarzt der Abteilung „Psychosomatische Medizin“ und Psychotherapie sowie Psychiatrie an der Emmaburg. Zudem referierten Prof. Dr. Martin Grond als Chefarzt „Neurologie“ im Kreisklinikum Siegen und Prof. Dr. Veit Braun als Chefarzt „Neurochirurgie“ des Jung-Stilling- Krankenhauses. Schon in der Ankündigung stellte HGC klar, dass hierzu nicht nur Neurologen eingeladen seien, sondern auch Ärzte aus Psychiatrie, Nervenheilkunde, Innerer Medizin, Allgemeinmediziner und Praktische Ärzte sowie Studenten und Pflegepersonal.

Der Besuch bei dieser Veranstaltung sei gut gewesen, so Said Moshref Dehkordy gegenüber der Siegener Zeitung am Donnerstagnachmittag bei seinem eigenen Vortrag über den Schlaganfall. An diesem Tag war die Zielgruppe eine andere, an interessierte Laien richtete sich das Referat. Diesmal gab es Informationen über den Schlaganfall allgemein und die hervorragenden Möglichkeiten der Behandlung in der Schlossberg-Klinik.

Sehr anschaulich erläuterte Said Moshref Dehkordy gut 30 Zuhörern das Thema in einem ausgefeilten, halbstündigen Computer-Vortrag - mit Martinshorn am Anfang und am Ende. Täglich gebe es in Deutschland etwa 550 Schlaganfälle, wichtig sei das schnelle Reagieren darauf. Beim Herzinfarkt habe sich diese Sicht der Dinge mittlerweile durchgesetzt, beim Schlaganfall müsse die Allgemeinheit erst noch begreifen, dass dieser stets ein Notfall sei. Gut nachvollziehbar und ohne großes Fach-Chinesisch nahm der Referent die Zuhörer - Klinik-Patienten, aber auch Interessierte von außerhalb - mit.

Für Fragen gab es anschließend 20 Minuten Zeit. Einige sehr konkrete Fragen machten deutlich, dass hier Menschen saßen, denen wirklich etwas auf der Seele brannte und die ganz einfach dankbar waren, dass ihnen nun ein kompetenter Fachmann verlässlich Auskunft gab. Anschließend nahm Said Moshref Dehkordy die Besucher bei einem Rundgang noch mit auf den üblichen Weg der Schlaganfall-Patienten von der Notaufnahme zum Überwachungszimmer. Ein Weg, der in der Schlossberg-Klinik sehr gut durchdacht und deshalb sehr kurz sei.Letztendlich ging es natürlich darum, Werbung für das neurologische Zentrum zu machen. Wobei Werbung heißt, Wittgensteiner und Hinterländer sollen wissen, was für eine gute, qualitative hochwertige Einrichtung sie für den Notfall direkt vor der Haustür haben. Auf lange Sicht wolle man das eigene Netzwerk stärken - mit den Kassen, aber auch mit den Ärzten und den Menschen vor Ort.Genau darein passe auch ein Ansatz, der immer stärker in der Medizin vertreten werde: das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell. Hört sich kompliziert an, heißt aber eigentlich nur, dass bei einer Erkrankung - wie etwa bei einem Schlaganfall - das gesamte Umfeld mit ins Blickfeld muss: die generelle Gesundheit des Patienten, dessen psychisches Befinden, die Situation in der Familie, aber auch die Auswirkung auf die anderen Familienmitglieder. Said Moshref Dehkordy war sicher, dass das Möglichkeiten biete, auf lange Sicht Geld im Gesundheitssektor zu sparen. Außerdem gehe es darum, die Prävention zu stärken. Auch deshalb würden die HGC-Kliniken weiterhin mit Informationsangeboten an die Öffentlichkeit gehen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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