Weltgebetstags-Land Simbabwe
„Nicht alle Kirchen hier sind wirklich christlich“

Insgesamt 50 Frauen aus dem Wittgensteiner Kirchenkreis beschäftigten sich einen Tag lang im Feudinger Gemeindehaus ausführlich mit dem diesjährigen Weltgebetstags-Land Simbabwe.
  • Insgesamt 50 Frauen aus dem Wittgensteiner Kirchenkreis beschäftigten sich einen Tag lang im Feudinger Gemeindehaus ausführlich mit dem diesjährigen Weltgebetstags-Land Simbabwe.
  • Foto: Kirchenkreis
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sz Feudingen. Schwarz-Rot-Gold – geht man zu dicht an die Flagge von Simbabwe heran, schaut man nur einen Ausschnitt an, kann man den Eindruck bekommen, dass man die Fahne des Landes im südlichen Afrika kennt. Aber macht man einen Schritt zurück, dann ergibt sich ein komplett anderer Eindruck – und um das ganze Bild ging es am Samstag wieder im Feudinger Gemeindehaus, wo sich 50 Frauen einen Tag lang ausführlich mit dem Weltgebetstags-Land 2020 beschäftigten.

Die Erndtebrückerin Ulrike Berk und die Bad Berleburgerin Manuela Schnell hatten mit einem erweiterten Vorstand des Wittgensteiner Frauenhilfe-Bezirksverbandes ein sechseinhalbstündiges Programm vorbereitet, inklusive Mittagessen und Kaffeetrinken mit Gerichten nach Rezepten aus Simbabwe. Auch in diesem Jahr zubereitet vom bewährten und gleichzeitig um einige junge Frauen verstärkten Feudinger Küchen-Team, das sich selbst vom exotischsten Weltgebetstags-Land nicht bange machen lässt. Da helfe natürlich die Hilfsbereitschaft vom Lebensmittel-Laden vor Ort: Erneut habe man alle notwendigen Zutaten in Feudingen einkaufen können, so Ursula Sonneborn, die auch diesmal mit viel Engagement das Kochen organisierte.

Das Land mit 16,5 Mill. Einwohnern zwischen Botswana, Sambia, Mosambik und Südafrika kommt selten in den Nachrichten hierzulande vor. Ein Militärputsch vor 26 Monaten setzte der Regierung von Präsident Robert Mugabe nach 30 Jahren ein Ende. Mugabes langjähriger Weggefährte und Parteifreund Emmerson Mnangagwa wurde als Nachfolger eingesetzt.

Große Erwartungen verband Ulrike Berk mit dem Neuen aber nicht, als sie für ihre Zuhörerinnen einen detaillierten Blick auf Simbabwe und seine Geschichte warf. Wie jedes Jahr – und doch war es diesmal etwas anders für sie: So hoffnungslos sei sie bisher noch bei keinem Weltgebetstags-Land gewesen. In diesem Jahr sei die Gottesdienst-Liturgie, die von Christinnen in Simbabwe vorbereitet worden war, sogar in Teilen durch die Regierung zensiert worden.

Umso besser, dass die Teilnehmerinnen in Feudingen sehr genaue Hinweise bekamen, was hier und da zwischen den Zeilen der Texte und Gebete zu lesen sei. Deutlich die Worte von Ulrike Berk, klar ihre Ansage auch bei der Einordnung der 80 oder 90 Prozent Christen in Simbabwe: „Nicht alle Kirchen hier sind wirklich christlich.“ Trotz dieser schwierigen, bedrückenden Informationen und Perspektiven wollten sich die Frauen aber auch diesmal nicht die Freude am Weltgebetstag nehmen lassen.

Manuela Schnell streute immer wieder fröhlich-beschwingte und mitreißende Lieder aus der simbabwischen Liturgie in den Vorbereitungstag ein. Singend und tanzend wurden musikalische Kontrapunkte gesetzt. Am Ende bietet der Blick auf das große Ganze immer verschiedenste Facetten – und Hoffnung. Denn wenn der Weltgebetstag als größte, Globus umspannende ökumenische Laien- und Basis-Bewegung von Christinnen am ersten Freitag im März in einem Gottesdienst auf ein Land blickt, dann lautet das Motto jedes Jahr aufs Neue „Informiert beten – betend handeln“. Das Beten bleibt den Christen immer - und daneben wird in diesem Jahr aus Simbabwe für uns alle das Leitmotiv „Steh‘ auf und geh‘“ gestellt.

Am Freitag, 6. März, finden wiederum überall im Wittgensteiner Kirchenkreis die Weltgebetstags-Gottesdiente aus Simbabwe statt.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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