Nicht drängeln am Laaspher Buffet oder im Welthandel

Viele Familien gestern beim Fairbrunch im Haus des Gastes

AK Bad Laasphe. Der erste Wittgensteiner Fairbrunch fand gestern im Laaspher Haus des Gastes statt. Was ein Brunch ist, kann man wohl als bekannt voraussetzen. Es handelt sich um eine Mahlzeit, die Frühstück, Mittagessen und Kaffeetrinken verbindet, wobei man mitunter stundenlang zusammensitzt und sich unterhält. Doch weshalb fair? In Bad Laasphe ging es nicht darum, dass man am Büffet nicht drängeln sollte, sondern darum, was man sich auf den Teller legte.

Eine Umsetzung des Agenda-Gedankens

Beim Fairbrunch stieß der Besucher ausschließlich auf fair gehandelte Produkte. Für drei e konnte davon jeder so viel probieren, wie er wollte. Die zuständige Arbeitsgruppe der Agenda 21 hatte diesen Tag organisiert, um auf viele Missstände, die jeder durch den täglichen Konsum, wahrscheinlich unbewusst unterstützt, aufmerksam zu machen. Anja Messerschmidt vom Zweckverband Wittgenstein, die Laaspher Gleichstellungsbeauftragte Marika Kunold und Brigitte Beine vom Eine-Welt-Laden waren drei der Hauptverantwortlichen für diesen Tag.

Die Idee dazu bestand schon seit über einem Jahr, gestern wurde sie endlich verwirklicht. Neben dem Büffet, an dem nur Produkte aus dem Eine-Welt-Laden und von heimischen Erzeugern angeboten wurden, konnten die Besucher sich auch eingehend mit den Problemen des Welthandels auseinandersetzen. Informationsstände berichteten über die unmenschlichen Bedingungen, unter denen vor allem Frauen und Kinder etwa unsere Kleidung herstellen. Unter dem Stichwort »Made in… aller Welt« zeigte eine Ausstellung aus dem Marburger Eine-Welt-Laden, welchen Weg eine Jeans hinter sich bringt, bevor sie bei uns im Schrank hängt. Sie wird von Land zu Land geschickt, um billigste Löhne auszunutzen.

Der Besucher sah aber auch, was er selbst tun kann, um dieser Ausbeutung entgegen zu wirken. Der Muttertag bot zu diesen Überlegungen einen entsprechenden Rahmen. Der Brunch diente aber auch dazu, sich einen Überblick über die gesamte Spannweite fair gehandelter Produkte zu verschaffen. Ein internationales Siegel garantiert ihre Qualität. Die wenigsten wissen wohl, dass man auch bei hiesigen Händlern Blumen aus fairem Anbau kaufen kann. Die sehr geschmackvolle Tischdekoration im Haus des Gastes zeigte das. Nicht zuletzt ist ein entscheidender Vorteil all dieser Produkte, dass sie aus ökologischem Anbau kommen und so ein gesünderes Leben ermöglichen. Wer das einsieht, nimmt sicherlich den höheren Preis der Waren in Kauf.

Verwaltung kocht nur noch fairen Kaffee

Auffällig ist, dass sich die Werbestrategie für fair gehandelte Produkte verbessert hat und vieles dem Geschmack europäischer Verbraucher angepasst wurde. So findet die Kaffeeröstung mittlerweile in Deutschland statt. Passend dazu gab Marika Kunold bekannt, dass die Stadtverwaltung in Zukunft ihren Kaffee nur noch aus dem Eine-Welt-Laden beziehen wird. Die stellvertretende Bürgermeisterin Änni Schmidt war voll des Lobes für die Organisatorinnen des Brunchs. Sie freute sich vor allem über die vielen Familien, die gekommen waren und hoffte auf eine Menge weiterer Besucher im Lauf des Tages. Mitarbeiterinnen des Kindergartens Bäderborn sorgten dafür, dass die Mütter den Brunch genießen konnten und spielten ab Mittag mit den Kindern.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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