»Nicht immer mit dem Kopf nicken«

Banfetaler SPD fuhr schweres Geschütz gegen Vomhof auf / Ehrliche Diskussion gefordert

tk Herbertshausen. Der SPD laufen die Mitglieder weg. Viele Sozialdemokraten finden ihre Ideale in der derzeitigen Bundespolitik nicht wieder. Wolfgang Schuppener, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Banfetal, weiß um die Folgen dieser »gehörigen Portion Unzufriedenheit« auf die lokale Stimmung. Im Bürgerhaus in Herbertshausen begrüßte er am Samstag die Genossen zur Jahreshauptversammlung. In einer Zeit radikaler Veränderungen sei es gut, dass die SPD das Ruder in der Hand habe: »Bei einem Regierungswechsel wären noch viel größere Radikalschläge zu erwarten«, so Schuppener.

Viel interessanter für die Banfer Sozialdemokraten ist derzeit allerdings das Geschehen in Bad Laasphe, vorzugsweise innerhalb der Ratsfraktion. Für die anstehende Bürgermeisterwahl sehen sie sich mit ihrem Kandidaten gut gewappnet. »Wir stehen ohne Wenn und Aber hinter Gerd Karpf«, so Wolfgang Schuppener. Karpf kenne die Situation im Rathaus aus seiner Zeit als Stadtdirektor und brauche daher keine Einarbeitungszeit. Der derzeitige Bürgermeister Robert Gravemeier habe mit seiner Kandidatur für das Amt des Landrats bewiesen, dass er Bad Laasphe für einen lukrativeren Posten verlassen werde.

In Zusammenhang mit der Wahl steht auch die anhaltende Diskussion über den Disput zwischen SPD-Fraktionschef Arno Vomhof und einigen Laaspher Sozialdemokraten, allen voran dem Ortsverein Banfetal, der Vomhof zum Rücktritt aufgefordert hatte. Die Gründe dafür nannte Schuppener im Rahmen der Jahreshauptversammlung noch einmal explizit. Viele Sozialdemokraten aus dem Banfetal hätten in der Vergangenheit in wichtigen Positionen gestanden. Kritik jeglicher Art sei von Vomhof stets sofort unterdrückt worden. So habe man von der Bad Laaspher SPD das Bild eines »Ein-Mann-Ensembles« bekommen. Siegfried Fey sei von seinem Amt als Stadtverbandsvorsitzender zurückgetreten, weil er als eigenständige Persönlichkeit neben Vomhof nicht geduldet worden sei.

Der Ortsverein Banfetal sei aber keiner Diskussion aus dem Weg gegangen. Der Kompromiss aus Sicht der Banfetaler: Ulrich Krüger solle stärker in die Fraktion und Achim Wickel in den Stadtverband eingebunden werden. Doch es sei anders gekommen. Maria Guette habe sich zur Wahl gestellt und leite nun die Geschicke der Laaspher Sozialdemokraten auf Stadtverbandsebene. Umso erstaunter zeigten sich die Mitglieder des Ortsvereins Banfetal, dass Guette in der Presse ein ehrliches Miteinander gefordert habe.

Siegfried Fey betonte am Samstag in Herbertshausen seine Verwunderung darüber, dass Arno Vomhof gesagt habe, er bedauere Feys Rücktritt. »Es konnte ihm nicht schnell genug gehen«, so Fey. Zunächst habe er nicht aufgeben wollen, doch schließlich sei Vomhof ins Persönliche abgeglitten. »Deswegen habe ich die Reißleine gezogen.« Er wünsche seiner Nachfolgerin viel Glück. In der Vergangenheit habe es immer wieder Angriffe auf Personen gegeben, die nicht im Interesse Vomhofs gehandelt hätten. Dies sei letztlich auch Achim Wickel passiert.

Fey richtete den Appell an seine Genossen, »nicht immer mit dem Kopf zu nicken«. Wolfgang Schuppener sagte, die Reaktionen auf das Vorgehen seines Ortsvereins seien durchweg positiv gewesen. Er habe aus dem ganzen Stadtgebiet Zustimmung erhalten: »Einzig der Zeitpunkt ist kritisiert worden.« Auch für die Veröffentlichung der Rücktrittsforderung hatte der Ortsverein eine Erklärung. Siegfried Fey: »Bevor so etwas öffentlich wird, wird viel miteinander gesprochen und gestritten. Die Öffentlichkeit weiß doch über den Zustand Bescheid. Vomhof hat sich verweigert, auf Kritik einzugehen.«

Otto Wunderlich äußerte die Hoffnung, durch Ulrich Krüger wieder das Bild einer starken Fraktion herzustellen. Wolfgang Schuppener sprach sich für eine offene und ehrliche Lösung der Streitigkeiten aus. Was an Differenzen bestehe, müsse geklärt werden. Der Vorstand des Stadtverbandes müsse komplett neu gewählt werden. Bei aller internen Brisanz haben Wolfgang Schuppener und seine Banfetaler Genossen die kommunalpolitischen Ziele keineswegs aus den Augen verloren: Die Landesstraße 718 müsse im Bereich zwischen Laasphe und Laaspherhütte in einen vernünftigen Zustand gebracht werden, so Siegfried Fey. Als erfolgreiche und gute Sache betrachte er den Radweg, der von Laasphe nach Herbertshausen führe. Dieser müsse bis auf die Fischelbacher Höhe ausgebaut werden. Ein Kleingewerbegebiet in Banfe würde viele Arbeitsplätze bringen.

Otto Wunderlich unterstrich die Bedeutung eines bürgerfreundlichen ÖPNV für das Banfetal. Schriftführer Tino Strackbein beklagte, dass die Stadt noch immer keinen Nutzen aus der touristischen Attraktion »Rothaarsteig« ziehe. Der vor vier Jahren beschlossene Bau eines Aussichtsturmes auf dem höchsten Berg des Stadtgebietes sei noch nicht erfolgt. Wolfgang Schuppener betrieb noch einmal Werbung für die Initiative »Bürger für den Ort«. Der Bauhof könne aus Personalmangel viele Arbeiten nicht mehr bewältigen. In Zeiten, wo immer mehr Mitglieder ihre Parteibücher abgeben, freute sich der Ortsverein Banfetal besonders darüber, mit Kurt Hirsch einen Genossen für 30-jährige Mitgliedschaft zu ehren. Für den Wahlkampf stehen die Banfer in den Startlöchern. Die Kandidaten in den einzelnen Wahlkreisen heißen Siegfried Fey, Tino Strackbein, Eva-Maria Schmidt und Wolfgang Schuppener.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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