„Nichts Genaues weiß man nicht“

jg Bad Laasphe. Drei Pläne wurden gestern dem Laaspher Bauausschuss vorgestellt. Der Wallauer Planer Wolfgang Theofel sprach über den aufzustellenden Bebauungsplan „Industriegebiet Lahnaue“. Eine Konstante wäre dafür wichtig: der Verlauf der geplanten Ortsumgehung. Doch hier musste der Planer von neuerlichen Problemen in diesem Bereich berichten. Diesmal waren Wiesenknopf-Ameisenbläulinge gesichtet worden, so dass der Verlauf in der weiteren Nachbarschaft zu Aldi noch einmal geändert wurde.

Nun wollte Wolfgang Theofel für diese Fläche allerdings nachhalten, ob es die Schmetterlinge wirklich gibt. Das wisse man erst im Mai oder Juni. Erst dann könne man sagen, ob die Laaspher die Flächen gegebenenfalls für ihre Planungen nutzen könnten. Außerdem müssten die Überschwemmungsgebiets-Grenzen überprüft werden, um die Industrigebiet-Erweiterung südlich von Aldi möglichst optimal zu nutzen. Dazu könne es auch gehören, dass die geplante V 7 in diesem Bereich aufgeständert werde. Mit der Unteren Wasserbehörde und der Unteren Landschaftsbehörde sei er eigentlich weitgehend einig gewesen. Außerdem wolle die Firma Aldi ihr Zentrallager erweitern, um die Versorgungsstation zu verlegen und um zwölf neue Lkw-Stellplätze auf eigenem Gelände neu zu schaffen, wegen des Anlieferverkehrs. Aufgrund der längerfristigen Zeitschiene für den kompletten Bebauungsplan, regte der Wallauer an, dass für Aldi konkret ein vorhabenbezogener Bebauungsplan praktischer wäre. Der Bauausschuss versicherte Aldi seiner Unterstützung, Ansonsten fasste der Ausschuss-Vorsitzende Jürgen Borchert die Erkenntnisse so zusammen: „Nichts Genaues weiß man nicht.“ Vor Herbst müsse das Gremium wohl keine Entscheidung fällen.

Darüberhinaus hatte Klaus Pankalla vom zuständigen Bauamt im Rathaus zwei kleinere Planungen vorzustellen. Dabei ging es um den Ausbau der Straße „Bäderborn“ zwischen Puderbacher und Hirtsgrunder Weg, in direkter Nachbarschaft zum Laaspher Friedhof. Entweder solle die heute fünf Meter breite Straße normal ausgebaut und ein Parkstreifen angelegt werden oder die Straße solle auf 5,60 Meter verbreitert werden und freies Parken sollte an beiden Seiten der Straße möglich sein. Die genauen Planungen werden den Anliegern in einer Versammlung nach Ostern präsentiert.

Danach stellte Klaus Pankalla die Planungen aus dem Rathaus für den Stichweg an der Banfer Schulstraße vor. Der Weg sei bis heute nur geschottert und erfordere permanente Unterhaltungsmaßnahmen, erläuterte der Beigeordnete Dieter Kasper. Nachdem die Anlieger vor vier Jahren den Weg selbst ausbauen wollten, sei nichts passiert, weil zwei von ihnen aus der Gemeinschaft ausgeschert seien. Nun werde die Stadt die Arbeiten auf den Weg bringen, mit 90 Prozent Anliegergebühren. Die Straße werde in ihrem drei Meter breiten Bestand ausgebaut, da gebe es keine Alternativen, so Klaus Pankalla. Es gebe zwei Regeneinläufe, die Straße werde asphaltiert, weil man bei einer Pflasterung auf solch einem schmalen Weg quasi Spurrillen erwarte. Auch diese Planungen werden den betroffenen Anliegern vorgestellt und darüberhinaus erläutert.

Eine solche Bürgerbeteiligung hatte es bereits für die Feudinger Straße am Sonnenhang vor drei Wochen gegeben. Dabei hatte sich herausgestellt, dass die Sache mit den Anliegergebühren nicht so leicht wird, wie es sich die Stadtverwaltung zunächst gedacht hatte. Die Straße verfügt in der Hauptsache über Wohnbebauung auf einer Seite, deshalb war zunächst angenommen worden, dass auch nur diese Anlieger an den Ausbau-Kosten beteiligt werden. Nach gründlichem Durchforsten der Rechtsprechung sieht es nun so aus, dass auch die Besitzer von den landwirtschaftlich genutzten Grundstücken bei den Kosten herangezogen werden sollen, wie Werner Dieckhoff vom Bauverwaltungsamt ausführte. Wobei Jürgen Borchert das in Relation setzte. Es gehe darum, die Anlieger, die ansonsten sehr stark zur Kasse gebeten würden, ein wenig zu entlasten und die Übrigen geringfügig zu belasten. Was das genau heißt, werden die Anlieger in einer neuerlichen Bürgerversammlung erfahren, die noch anberaumt werden muss.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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