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Dringlichkeits-Antrag der Grünen
Notfallplan nur mit Experten

Mecklenburger Seenplatte? Nein, Banfer Wiese! Bei Hochwasser gibt es hier zum Glück größere Ausweichflächen für das Hochwasser.
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  • Mecklenburger Seenplatte? Nein, Banfer Wiese! Bei Hochwasser gibt es hier zum Glück größere Ausweichflächen für das Hochwasser.
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howe Bad Laasphe. Die verheerenden Schäden durch das Hochwasser etwa im Ahrtal haben auch die Bürger in Wittgenstein aufgeschreckt. Seit Wochen laufen von hier aus beeindruckende Hilfsaktionen, aus dem Bad Laaspher Raum seien hier die Initiativen von Bauunternehmer Christian Bernshausen sowie der Dorfgemeinschaft Feudingen genannt, ebenso die der Bürger aus Banfe und besonders des Bewohners Martin Vahland.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sieht nun dringenden Handlungsbedarf. In einem Antrag für eine Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt-, Bau- und Denkmalschutz bittet sie nun darum, einen Notfallplan für eventuelle Hochwasser-Schadenslagen im Stadtgebiet von Bad Laasphe zu erstellen. So weit so gut.

howe Bad Laasphe. Die verheerenden Schäden durch das Hochwasser etwa im Ahrtal haben auch die Bürger in Wittgenstein aufgeschreckt. Seit Wochen laufen von hier aus beeindruckende Hilfsaktionen, aus dem Bad Laaspher Raum seien hier die Initiativen von Bauunternehmer Christian Bernshausen sowie der Dorfgemeinschaft Feudingen genannt, ebenso die der Bürger aus Banfe und besonders des Bewohners Martin Vahland.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sieht nun dringenden Handlungsbedarf. In einem Antrag für eine Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt-, Bau- und Denkmalschutz bittet sie nun darum, einen Notfallplan für eventuelle Hochwasser-Schadenslagen im Stadtgebiet von Bad Laasphe zu erstellen. So weit so gut. Das Anliegen der Umweltpartei kommt bei den Fraktionen zwar an, allerdings lehnte Ausschussvorsitzender Günter Wagner (CDU) das Ansinnen der Grünen, am 18. August eine Dringlichkeitssitzung des Fachausschusses einzuberufen, ab.

"Wir wissen doch gar nicht mehr,
was vom Berg kommt, wenn es Starkregen gibt.
Schließlich sind die Wälder rundherum abgeholzt."

Anne Bade
Grünen-Fraktionssprecherin

„Nicht, dass ich das nicht unterstützen würde. Im Gegenteil. Ich bin froh, dass wir den Punkt auf der Tagesordnung haben“, sagt Günter Wagner. Aber dem Christdemokraten fehlt die Dringlichkeit. „Das Problem Hochwasser haben wir bei uns seit Jahrzehnten. Aber das Thema ist jetzt nicht so dringend, dass wir es mitten in der Sommerpause besprechen müssen“, erläutert der Vorsitzende. „Ich habe ja gar nichts gegen den Antrag der Grünen. Das Thema betrifft uns alle.“ Aber das ein oder andere Ausschussmitglied sei womöglich im Urlaub. Überdies, so Günter Wagner, halte er es für sinnvoller, die Thematik gründlich vorzubereiten. Will heißen: „Ich möchte gerne die Experten dabei haben.“

Experten zum Thema Hochwasser hinzuziehen

Dem Vorsitzenden des Ausschusses für Umwelt-, Bau- und Denkmalschutz schwebt vor, auf jeden Fall Wehrführer Dirk Höbener als Chef der Freiwilligen Feuerwehr Bad Laasphe zu hören. Von ihm könne man erfahren, welche Maßnahmen bei derartigen Schadenslagen seitens der Feuerwehr ergriffen würden und wo überhaupt Gefahrenpunkte seien.

Mecklenburger Seenplatte? Nein, Banfer Wiese! Bei Hochwasser gibt es hier zum Glück größere Ausweichflächen für das Hochwasser.
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Auch Volker Dieckmann, Ortsbeauftragter des Ortsverbands des Technischen Hilfswerks in Bad Berleburg, solle eine Einladung erhalten, mögliche Maßnahmen zu erläutern. „Ich bin ja bei den Grünen“, sagt Günter Wagner. Aber das Thema müsse ordentlich vorbereitet werden. Demnächst finde ein Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden statt, dann werde er die Sache ansprechen. „Das ist ein wichtiges Thema, das wir als wichtigen Tagesordnungspunkt in der ordentlichen Sitzung am 15. September behandeln. Aber nicht vorher“, stellt Günter Wagner fest. Derweil bekräftigt Grünen-Fraktionsvorsitzende Anne Bade noch einmal das Anliegen. „Wir müssen einen Katastrophenplan vorbereiten und fragen, wo kommt das Wasser her oder wie kann ich die Menschen warnen.“

Thema Hochwasser nicht auf lange Bank schieben

Die Beschäftigung mit dem Thema sei zur „Vorbeugung.“ Und auf die lange Bank dürfe die Sache auch nicht geschoben werden. Anne Bade: „Wir wissen doch gar nicht mehr, was vom Berg kommt, wenn es Starkregen gibt. Schließlich sind die Wälder rundherum abgeholzt.“ Die Problemlagen haben die Grünen bereits ausgemacht.

In Feudingen ist es die Lahn bei der Volkshalle bis ins Dorf, auch die kleine Feudinge könne über die Ufer treten. Unter anderem stehe das Lahntal-Hotel direkt am Wasser. Auch aus dem Welsenbach könnte sich durchaus Größeres entwickeln. Nicht zu vergessen die Feudingerhütte oder das Ilsetal mit dem Ilsefluss. Hochwassersituationen hat es in Feudingen schon reichlich gegeben, ebenso in Banfe. Dort trat die Banfe vor Jahren so gefährlich über die Ufer, dass die Keller der Häuser am Sand allesamt überflutet waren. Auch in Niederlaasphe erinnert man sich an derartige Schadenslagen. Unter anderem überflutete die Lahn den Niederlaaspher Sportplatz und sorgte andernorts für voll gelaufene Keller.

Inwieweit abgeholzte Abhänge künftig ins Rutschen kommen könnten, müsste sicher genauso hinterfragt werden.

Mecklenburger Seenplatte? Nein, Banfer Wiese! Bei Hochwasser gibt es hier zum Glück größere Ausweichflächen für das Hochwasser.
Vor Jahren trat die kleine Banfe nach einem Starkregenereignis über die Ufer und verwandelte sich in einen reißenden Fluss. Die Feuerwehr sicherte die untere Mühle damals mit Sandsäcken.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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