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Tempo 50 statt 70 in Feudingen
Nur eine Straßenquerung wird künftig sicherer

Aus 70 wird 50: Die Kreisstraße 35 trennt in Feudingen die Baugebiete „Auf der Ilgenbrach“ und „Auf dem Breitenacker“, in denen viele Kinder mit ihren Eltern leben. Anwohner wünschten sich eine Versetzung des Ortsschilds für eine sicherere Überquerung – dies ist nicht möglich, dafür kommt eine Temporeduzierung auf 50 km/h.
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bw Feudingen/Oberndorf. Die Verkehrsschaukommission, ein Behördengespräch unter anderem mit Vertretern von Kreis, Kommune, Polizei, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehrswacht, hat sich diese Woche mit zwei Anliegen aus dem Oberen Lahntal beschäftigt – mit unterschiedlichem Ausgang. Für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h am Ortsausgang von Feudingen ging der Daumen nach oben, für die geforderte Querungshilfe im Bereich der Bushaltestelle an der Siegener Straße in Oberndorf fiel das Votum dagegen negativ aus.

Am „Hohlen Weg“ in Feudingen hatten sich Anwohner ursprünglich für eine Versetzung des Ortsschildes ausgesprochen. Anlass dafür ist die Bebauung auf beiden Seiten der Kreisstraße 35, die in Richtung Schulzentrum und Rückershausen führt.

bw Feudingen/Oberndorf. Die Verkehrsschaukommission, ein Behördengespräch unter anderem mit Vertretern von Kreis, Kommune, Polizei, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehrswacht, hat sich diese Woche mit zwei Anliegen aus dem Oberen Lahntal beschäftigt – mit unterschiedlichem Ausgang. Für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h am Ortsausgang von Feudingen ging der Daumen nach oben, für die geforderte Querungshilfe im Bereich der Bushaltestelle an der Siegener Straße in Oberndorf fiel das Votum dagegen negativ aus.

Am „Hohlen Weg“ in Feudingen hatten sich Anwohner ursprünglich für eine Versetzung des Ortsschildes ausgesprochen. Anlass dafür ist die Bebauung auf beiden Seiten der Kreisstraße 35, die in Richtung Schulzentrum und Rückershausen führt. In zwei Neubaugebieten „Auf der Ilgenbrach“ und „Auf dem Breitenacker“ haben in den vergangenen Jahren viele Familien mit kleinen Kindern gebaut, die sich natürlich gegenseitig besuchen und dafür oft die viel befahrene Kreisstraße im Bereich zweier Wirtschaftswege queren. Doch die Stelle liegt auch außerhalb der geschlossenen Ortschaft, hier gilt bisher Tempo 70 für den motorisierten Verkehr.

Um die Sicherheit bei der Querung der Straße zu erhöhen, hatten die Anwohner die Versetzung des Ortsschildes angeregt, allerdings geht genau das nicht. Dazu erläutert der Kreis auf SZ-Anfrage: „Ein Versetzen der Ortstafel ist nicht möglich, weil sich dort keine geschlossene Bebauung mehr befindet, die von der K35 aus erschlossen würde.“ Grundlage hierfür sei die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung. Gleichwohl hat die Verkehrsschaukommission an dieser Stelle einen Handlungsbedarf anerkannt: „Um jedoch die Sicherheit der querenden Fußgänger in diesem Bereich zu erhöhen, wird die Geschwindigkeit in beide Fahrtrichtungen auf einer Länge von 200 Metern auf 50 km/h reduziert.“

Dies gilt für den Abschnitt vom Ortsausgang bis hinter der Querungsstelle. In Richtung Rückershausen steht am Ende des neuen Tempo-50-Bereichs bereits ein Tempo-70-Schild, das auch zukünftig dort bleiben wird. Der darauffolgende Tempo-70-Bereich am Schulzentrum Feudingen vorbei bleibt unverändert bestehen. Nach Ansicht vieler Anwohner fahren die Autos zwischen den Neubaugebieten Ilgenbrach (hier ist auch ein Spielplatz gelegen) und Breitenacker deutlich zu schnell. Das soll sich in Zukunft ändern.

Nichts ändern wird sich hingegen auf der Siegener Straße in Oberndorf. Für den Bereich an der Bushaltestelle in Richtung Rüppershausen hatte Ortsvorsteher und Ratsmitglied Sebastian Stiller eine sogenannte Querungshilfe beantragt. Doch die hat die Verkehrsschaukommission abgelehnt. Die Standorte für Überwege seien durch die Richtlinien stark eingeschränkt, unter anderem dürfe ein solcher nicht im direkten Umfeld einer Einmündung (hier der Oberndorfer Straße) liegen, berichtete Kreis-Sprecher Torsten Manges. Darüber hinaus müssten auf beiden Straßenseiten auch Gehwege vorhanden sein.

So käme in Oberndorf nur eine einzige Stelle in Frage, die allerdings einen Umweg zur Bushaltestelle beinhalten würde. Aus Sicht der Verkehrsschaukommission würde eine solche Querungshilfe dann jedoch kaum angenommen. „Sie wäre so abgelegen, dass niemand sie nutzen würde“, konstatierte Torsten Manges. Deshalb sei sich die Verkehrsschaukommission einig gewesen, dass an dieser Stelle eine Querungshilfe keinen Sinn ergebe.

Der Oberndorfer Ortsvorsteher Sebastian Stiller findet die Entscheidung „sehr enttäuschend“. Leider werde der Antragssteller zu einem solchen Behördentermin gar nicht eingeladen – in dem Fall hätte er vielleicht noch Argumente für eine Querungshilfe vorbringen können. „Es ist sehr schade und wir können nur hoffen, dass nicht mal ein Kind dort angefahren wird“, meint der Kommunalpolitiker. Besonders enttäuschend sei die Angelegenheit, weil in Feuersbach oder Eschenbach an ganz ähnlichen Stellen solche Querungshilfen möglich seien – in Oberndorf wird es diese aber nicht geben.

Aus 70 wird 50: Die Kreisstraße 35 trennt in Feudingen die Baugebiete „Auf der Ilgenbrach“ und „Auf dem Breitenacker“, in denen viele Kinder mit ihren Eltern leben. Anwohner wünschten sich eine Versetzung des Ortsschilds für eine sicherere Überquerung – dies ist nicht möglich, dafür kommt eine Temporeduzierung auf 50 km/h.
Um zur Bushaltestelle zu kommen, müssen Fahrgäste (gerade Schüler) in Oberndorf die Siegener Straße überqueren. Die erhoffte Querungshilfe kommt hier allerdings nicht.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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