SZ

Abtritt politischer Urgesteine in Wittgenstein (Teil 5)
Otto Marburger

Otto Marburger tritt von der kommunalpolitischen Bühne ab – der Sozialdemokrat verlässt die Stadtverordnetenversammlung von Bad Berleburg. Pläne für die Zukunft hat der 79-Jährige allerdings noch einige.
  • Otto Marburger tritt von der kommunalpolitischen Bühne ab – der Sozialdemokrat verlässt die Stadtverordnetenversammlung von Bad Berleburg. Pläne für die Zukunft hat der 79-Jährige allerdings noch einige.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tika Schwarzenau. Demokratie bedeutet Meinungsfreiheit. Demokratie bedeutet, andere Meinungen auszuhalten, manchmal aushalten zu müssen. Demokratie bedeutet allerdings auch Wertschätzung. Unter dieser Prämisse war Otto Marburger in den vergangenen Jahren Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung von Bad Berleburg und als sachkundiger Bürger tätig. „Ich habe jedes einzelne Mitglied vor jeder Sitzung immer persönlich begrüßt. Das ist eine Frage der Wertschätzung trotz kontroverser Diskussionen“, konstatiert der Schwarzenauer. Nach insgesamt rund siebeneinhalb Jahren im höchsten politischen Gremium der Kommune und vor allem etwa 27 Jahren als sachkundiger Bürger tritt der Sozialdemokrat von der aktiven politischen Bühne.

tika Schwarzenau. Demokratie bedeutet Meinungsfreiheit. Demokratie bedeutet, andere Meinungen auszuhalten, manchmal aushalten zu müssen. Demokratie bedeutet allerdings auch Wertschätzung. Unter dieser Prämisse war Otto Marburger in den vergangenen Jahren Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung von Bad Berleburg und als sachkundiger Bürger tätig. „Ich habe jedes einzelne Mitglied vor jeder Sitzung immer persönlich begrüßt. Das ist eine Frage der Wertschätzung trotz kontroverser Diskussionen“, konstatiert der Schwarzenauer. Nach insgesamt rund siebeneinhalb Jahren im höchsten politischen Gremium der Kommune und vor allem etwa 27 Jahren als sachkundiger Bürger tritt der Sozialdemokrat von der aktiven politischen Bühne. Ruhe allerdings kehrt um den 79-Jährigen auch in der kommenden Zeit mitnichten ein – zu viele Projekte warten noch auf eine Vollendung.

Otto Marburger Gründungsmitglied SPD Schwarzenau

Der Weg in die SPD war für Otto Marburger nicht unbedingt vorgezeichnet. „Als Bauernsohn wird man normalerweise nicht SPD-Mitglied. Aber ich durfte das Abitur ablegen und in Marburg studieren – das hat mich in diese Richtung gebracht“, erinnert sich der Schwarzenauer, der Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des inzwischen aufgelösten Ortsvereins Schwarzenau der Partei war.
Ein erster Impulsgeber im Jahr 1969, verstärkt durch die Tatsache, dass mit Adolf Schmerer im Jahr 1975 fortan ein Genosse Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg war – unvergessen in diesem Zusammenhang der Besuch des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Johannes Rau, anlässlich des Schmerer’schen Bürgermeister-Jubiläums, als er das Amt 25 Jahre lang ausgeübt hatte. Als Vorsitzender des Schwarzenauer Ortsvereins empfing Otto Marburger damals Johannes Rau – nur eine Episode seiner politischen Karriere. „Dass Adolf Schmerer damals Bürgermeister wurde, das hat bei mir für ungläubiges Staunen gesorgt. Er war Bürgermeister im wörtlichen Sinn – ein Meister für die Bürger, über alle Parteigrenzen hinweg.“

Lehrer war der Hauptberuf

Ähnlich hat es auch Otto Marburger gehalten, der aber niemals nur Politiker war. „Der Lehrerberuf war mein Hauptberuf, ich war aber auch gerne gesellschaftlich tätig – politisch, kirchlich, kulturell“, sagt der ehemalige Deutsch- und Religionlehrer des Johannes-Althusius-Gymnasiums Bad Berleburg, der 25 Jahre lang Landessynodaler, Vorsitzender der Kulturgemeinde Bad Berleburg war und derzeit Vorsitzender des Wittgensteiner Heimatvereins ist – nur ein paar seiner Stationen.

Aufmerksamer Beobachter

Als sachkundiger Bürger war er mehr stiller Beobachter als Entscheider, „mein Einfluss war gering“, verhehlt der Schwarzenauer nicht. Stets war er allerdings vor allem auch aufmerksamer Beobachter. „Die Fraktion war früher strikter geleitet als heute. Trotzdem war es immer sehr angenehm – aber in den ersten Jahren war sie eben patriarchalischer geleitet“, erklärt Otto Marburger vielsagend. Thematisch hat sich der Schwarzenauer stets breit aufgestellt. „Meine Schwerpunkte waren Natur und Nachhaltigkeit in allen Bereichen, Kultur, Tourismus und die Dörfer in ihrem geschichtlichen Zusammenhang und ihrer Entwicklung“, betont der Sozialdemokrat, wissend, dass die Grenzen zwischen diesen Themen allzu oft fließend sind.

Umbau Bürgerhaus am Markt

„Ich denke systemisch: Wenn wir an einer Stelle etwas verändern, bewirkt das auch an anderer Stelle etwas.“ Tatsächlich war Otto Marburger in einer Zeit aktiv, in der viel passiert ist. „Durch das Leitbild, das wir uns gegeben haben, sind wir trotz des Haushaltssicherungskonzeptes in unseren Entscheidungen wesentlich freier geworden. Letztlich war es so: Obwohl eigentlich gar nichts ging, haben wir unglaublich viel erreicht“, konstatiert der Schwarzenauer etwa mit Blick auf den Umbau und die Modernisierung des Bürgerhauses am Markt in Bad Berleburg.

Ideen sollen Wirklichkeit werden

Sein Leitfaden – politisch, aber auch für sein gesamtes Leben – ist dabei ebenso simpel wie konstruktiv: „Ich bin ein Mensch, der Ideen hat und sie möglichst soweit verfolgen will, dass sie Wirklichkeit werden.“ Dass er Projekte nicht allein, sondern natürlich gemeinsam mit der Stadtverordnetenversammlung angestoßen hat, dass die Verwaltung sie kompetent umgesetzt hat, ist ihm dabei bewusst. „Ich stehe hinter dieser Verwaltung, die hervorragende Arbeit leistet. Gleiches gilt für meine Fraktion: Ich war und bin mit ihr und der Arbeit zufrieden“, betont er.

Digitalisierung ist wichtig

Gleichwohl weiß er, dass die Zukunft viele Herausforderungen mit sich bringt. „Die Digitalisierung ist enorm wichtig. Wir brauchen Digitalisierung, Breitband und 5G nicht nur bis zur letzten Milchkanne, sondern mindestens bis zur letzten Milchkanne.“ Beeinflussen kann er dieses Entscheidungen nach der Kommunalwahl und dem Ablauf der Wahlperiode nicht mehr. Aber: „Langweilig wird es nicht“, schmunzelt Otto Marburger. Derzeit arbeitet er an der Umsetzung des Kulturwegs Eisen zwischen Birkefehl und Aue – weitere Projekte plant der Mann der zahlreichen Ehrenämter bereits.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

Timo Karl (Redakteur) auf Facebook
Timo Karl (Redakteur) auf Instagram
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen