Borkenkäfer und Trockenheit
Pilzmuseum Bad Laasphe bangt um Seminare

Die anhaltende Trockenheit der vergangenen drei Jahre beeinträchtigt das Wachstum der Pilze. Die „sterbenden“ Bäume wiederum bewirken, dass eine Symbiose nicht mehr stattfinden kann – sagt der Biologe des Bad Laaspher Pilzmuseums.
  • Die anhaltende Trockenheit der vergangenen drei Jahre beeinträchtigt das Wachstum der Pilze. Die „sterbenden“ Bäume wiederum bewirken, dass eine Symbiose nicht mehr stattfinden kann – sagt der Biologe des Bad Laaspher Pilzmuseums.
  • Foto: damo (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

joge Bad Laasphe. „Das dritte schlechte Jahr in Folge“, antwortet Volker Walther, Leiter des Pilzkundemuseums Bad Laasphe auf die Frage, inwiefern der Klimawandel beziehungsweise die Trockenheit das Pilzwachstum beeinträchtigen. „Vorletztes Jahr gab es so gut wie gar nichts an Pilzen. Letztes Jahr war es außer ein paar Wochen im Oktober ähnlich. Dieses Jahr habe ich aufgrund der Regenperioden im Frühling Hoffnung gehabt, doch es war bis jetzt genauso schlecht“, erläutert der Leiter des Museums ergänzend. Im Augenblick gibt es zwar ein paar vereinzelte Pilzarten wie Champignons in Wittgensteins Wäldern, aber durch die warmen Wettervorhersagen kann es sein, dass diese schnell wieder verschwinden. „Die meisten Pilze halten Hitze und Trockenheit eine längere Zeit aus, aber nach drei Jahren sterben die Mycelien – die Pilzzellen – ab“, präzisiert Volker Walther.

Seminare sollen eigentlich Anfang September starten

Diese hohen Temperaturen setzen das Museum etwas unter Druck, denn ab dem 4. September beginnen die Kurse und Seminare wieder. „Es wäre sehr frustrierend, wenn die Wälder dann leer wären“, erklärt Volker Walther. Jedoch ist die Hitze allein nicht der einzige Grund für das eingeschränkte Pilzwachstum. Das auch in Wittgenstein bekannte Borkenkäfer-Problem beeinflusst die Entwicklung der Pilze – um genau zu sein der Mykorrhiza-Pilze – ebenfalls. „Mykorrhiza-Pilze leben in einer Symbiose mit Bäumen. Der Pilz liefert dem Baum Wasser und wichtige Mineralien, die Bäume wiederum beliefern die Pilze im Gegenzug mit organischen Stoffen (Zucker), welche die Pilze nicht selbst herstellen können. Wenn eines fehlt, kann der andere nicht überleben“, erläutert der Leiter des Museums.

Hohe Nachfrage trotz Corona

Letztendlich blickt Volker Walther bezüglich des Klimawandels gespannt in die Zukunft: „Das Artenspektrum wird sich wahrscheinlich aufgrund der höheren Temperaturen ändern. Pilzarten, die eigentlich nicht hier wachsen, verirren sich jetzt schon in warmen Gebieten Deutschlands.“ Trotz aller Probleme besteht auch zu Zeiten des Coronavirus eine hohe Nachfrage, was Volker Walther erfreut: „Ich finde es erstaunlich, dass die Nachfrage trotz des Virus so groß ist. Die Seminare sind sehr gut gebucht.“
Die einzige Besonderheit neben den allseits bekannten Hygiene- und Desinfektionsregeln ist die neue Räumlichkeit, in der die Pilzseminare stattfinden. Eigentlich finden die Seminare im Museum selbst statt, jedoch wird aufgrund von Abstandsregelungen in einen großen Saal, der sich ebenfalls im Haus des Gastes befindet, ausgewichen.
Abschließend betont der Museumsleiter stolz die Besonderheit der Pilzausstellung: „So etwas ist hier einmalig. In Deutschland gibt es nur zwei bis drei solcher Pilzkundemuseen. Bei uns findet man rund 900 originale, verschiedene Pilzarten.“

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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