Polen arbeiteten illegal auf Baustelle

Haus Elim in Oberndorf: Arbeitsamt ermittelt / Offizielle Unternehmen distanzieren sich

Oberndorf. Der An- und Umbau des Altenheims Elim in Oberndorf steht kurz vor dem Abschluss. Die Bauarbeiter liegen im Soll, sind dem eigentlich geplanten Fertigstellungstermin gar um einen Monat voraus. Also alles in Butter im Hause Elim?

Wohl nur bedingt, denn über der nagelneuen und schmucken Einrichtung für Senioren kreist der Vorwurf der illegalen Beschäftigung. Auf der Baustelle sollen nämlich polnische Männer gearbeitet haben, die lediglich ein Touristenvisum, jedoch keinesfalls eine Arbeitsgenehmigung vorweisen konnten. Das Siegener Arbeitsamt sowie Ermittler des Kreis-Ordnungsamtes und der Polizei gingen bereits vor einigen Tagen einem anonymen Hinweis nach – und wurden fündig. Zwei Polen konnten den Behörden lediglich das besagte Visum nachweisen, zudem fand sich ein Ausweis eines weiteren polnischen Staatsbürgers.

Jan Pyrlik, Leiter der Arbeitsamt-Inspektion des Arbeitsamtes Siegen, wurde gestern im Gespräch mit der Siegener Zeitung konkret: »Wir gehen von einem verstärkten Verdacht aus. Der Hinweis, den wir bekommen haben, war schon sehr konkret.« Bei der Durchsuchung vor Ort hätten sich zudem Unterlagen gefunden, die Rückschlüsse auf eine gezielte Beschäftigung zuließen. Zunächst sei sogar von acht oder neun Polen die Rede gewesen, doch darüber könne noch keine abschließende Aussage getroffen werden.

Da das Arbeitsamt die illegale Beschäftigung als Straftat einordne, sei die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft weiter gegeben worden, so Jan Pyrlik. Dort werde entschieden, ob in der Angelegenheit als Strafsache oder Ordnungswidrigkeit ermittelt werde. Herbert Becker, Geschäftsführer der Träger-GmbH, ließ die SZ gestern aus seinem Urlaub im Salzburger Land wissen, »dass die Sache nicht so dramatisch ist«. Er sprach von ehrenamtlichen Helfern, die lediglich Handlanger-Dienste erledigt hätten.

Lediglich Verpflegung und Fahrtkosten seien die Gegenleistungen gewesen. Es sei der Träger-GmbH überaus peinlich gewesen, so Herbert Becker, »dass unsere Gäste ins Verhör genommen wurden«. Man habe ganz offenbar versäumt, das Arbeitsamt über die ehrenamtliche Tätigkeit zu informieren, nicht mehr und nicht weniger. Recherchen der Siegener Zeitung ergaben, dass an dieser Aussage zumindest Zweifel angebracht sind. Denn die Polen haben offenbar schon kräftiger zugepackt als es die von Herbert Becker ins Spiel gebrachten »Handlanger-Dienste« umschreiben.

Es war zu erfahren, dass auch Stundennachweise geführt worden sein sollen. Die offiziell für das rund fünf Mill. e teure Projekt beauftragten Unternehmen hielten sich im Gespräch mit der Siegener Zeitung bedeckt. Heraus zu hören war allerdings der Tenor, dass man sich bei den Betrieben »von der illegalen Beschäftigung polnischer Arbeiter klar distanziert«. Trotz der Unannehmlichkeiten soll der Umzug des Altenheims Elim von Burbach in das neu gestaltete Gebäude in Oberndorf diese Woche planmäßig über die Bühne gehen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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