Zentrallager in Bad Laasphe
Politik geht mit Aldi hart ins Gericht

Das Aldi-Zentrallager soll zum Ende des Jahres geschlossen werden. Die Politik übt Kritik an dem Konzern.
  • Das Aldi-Zentrallager soll zum Ende des Jahres geschlossen werden. Die Politik übt Kritik an dem Konzern.
  • Foto: Holger Weber (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Bad Laasphe. Die Konzern-Entscheidung, das Aldi-Zentrallager in Bad Laasphe zum Jahresende zu schließen, hat in der Öffentlichkeit und in der Politik für Betroffenheit und Verärgerung gesorgt. CDU-Bundestagsabgeordneter Volkmar Klein und Landtagsabgeordnete Anke-Fuchs-Dreisbach wandten sich in einem gemeinsamen Brief an die Aldi-Konzernzentrale in Essen. „In unseren Augen ist es vor allem wichtig, den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine verlässliche Jobperspektive und konkrete Angebote zu ermöglichen. Als Arbeitgeber haben Sie eine soziale Verantwortung, die Sie an dieser Stelle wahrnehmen müssen“, heißt es. Das Schreiben verbinden Volkmar Klein und Anke Fuchs-Dreisbach mit der Bitte, „die geplante Schließung des Zentrallagers in Bad Laasphe nochmals dringend zu prüfen und zu überdenken“. Unabhängig davon halten man es für unabdinglich, dass den Beschäftigten am Standort Bad Laasphe zeitnah eine gesicherte Zukunftsperspektive aufgezeigt werde.

Heftige Kritik an Aldi

Das sagen auch SPD Stadtverband und -Ortsverein Bad Laasphe, die am Sonntagmorgen kurzfristig zu einer Video-Pressekonferenz eingeladen hatten. Dabei gingen die Sozialdemokraten mit der Aldi-Konzernspitze mitunter hart ins Gericht. „Solchen Unternehmen ist es nur wichtig, Kosten zu reduzieren und Gewinne zu maximieren“, stellte Stadtverbands-Vorsitzender Samir Schneider fest. „Für die steht nicht der Mensch im Vordergrund, sondern die Profitoptimierung.“ Samir Schneider rief dazu auf, den Blick nach vorne zu richten und gemeinsam mit den anderem politischen Kräften und dem Bürgermeister der Stadt alles zu tun, den betroffenen Mitarbeitern zu helfen und die Attraktivität des Standortes aufzuwerten. 160 Mitarbeiter des Aldi-Lagers sowie 200 Beschäftigte bei WKW in Banfe hätte nur eine ungesicherte Zukunftsperspektive. Schneiders Stellvertreter Klaus Stabel fand deutliche Worte: „Wir werden immer Spielball der Großkonzerne bleiben.“ Aldi zähle zu den reichsten Familien Deutschlands. Für Bad Laasphe sei eine Konzernentscheidung getroffen worden, die man vor Ort nicht beeinflussen könne.

"Kein Grund für Schließung des Lagers"

Er erinnere sich an die langjährigen Querelen mit dem Betriebsrat. „Vielleicht ist das ja sogar jetzt ein Rachefeldzug.“ Denn für die Entscheidung, das Aldi-Zentrallager zu schließen, „gibt es für mich keine wirtschaftliche und finanzielle Rechtfertigung“. Auch der stellvertretende Vorsitzende Mirko Becker kritisierte die Konzern-Entscheidung und hinterfragte die Art und Weise, wie Aldi sich überhaupt in Bad Laasphe präsentiere. Der neue Supermarkt sei gleich hinter dem alten eröffnet worden – damals mit der Ankündigung, den alten Bau weiter nutzen zu wollen. „Da tut sich aber nichts. Das Gebäude ist abgeschrieben, steht da und verkommt dort.“ Klaus Stabel ergänzte, er wolle möglichst zügig wissen, welche Folgenutzung sich Aldi denn vorstelle. „Nicht, dass wir die nächste Bauruine in Bad Laasphe stehen haben.“
SPD-Ortsvereinsvorsitzende Waltraud Schäfer erinnerte daran, dass man seit der Standorteröffnung von Aldi in 1983 dem Unternehmen alles ermöglicht habe. „Als die Nachricht von der geplanten Schließung kam, war das für uns alle ein großer Schock.“ Zumal mit den Kliniken oder dem AWo-Seniorenzentrum Schließungen erfolgt seien, die immer noch nachwirkten. „Jetzt stehen wieder so viele Arbeitnehmer auf der Straße.“

Bikar Metalle sucht Personal

Samir Schneider wunderte sich, dass im August vorigen Jahres im Hotel am Fang noch eine Zusammenkunft mit Aldi, Lidl, Rewe und der Politik wegen der Bundesstraße 62 stattgefunden habe. Da habe man den Ausbau der Trasse gemeinsam beraten. „Die Enttäuschung über das Vorgehen ist riesengroß“, so der SPD-Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzende. Samir Schneider verriet auch, dass er eine Rückmeldung auf seine Social-Media-Posts von der Raumländer Firma Bikar Metalle erhalten habe. „Die suchen händeringend Personal im Bereich Lagerlogistik.“ Das Signal des Unternehmens zeige, dass man nicht allein gelassen werde. Ziel der SPD sei es nun, den Leuten zur Verfügung zu stehen und ihnen zu helfen, wo man nur könne. „Die Arbeitnehmer sollen merken, dass wir an ihrer Seite sind.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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