Später Gruß aus Schweden nach Feudingen
Postkarte landete erst nach 37 Jahren im Briefkasten

Am 22.12.1982 schrieb Karl Heinz aus Schweden eine Postkarte an die Verwandten in Feudingen. Die Karte kam erst jetzt an.
3Bilder
  • Am 22.12.1982 schrieb Karl Heinz aus Schweden eine Postkarte an die Verwandten in Feudingen. Die Karte kam erst jetzt an.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Holger Weber

howe Feudingen. Dass zum schwedischen St.- Knuts-Tag am 13. Januar ausgerechnet jemand einen Weihnachtsbaum aus dem Fenster geworfen und den Postboten getroffen hat, dürfte wohl nur in der IKEA-Werbung möglich sein. Dass die Postkarte, die Annerose und Hans Bauer dieser Tage aus ihrem Briefkasten in Feudingen holten, exakt wegen des vorgenannten Unglücks des Briefträgers 37 Jahre brauchte, bis sie ihren Empfänger im Oberen Lahntal erreichte – so ein Gedanke dürfte nur einem gewissen Humor geschuldet sein.
Annerose Bauer jedenfalls staunte nicht schlecht, als sie die Postkarte mit dem Stockholmer Hafen und dem großen Dampfer kürzlich aus ihrem Briefkasten nahm. Ihr Vetter Karl Heinz, inzwischen längst verstorben, hatte die Karte am 22. Dezember 1982 aus dem kleinen Stockholmer Stadtteil Hammarsby nach 5928 Feudingen gesandt. So, wie es damals vor 37 Jahren richtig war, mit der vierstelligen Postleitzahl. Dieser Tage erfolgte dann die Überraschung, wobei die Deutsche Post offensichtlich einige Recherchen unternahm, um die neue Postleitzahl für Feudingen herauszufinden und die alte Postkarte mit einem entsprechenden Aufkleber zu versehen. Auf dem heißt es: Nachadressiert wegen unkorrekter Anschrift, bitte Absender verständigen, Deutsche Post, BZ 68 – das dürfte das Briefzentrum 68 in Mannheim sein.
Und unten steht geschrieben: Ersatzweise ermittelte Anschrift: 57334 Bad Laasphe. Aber wieso kam die Karte erst jetzt an? Für Hans Bauer ist der Fall klar: „Die ist vielleicht irgendwann einmal hinter den Schrank gefallen.“ Gut möglich, dass in Hammarsby vor ein paar Tagen oder Wochen die alte Filiale mal auf den Kopf gestellt und renoviert wurde. Dabei hat man womöglich die Karte gefunden, die Karl Heinz gerne nach Feudingen geschickt hätte. Die Theorie scheint auch gar nicht so abwegig, wenn man weiß, dass aktuell der Stockholmer Vorort Hammarsby einer kompletten und grundlegenden Stadterneuerung unterzogen wird. Da musste vielleicht auch die Postfiliale dran glauben oder sie wird aktuell renoviert. Wie dem auch sei: „Das war wie ein Gruß aus dem Jenseits“, beschreibt Annerose Bauer ihr Gefühl, als sie die alte Karte in der Hand hielt. Die Schrift des Vetters war ihr noch vertraut und an die enge verwandtschaftliche Beziehung erinnerte sie sich auch sofort.
Die hält übrigens immer noch. Der Sohn des Absenders Karl Heinz ist pensionierter Zahnarzt in Stockholm. Ihn riefen die Bauers dieser Tage an und berichteten von der Postkarte, die ihr Ziel Feudingen nun nach 37 langen Jahren erreicht hat. „Ja, die schwedische Post ist nicht die Zuverlässigste“, soll der Verwandte mit einem Lächeln gesagt haben.

Autor:

Holger Weber aus Wittgenstein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.