SZ

Busreisen nach Pause wieder erlaubt
Reisesaison wird für die Unternehmen schwierig

Wegen der Corona-Pandemie standen wochenlang bei den heimischen Unternehmen die Reisebusse still. Jetzt dürfen sie zwar wieder fahren. Allerdings haben die Geschäftsführer dabei gemischte Gefühle. Foto: Holger Weber
  • Wegen der Corona-Pandemie standen wochenlang bei den heimischen Unternehmen die Reisebusse still. Jetzt dürfen sie zwar wieder fahren. Allerdings haben die Geschäftsführer dabei gemischte Gefühle. Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Redaktion Wittgenstein

ako Bad Laasphe. Massive Umsatzeinbußen – und das in der eigentlichen Hochsaison: Wochenlang standen in Deutschland die Reisebusse aufgrund der Pandemie still. Mit den neuen Lockerungen der Corona-Regeln zum 30. Mai sind Gruppenreisen in Nordrhein-Westfalen unter den Bedingungen des Infektionsschutzes nun seit einigen Tagen zwar wieder möglich. Für die Unternehmer in der Region dennoch kein richtiger Grund zur Freude, denn obwohl sie ihr Geschäft wieder aufnehmen können, befindet sich die Branche in einer schwierigen Situation. Ob und wie geplante Fahrten in der zweiten Jahreshälfte durchgeführt werden können, sei unklar.

„Nein, die Reisesaison ist nahezu gelaufen“, sagt Carsten Diehl im Gespräch mit der Siegener Zeitung.

ako Bad Laasphe. Massive Umsatzeinbußen – und das in der eigentlichen Hochsaison: Wochenlang standen in Deutschland die Reisebusse aufgrund der Pandemie still. Mit den neuen Lockerungen der Corona-Regeln zum 30. Mai sind Gruppenreisen in Nordrhein-Westfalen unter den Bedingungen des Infektionsschutzes nun seit einigen Tagen zwar wieder möglich. Für die Unternehmer in der Region dennoch kein richtiger Grund zur Freude, denn obwohl sie ihr Geschäft wieder aufnehmen können, befindet sich die Branche in einer schwierigen Situation. Ob und wie geplante Fahrten in der zweiten Jahreshälfte durchgeführt werden können, sei unklar.

„Nein, die Reisesaison ist nahezu gelaufen“, sagt Carsten Diehl im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Der Geschäftsführer der Diehl-Reisen GmbH mit Sitz in Bad Laasphe vernimmt eine große Unsicherheit bei den Kunden. Wegen der Corona-Pandemie würden viele ihre Reisen absagen und „aus Angst“ stornieren. Dies betreffe aber die komplette Reisebranche: „Der allgemeine Trend in diesem Jahr ist, zu Hause zu bleiben“, weiß der 47-Jährige.

Zwar sei es der Verordnung zufolge wieder möglich, Busreisen anzubieten, die praktische Umsetzung stoße aber an Grenzen: „Das Hygienekonzept ist nicht genau festgelegt“, so Carsten Diehl. Im Bus müssten alle Fahrgäste eine Maske tragen. Zudem müsse die Abstandsregel eingehalten werden, die Toilette bliebe verschlossen und eine Bordküche werde auch nicht angeboten: „Wer hat denn darauf Lust?“, fragt Carsten Diehl rhetorisch und fügt an: „Die geselligen Busreisen, so wie wir sie kennen, sind nicht möglich.“

Aus seiner Sicht ist es wirtschaftlich auch „nicht rentabel“ mit zehn Leuten nach Österreich zu fahren. Hinzu kämen noch weitere Risiken und Gefahren: „Ist die Sicherheit im Hotel gewährleistet? Und was ist, wenn ich vor Ort einen Corona-Fall habe?“ Schließlich zählten zu den Fahrgästen hauptsächlich Personen, die zur Risikogruppe gehören. Das sei mit der Firmenphilosophie „Unsere Kunden sollen mit Sicherheit reisen“ nicht vereinbar, so Diehl. Obwohl sich auch früh abgesagte Klassenfahrten sowie aufgefallene Fahrten zu Veranstaltungen – von denen die meisten in diesem Jahr abgesagt wurden –, negativ auf den Umsatz auswirken würden, habe das Unternehmen keine finanziellen Schwierigkeiten: „Finanziell können wir das überbrücken“, betont Carsten Diehl.

In einer ähnlichen Situation befindet sich auch Eberhard Wied. Der Geschäftsführer von Wied Transport und Touristik in Feudingen kann derzeit nur „schlecht eine Prognose“ abgeben: „Die Reisesaison gestaltet sich sehr schwierig“, betonte der 64-Jährige. Ob zum Beispiel seine für Juli geplante Fahrt nach Wien stattfindet, könne er noch nicht genau sagen: „Wir haben überwiegend ältere Leute. Ob die so eine lange Fahrt mit Maske schaffen, bleibt fraglich.“ Im August strebe er aber die „Kombi-Fahrt“ nach Ellmau und Söll (Tirol) an: „Damit werde ich anfangen“, so der 64-Jährige. „Man muss aber auch gucken, wie die Fahrgäste entscheiden. Darauf haben wir ja keinen Einfluss.“

Seit dem 30. Mai habe sein Unternehmen auch wieder neue Buchungsanfragen. Zwar würden „einige“ auf spätere Touren umlegen, seit Frühjahr sind Eberhard Wied zufolge aber nur 10 Prozent der Buchungen weggefallen. Auf das ganze Jahr gesehen beklagt der Unternehmer jedoch einen Umsatzverlust von mindestens 50 Prozent – „und das auch nur, wenn der Rest jetzt zu Stande kommt“. Zudem könnten die Verluste von Tag zu Tag größer werden: „Es ist eine unsichere Zeit.“

Etwas optimistischer sieht es hingegen Julian Schmidt. Der Inhaber von „JS-Limousinen & Reisen“ in Feudingen plant für Anfang Juli einen „Re-Start“: „Ja, ich bin da positiv gestimmt. Über die Corona-Zeit hatten wir einen guten Kunden-Kontakt. Viele haben uns gefragt: ,Wann können wir buchen?’ Die Reiselust ist da.“

Bereits Anfang Februar – noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland – habe er eine Reise-Auftaktveranstaltung durchgeführt und seitdem über 87 feste Anmeldungen. „Natürlich reagieren einige Kunden auch verhalten, wahrscheinlich wegen der Maskenpflicht“, betont Julian Schmidt, der auch nicht davon ausgeht, jede Fahrt „vollzukriegen“. Bis es im Juli wieder losgehen soll, will der Unternehmer aber noch „etwas warten“ und hofft dabei auf weitere Lockerungen: „Es kann ja nicht sein, dass Flixbus vollmachen darf, wir aber nicht. Deswegen glaube ich, dass da noch weitere Lockerungen kommen werden“, so Julian Schmidt.

Autor:

Alexander Kollek

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r
ThemenweltenAnzeige
Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de komplett überarbeitet.
3 Bilder

Optimiertes Stellenanzeigen-Portal
Mit 57jobs.de einen neuen Job finden

Neues Design und neue Angebote für Unternehmen, aber bewährte Technik: Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de einem Relaunch unterzogen, der sowohl die Suche nach einem neuen Job als auch die Suche nach neuen Fachkräften noch einfacher gestaltet. Auf dem Portal der Siegener Zeitung und des Wochenanzeigers finden sich unter den ständig 10.000 Jobangeboten aus Siegerland, Wittgenstein sowie den Kreisen Olpe und Altenkirchen auch sämtliche Anzeigen aus den...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen