Alles deutet auf eine Vergiftung hin
Rex musste qualvoll sterben

Die letzte Aufnahme von Rex: Ulla Meyer hat das Foto unterwegs bei einem der Spaziergänge in Banfe gemacht.
2Bilder
  • Die letzte Aufnahme von Rex: Ulla Meyer hat das Foto unterwegs bei einem der Spaziergänge in Banfe gemacht.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Holger Weber (Redakteur)

howe Banfe. „Die Welt ist so abartig. Diese Bosheit, der sind wir nicht mehr gewachsen“, sagt Ulla Meyer unter Tränen. Sie trauert um ihren Rex, den sechs Jahre alten Schäferhund-Rüden. „Das war unser Sonnenschein. Der war so lieb.“

Und ihr Mann Gernhard erinnert sich, wie er das Tier am 19. April vom Tierschutzverein Marsberg abgeholt hatte. „Ich machte den Kofferraum auf, der Hund rannte fröhlich los und sprang da rein. Ich habe sofort gespürt, dass das ein besonderes Tier ist“, erzählt Gernhard Meyer. Jetzt ist Rex tot, seit vorigen Mittwoch. Vermutlich fraß Rex etwas Vergiftetes. Denn alle Anzeichen, die am Ende zum Tode führten, deuteten klar daraufhin. Ulla Meyer war diejenige, die den letzten Spaziergang mit Rex unternahm. Wie immer durchs Banfer Friedenfeld Richtung Mühle bis unten an den Kreuzungsbereich, wo sich die Hundetoilette und auf der anderen Seite der Wanderer-Unterstand befinden. „Am 18. Juli war Rex kastriert worden. Er befand sich auf dem Weg der Besserung und trug eine Halskrause.“ Sie sei am 22. Juli abends um halb elf „ein paar Schritte da runter gegangen“, Rex habe dann im hohen Gras an der Seite geschnüffelt. „Ich habe ihn zurückgezogen, weil ich dachte, er hätte etwas im Maul und würde schmatzen.“ Sie habe ihm das Maul aufgemacht und nachgeschaut, allerdings nichts entdeckt.

In der Nacht sei Rex dauernd von seinem Lager aufgestanden, sei hektisch umhergegangen. Aber dabei habe sie sich nichts gedacht. Schließlich sei es insgesamt sehr warm gewesen, erzählt Ulla Meyer. Und irgendwann habe Rex gebrochen – vielleicht, weil er Gras gefressen habe. Darum sei ihm wohl schlecht gewesen. Zumindest dachte das sein Frauchen. Doch Rex’ Gesundheitszustand verschlechterte sich. In der zweiten Nacht sei er erneut „herumgerannt“, habe völlig apathisch neben seinem Wassertopf gelegen. „Ich habe dann sofort die Tierärztin angerufen. Der Hund konnte schon nicht mehr alleine laufen.“

In der Bad Berleburger Praxis habe die Veterinärmedizinerin alles versucht, dem Hund eine Elektrolytlösung zugeführt und stärkende Spritzen gegeben. „Er lag wie Elend auf dem Behandlungstisch. Seine Füße wurden immer kälter.“ Und dann habe die Ärztin gesagt, dass alles auf eine Vergiftung hindeutet, vielleicht mit Rattengift. „Rex wurde immer blasser.“ Zwar habe die Ärztin den Meyers Medikamente und einen Tropf mit nach Hause gegeben, doch Rex schaffte es nicht mehr. „Hinten im Kofferraum hat er seinen letzten Atemzug gemacht,“ erzählt Ulla Meyer. „Ich werde dieses Bild nie vergessen, wie das liebe Tier noch einmal nach Luft schnappte und dann starb.“ Jedem Nachbarn habe sie von der Sache berichtet, um die Hundebesitzer zu warnen. Schließlich gebe es in Banfe im Friedenfeld und in der Wiesenstraße zahlreiche Hundefreunde. „Es ist unerträglich“, sagt Ulla Meyer. „Ich bin seit Tagen nur am Heulen.“ Der Hund sei „unbeschreiblich“ gewesen. Aus der Tötungsstation habe man das Tier gerettet. In Südfrankreich wurde es ausgesetzt und sollte in die Tötungsstation gebracht werden. Der Tierschutzverein Marsberg rettete den Schäferhund und brachte ihn in die Pflegestation im Büschergrund. „Wir haben ihn im Internet gesehen“, weiß Gernhard Meyer. „Ich brauchte keine Leine. Das war ein ganz tolles Tier.“

Die Meyers haben fürchterlich mit dem Tode von Rex zu kämpfen. Die Trauer ist groß. „Das war wie Liebe auf den ersten Blick“, betont Gernhard Meyer. Er frage sich, ob das eine Attacke auf Hunde gewesen sei oder auf ihn und seine Frau. „Ist das jemand gewesen, der uns persönlich was damit sagen wollte?“ Die Meyers haben bei der Polizei Anzeige erstattet. „Die wird im Sande verlaufen.“ Und Ulla Meyer sagt: „Ich wünsche keinem, das durchmachen zu müssen. Dieses erbärmliche Sterben von Rex, das war furchtbar.“ Für sie, so die Tierfreundin, sei ein Teil von ihr mitgestorben.

Die letzte Aufnahme von Rex: Ulla Meyer hat das Foto unterwegs bei einem der Spaziergänge in Banfe gemacht.
Irgendwo hier in der Nähe, im Kreuzungsbereich in Banfe, zwischen Brücke und Wander-Unterstand, muss Schäferhund-Rüde Rex wohl etwas Vergiftetes gefressen haben.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.