SZ

Heftige Grünen-Schelte
Rundumschlag gegen den Bürgermeister

Die Bad Laaspher Grünen, allen voran Peter Honig (Mitte) – begleitet von Anne und Karl-Ludwig Bade – kritisierten jetzt den Bürgermeister Dirk Terlinden wegen dessen Amtsführung.
  • Die Bad Laaspher Grünen, allen voran Peter Honig (Mitte) – begleitet von Anne und Karl-Ludwig Bade – kritisierten jetzt den Bürgermeister Dirk Terlinden wegen dessen Amtsführung.
  • Foto: howe
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

howe Bad Laasphe.  Peter Honig redete sich in Rage. Der Grünen-Kommunalpolitiker aus Bad Laasphe ließ kein gutes Haar an Bürgermeister Dirk Terlinden. Der habe in seiner bisherigen Amtszeit nicht gezeigt, dass er sich für die Belange der Bürger und der Stadt einsetzen wolle. „Ich bin enttäuscht“, betonte Peter Honig bei der Vorstellung des neuen Parteibüros in der Königstraße. „Wir haben uns zu lange darauf konzentriert, gemeinsam für einen neuen Bürgermeister zu kämpfen.“ Leider seien dabei aber auch die grünen Inhalte zurückgestellt worden, weil man sich vehement gemeinsam mit CDU und FDP für den Wechsel eingesetzt habe. „Wir haben die Quittung dafür bekommen.“ Die Leute wüssten nicht mehr, wofür die Grünen eigentlich stehen.

howe Bad Laasphe.  Peter Honig redete sich in Rage. Der Grünen-Kommunalpolitiker aus Bad Laasphe ließ kein gutes Haar an Bürgermeister Dirk Terlinden. Der habe in seiner bisherigen Amtszeit nicht gezeigt, dass er sich für die Belange der Bürger und der Stadt einsetzen wolle. „Ich bin enttäuscht“, betonte Peter Honig bei der Vorstellung des neuen Parteibüros in der Königstraße. „Wir haben uns zu lange darauf konzentriert, gemeinsam für einen neuen Bürgermeister zu kämpfen.“ Leider seien dabei aber auch die grünen Inhalte zurückgestellt worden, weil man sich vehement gemeinsam mit CDU und FDP für den Wechsel eingesetzt habe. „Wir haben die Quittung dafür bekommen.“ Die Leute wüssten nicht mehr, wofür die Grünen eigentlich stehen.

„Es passiert nichts in Bad Laasphe“

Ob Klimawandel, Wald oder Flut: „Es passiert nichts in Bad Laasphe“, ärgerte sich Peter Honig. „Es kommt keine Reaktion aus der Verwaltung oder vom Bürgermeister. Ich habe ein Gespräch mit ihm geführt, aber seitdem habe ich nie etwas gehört von ihm wie Bienenschutz, Blühwiesen oder Wald.“ Ein anderes Thema: Das Bauen auf der grünen Wiese. „Wenn man immer weiter macht wie bisher, kann man nicht erwarten, dass sich etwas ändert“, so Peter Honig. Zuletzt habe er aus der Presse von Industriegebiet-Verlagerungen Richtung Niederlaasphe erfahren. Sogar hinter Kunst-Wittgenstein sei von Erweiterungsflächen die Rede. „Wir können doch nicht überall bauen und betonieren. Leuten, die sich für ihre Heimat einsetzen, wird der Planetenlehrpfad zugebaut“, schimpfte Peter Honig. „Ich komme mir in Bad Laasphe vor wie in Gallien.“ Alle wollten etwas erreichen, nur in Bad Laasphe sträube man sich dagegen. Karl-Ludwig Bade fügte hinzu, Wittgenstein habe doch damals mit dem Industriepark in Schameder alles richtig gemacht. „Das war richtungsweisend, damit nicht jeder irgendwo Flächen ausweist.“ Noch weiter mit der Industrie in die Lahnaue zu gehen, das sei „verrückt“, wie Anne Bade fand. „Ich erwarte vom Rathaus, von der Verwaltung, dass sie die Bürger mitnimmt und berät.“ Warum könne man nicht offensiv auf die Bürger zugehen und ihnen sagen, wie man etwas ändern könne, so Peter Honig.

Girkhausen ein gutes Vorbild

Auch Infos zu Müllgebühren, zu Blühwiesen oder anderen Dingen könne eine Stadt geben. „Dabei muss die Stadt selbst Vorbild sein. Aber es werden ja lieber die Rasenflächen an städtischen Gebäude und auf den Geländen abgemäht.“ Peter Honig nahm Girkhausen als jüngstes gutes Vorbild. Die Kirchengemeinde habe beschlossen, „dass alles blühen darf“. Peter Honig: „Da schäme ich mich immer für Bad Laasphe. Hinterm Haus des Gastes wird alles klein gemacht.“ Anne Bade erinnerte an das städtische Mähen in Feudingen. „Wir haben herrliche Magerwiesen, wenn man nach Feudingen reinkommt. Bei uns kann der Dorfeingang noch blühen. Aber dann kommt der Mäher.“ Und Peter Honig legte nach: „In der Wohlfühlstadt mit Mehrwert erwarten die Leute keinen englischen Rasen.“ Für wen die Flächen eigentlich alle abgemäht würden, wisse er nicht. Kurgäste gebe es keine und viele Leute bewunderten lieber den wilden Garten. Kritik übten die Grünen auch an Bürgermeister und Verwaltung, weil die in der Causa Hainberg (L 632) versagt hätten.

"Enttäuscht vom Bürgermeister"

Vor Baubeginn hätten die Grünen gefordert, die Öffentlichkeit zu beteiligen. Da sei nicht erfolgt, erinnerte sich Anne Bade. Danach sei es zur baulichen Panne gekommen. Die Grünen hätten erneut eine Baustellenbesichtigung beantragt, seien aber von der Stadt „ausgeladen“ worden. Und jetzt, wo Anwohner Manfred Kuhli in der Öffentlichkeit Druck gemacht habe, sei wieder kein Termin vor Ort anberaumt worden. „Dabei haben wir das im Umweltausschuss beschlossen.“ Vielmehr habe man von der Stadt die Nachricht erhalten, dass ein Behördentermin stattgefunden habe. Anne Bade: „Behördentermine mögen keine Menschen, die politisch denken.“ Und Karl-Ludwig Bade schiebt nach: „Das Bauamt macht genauso weiter wie bisher.“

Peter Honig hat inzwischen die Nase voll. „Ich bin wirklich enttäuscht von dem Bürgermeister.“ Bei ihm tauche nicht einmal das Wort Nachhaltigkeit auf. Er erwarte endlich mal ein Signal, dass die Stadt anders handele. „Aber wir sind ja in Bad Laasphe.“ In Sachen Mobilität und Verkehr könne man in der Verwaltung anfragen, wie man wolle. „Da heißt es immer nur, wir sind nicht zuständig. Da passiert nichts.“ Genauso wenig wie beim Thema Wald und Käferholz. „Die Stadt hat ihr Käferholz verkauft. Und das war es.“ Der Leiter des Regionalforstamts sei im Fachausschuss gewesen, und damit habe die Stadt ihre Schuldigkeit getan.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen