Saßmannshäuser ging nach Mahnung zur Kripo

Der Saßmannshäuser Alfred Keller ging nach einer Mahnung von den Internet-Abzockern nicht zur Bank, sondern zur Kripo - und das war gut so. Foto: jg
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jg Saßmannshausen. In der vergangenen Woche berichtete die Siegener Zeitung unter der Überschrift „Vorsicht vor Abzocke im Internet“ über die miesen Tricks von Betrügern, die im weltweiten Netz versuchen, Internet-Nutzer aufs Kreuz zu legen. Davor sind auch Wittgensteiner nicht gefeit. Allerdings hat sich der Saßmannshäuser Alfred Keller nicht davon ins Bockshorn jagen lassen, dass er am Jahresanfang Post bekam von der Premium Content GmbH aus Rödermark. Obwohl sich Alfred Keller überhaupt nicht erinnern konnte, dass er jemals etwas mit dieser Firma im Internet zu tun hatte und obwohl er niemals eine Rechnung von dem Unternehmen bekommen hatte, bekam er von dort eine Mahnung über 101 Euro. 96 Euro für den Jahreszugang zu Downloads.de und fünf Euro Mahngebühren. Der Wittgensteiner ging jedoch nicht zur Kasse, sondern stattdessen zur Berleburger Kripo - und erstattete dort Anzeige gegen die Premium Content.

Und dass das ein angemessenes Vorgehen war, das erkennt man, wenn man den Firmen-Namen selbst oder auch deren Internet-Angebot „My-Downloads.de“ in eine der üblichen Suchmaschinen eingibt. Da landet man zum Beispiel auf der Seite Verbraucherschutz.de. Und hier kommt die Firma gleich in zwei Hitparaden vor: Sowohl bei „am meisten aufgerufen“ als auch bei „am meisten beantwortet“ kommt das Thema „Warnung vor Premium Content GmbH und My-Downloads.de“ vor. Die Botschaften hier sind die gleichen wie im SZ-Artikel der vergangenen Woche. Damals hatte Monika Risken-Brozio als Leiterin der Siegener Verbraucherberatung folgenden Rat: „Auf keinen Fall zahlen und mit einem Musterbrief zur Abwehr einer unberechtigten Forderung reagieren.“ Der Musterbrief lässt sich auf der Internetseite der Verbraucherzentrale einsehen und downloaden. Wenn es dennoch weitergeht, lautete Monika Risken-Brozio nächster Rat: „Sollte ein offizieller Mahnbescheid eines Gerichtes kommen, dann muss innerhalb von zwei Wochen Widerspruch eingelegt werden.“ Ganz selten ließen es Abzockfirmen zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen. Diese unseriösen Unternehmen seien froh, „wenn jeder Zehnte zahlt“.

Insgesamt kann man die Opfer solcher Internet-Betrüger in zwei Gruppen einteilen. Dann sind die einen, die sich von schwer zu durchschauenden Angaben in die Irre führen lassen, und deshalb tatsächlich einen Vertrag mit dem Anbieter im Internet eingehen - allerdings unter der Annahme, dass sie einen kostenlosen Dienst in Anspruch nehmen. Die andere Gruppe streitet vehement ab, überhaupt mal etwas mit der Firma im Internet zu tun gehabt zu haben, genau wie Alfred Keller. Hört sich abenteuerlich an, aber die Leiterin der Siegener Verbauchschutzzentrale glaubt auch diesen Opfern. In einem neuerlichen Gespäch mit der Siegener Zeitung stellt sie klar: Bei ihr im Büro hätten auch schon Leute mit Rechnungen oder Mahnungen gesessen, die überhaupt keinen Computer gehabt hätten.

Endgültig abstellen könne man die Probleme mit Internet-Betrügereien nicht, die kriminelle Energie werde sich wohl immer ihren Weg bahnen, befürchtete Monika Risken-Brozio: „Da muss man einfach mit rechnen.“ Falsch sei es jedoch, deshalb dem Internet komplett abzuschwören. Natürlich könne man dort sehr wohl Verträge abschließen, aber der Verbraucher müsse einfach mehr wissen über Verträge und über seine eigenen Rechte. Und darum sei die Arbeit der Verbraucherzentralen wichtig - und sie sei sich zudem sicher, dass die Verbaucherschützer in Zukunft immer wichtiger würden. Dei Polizei gibt die offiziellen Zahlen von Anzeigen immer erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung heraus. Uwe Weinhold von der Pressestelle der Siegener Polizei sagte auf Anfrage der SZ, dass es aus dem Kreisgebiet in 2008 knapp 200 solcher Vorwürfe gegen Computer-Betrüger gegeben habe.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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