Schlauer geworden beim Loch-in-den-Stein-Bohren

Auch Lasse, Fynn und Moritz bastelten mit ihrer Mutter einen Steinzeitbohrer.

jg Banfe. Eigentlich ist ja das Loch-in-den-Bauch-Fragen eine Lieblingsbeschäftigung von wissbegierigen Kindern, aber in Banfe ging es stattdessen vorgestern um das Loch-in-den-Stein-Bohren. Trotzdem waren wissbegierige Kinder hundert Prozent richtig im Banfer Haus Emmaus, dort fand nämlich ein Steinzeit-Workshop statt. Im Rahmen der Veranstaltung sollte mit einfachsten Mitteln ein Steinbohrer gebastelt werden, den die Neandertaler oder die Familie Feuerstein in ihrem Werkzeugkasten gehabt hätte - wenn sie einen Werkzeugkasten gehabt hätte.

Der klar konzipierte Zweistunden-Bastelnachmittag ist ein alle zwei Monate wiederkehrendes Angebot der beiden Kirchengemeinden im Banfetal, die die Feudinger Diplom-Sozialpädagogin Claudia Hofheinz angestellt haben, damit diese Familienarbeit im kirchlichen Rahmen aber als offenes Angebot anbietet. Soll heißen, dass vorgestern nicht nur Fischelbacher und sonstige Banfetaler da waren, sondern auch Laaspher und Schwarzenauer. Angekündigt wird die Veranstaltung im Gemeindebrief und in der Zeitung, außerdem hat Claudia Hofheinz - erreichbar unter „hofheinzfeudingen@web.de“ - einen E-Mail-Verteiler, über den man sich stets auf dem neuesten Stand halten kann.

Ein gutes Dutzend Kinder war mit den entsprechenden Müttern da, obwohl sich das Angebot ausdrücklich auch an Väter richtet. Im direkten Vergleich mit den früheren Veranstaltungen sei das diesmal relativ wenig, so Claudia Hofheinz. Generell gebe es schon Stammkunden, aber auch immer wieder neue Leute, die vorbeikämen. Vielleicht sei diesmal wegen der Fußball-Weltmeisterschaft weniger Betrieb. Genau darauf hatten sich die Eltern-Kind-Kurse bei den vorhergehenden Workshops eingestellt. Einmal war ein Nagel-Tischfußball gebaut worden, das andere mal afrikanische Trommeln, die deutlich weniger nervtötend waren als Vuvuzelas. Weil jetzt die WM laufe, habe sie sich für dieses Mal ein ganz anderes Thema ausgesucht: eben den steinzeitlichen Steinbohrer.

Dass das Ganze mit Kindern funktionierte, hatte schon ihr Mann Timo Hofheinz - Lehrer an der Oberlahntaler Grundschule - bei einem Schulfest getestet. Und so konnte jetzt in Banfe gebastelt werden. Mit einfachen Ästen, Holzscheiten und Kordel - denn es ist Claudia Hofheinz wichtig, dass man nicht schon für die Bastelmaterialien ein Heidengeld ausgeben muss. Außerdem ist es ihr wichtig, dass die Kinder ruhig mit richtigem Werkzeug hantieren, gemeinsam mit den Eltern funktioniere das nämlich prima. Sie habe Mädchen und Jungens in der relativ großen Bandbreite zwischen drei und zwölf Jahren als Zielgruppe im Auge, bei diesem Anspruch müsse man sich schon Gedanken machen über die Angebote. Und von den Nachmittagen kann sich jedes Kind - außer dem guten Gefühl mit der Mama oder dem Papa etwas Tolles gemacht zu haben - auch noch immer etwas Greifbares mit nach Hause nehmen. Diesmal war es neben dem Steinbohrer eine Kette.

Nach einem geistlichen Impuls am Anfang hatten allen Kinder einen Stein aus der Ilse bekommen, genau in den wurde am Ende mit dem selbstgemachten Bohrer ein Loch gebohrt, so dass der Stein schließlich auf eine Kette gezogen werden konnte. Ach ja, wer so hart arbeitet, der bekommt Hunger. Auch dem wurde strikt steinzeitlich begegnet: Claudia Hofheinz hatte ein Rezept gefunden für in Johannisbeerblättern gebackene Küchlein aus Honig, Mandeln und Ei. Und wenn die Kinder die Süßigkeit erst mal aus dem Blättern gepult hatten, waren sie dem süßen Backergebnis sehr zufrieden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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