Soldaten zur IT-Aufrüstung

jg Bad Laasphe. Prinzipiell möchte die Stadt Bad Laasphe als Schulträger all ihre Schulen in IT-Fragen aufrüsten, wie Volker Kohlberger als zuständiger Amtsleiter jetzt erläuterte. IT - das steht für Informations-Technik und Telekommunikation. Genau darum ging es vorgestern Abend im Laaspher Schulausschuss. Schon für den Haushalt 2008 hatte die Feudinger Grundschule beantragt, dass man gern Geld für einen Computerraum hätte. Was ein bisschen währt, wird nun endlich gut.

Und zwar mit Hilfe der Bundeswehr. Das hört sich ein wenig verwirrend an, deshalb hier die Erläuterung. Das Berufsbildungszentrum der Industrie- und Handelskammer Siegen führt im Rahmen der zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung für Bundeswehr-Soldaten Umschulungen zum IT-Systemelektroniker in der Erndterbücker Hachenberg-Kaserne durch und ist im Rahmen dieser Lehrgänge an der praktischen Umsetzung der Theorie-Kenntnisse interessiert. Durch einen Kontakt zwischen Bundeswehr und Grundschule kam es im Frühjahr zu einem Gespräch zwischen allen Beteiligten. Danach erstellten die Bundeswehr-Umschüler für die Feudinger Schule Bestandsaufnahme und Planung zur IT-Modernisierung. Wobei Schulen kein unbekanntes Terrain sind, an der Allenbacher Grundschule war ein solcher Lehrgang angehender IT-Systemelektroniker bereits erfolgreich tätig.

Die Bestandsaufnahme der Lehrgangs-Teilnehmer brachte schwierige Zustände zum Vorschein, doch für knapp 29 000 Euro sei eine Grundversorgung, ein 20-Arbeitsplätze-Computerraum und eine ordentliche Verwaltungs-Ausstattung zu schaffen. Dank einer ansehnlicher Hardware-Spende aus dem Laaspher Rathaus, von wo es frisch ausgemusterte Bildschirme gab. Dafür werden in der Schule zwei von einander getrennte Netze für Verwaltung und Unterrichts-Betrieb geschaffen. Dem von der Stadtverwaltung vorgegebenen Kostenrahmen Rechnung tragend hatten die Lehrgangs-Teilnehmer erst mal Abstand genommen von einer Einbindung der Schulbücherei in dieses IT-Netzwerk sowie von einem Computer-Arbeitsplatz in jedem Klassenzimmer - auch wenn man das als sehr sinnvoll erachtet hätte. Das Ganze ist so günstig, weil in der Hauptsache Materialkosten entstehen, die eigentlichen Arbeiten werden zum allergrößten Teil von Soldatinnen und Soldaten des Lehrgang kostenlos ausgeführt. Für die Materialien werde mit Firmen vor Ort zusammengearbeitet, abschließend schaue sich noch eine Fachfirma das Ganze an.

Die Finanzierung stellte man sich im Rathaus so vor, dass Mittel aus der Schulpauschale für die Renovierung des Lehrezimmers und die Sanierung der Jalousien stattdessen für die IT-Aufrüstung eingesetzt werden. Das wären 20 000 Euro, weitere knapp 6000 Euro könnten aus der für die Feudinger Grundschule vorgesehenen Ausstattungpauschale genommen werden. Die offene Finanzierungslücke machte Volker Kohlberger keine Gedanken, man habe nämlich vom Förderverein der Schule ein Signal bekommen, dass sich auch dieser finanziell engagieren wolle.

Winfried Damm, als Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Ausschuss-Mitglied, wollte wissen, ob Wartung und Netzwerkbetreuung Teil des angestrebten Kooperationsvertrags zwischen Stadt, Schule und Berufsbildungszentrums seien, auch wenn das nicht ausdrücklich im Vertrag festgehalten sei: „Das wäre das Wichtigste.“ Das wurde seitens der Bundeswehr bejaht. Martin Achatzis besorgte Nachfrage, ob der Computerraum wirklich genutzt werde, konnte Schulleiterin Barbara Thomas nur bejahen. In den vergangenen Jahren habe sich das Feudinger Lehrekollegium „unglaublich verjüngt“. Und für die jungen Kollegen sei der Computer alltägliches Arbeitsgerät. Es freuten sich alle darauf, in der Schule künftig vernünftig mit den Kindern und den Computern arbeiten zu können. Man könne sich unter http://www.gs-feudingen.de auch gern einmal die Homepage der Schule im Internet anschauen. Einstimmig wurde daraufhin vom Schulausschuss der Kooperationsvertrag gebilligt, ohne weitere Beratung im Stadtrat kann das Projekt somit seinen weiteren Weg nehmen. Im Rathaus sieht man laut Beschlussvorlage diesen Schritt jedoch erst als Anfang an: „Aufgrund der Erkenntnisse und der Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sollte anschließend für alle städtischen Schulen eine Medienentwicklungs-Planung erarbeitete werden.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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