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Corona lässt Instrumente verstummen
Spielmannszüge zählen auf jeden einzelnen Aktiven

Im September 2020 probte der Laasphe-Niederlaaspher Spielmannszug zum vorletzten Male. Damals wurde unter freiem Himmel mit Abstands- und Hygienekonzept gespielt.
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  • Im September 2020 probte der Laasphe-Niederlaaspher Spielmannszug zum vorletzten Male. Damals wurde unter freiem Himmel mit Abstands- und Hygienekonzept gespielt.
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howe Bad Laasphe. Wenn es mal wieder losgehen sollte mit Festen, Feiern und Veranstaltungen, stehen die Musikzüge – wie Chöre oder Gesangvereine auch – vor einem Problem. Denn anderthalb, vielleicht zwei Jahre, konnten die Musiker nicht proben. Die Pandemie hat die Instrumente verstummen lassen. Bis das Repertoire wieder aufgefrischt wäre, müsste kräftig geübt werden. „Wie das wird, wenn wir wieder anfangen?“, fragt Willi Dürr von der Spielmannszug-Spielgemeinschaft Bad Laasphe-Niederlaasphe. „Wir haben ein Repertoire, das intensiv geprobt werden muss. Aber wir müssen damit rechnen, dass nach so langer Zeit der eine oder andere nicht mehr wiederkommt.“ Sein Spielmannszug-Kollege Hans-Armin Kohlberger kann ihm da nur beipflichten. „Wir müssen optimistisch bleiben.

howe Bad Laasphe. Wenn es mal wieder losgehen sollte mit Festen, Feiern und Veranstaltungen, stehen die Musikzüge – wie Chöre oder Gesangvereine auch – vor einem Problem. Denn anderthalb, vielleicht zwei Jahre, konnten die Musiker nicht proben. Die Pandemie hat die Instrumente verstummen lassen. Bis das Repertoire wieder aufgefrischt wäre, müsste kräftig geübt werden. „Wie das wird, wenn wir wieder anfangen?“, fragt Willi Dürr von der Spielmannszug-Spielgemeinschaft Bad Laasphe-Niederlaasphe. „Wir haben ein Repertoire, das intensiv geprobt werden muss. Aber wir müssen damit rechnen, dass nach so langer Zeit der eine oder andere nicht mehr wiederkommt.“ Sein Spielmannszug-Kollege Hans-Armin Kohlberger kann ihm da nur beipflichten. „Wir müssen optimistisch bleiben.“ Zusammengeschlossen hatten sich die Spielmannszüge aus Bad Laasphe und Niederlaasphe seinerzeit – auch, um der demografischen Entwicklung und dem Nachwuchsmangel zu begegnen.

Spielmannszüge sind auf Corona-Impfungen angewiesen

Die Spielgemeinschaft entwickelte sich hervorragend, zählt heute 30 Aktive. Mit der Corona-Krise kam die nächste Herausforderung. „Wenn es wieder losgeht, brauchen wir alle Leute, besonders die Jungen“, appelliert Willi Dürr an seine Musiker. „Wir müssen unsere Leute wieder ins Boot bekommen. Ich hoffe, dass man sich wieder danach sehnt, zu spielen.“ Fakt ist leider: „Mit Corona sind wir aus dem Tritt gekommen, wie es uns in unserem Leben noch nie passiert ist“, konstatiert der 73-jährige Willi Dürr. Letztlich, das wissen die Männer an der Spitze der Spielmannszug-Spielgemeinschaft, müsse man mit den ersten Auftritten nach Corona warten, bis auch die Jüngeren geimpft sind. „Vorher brauchen wir nicht proben. Wir können ja nicht mit dem einen Teil starten und der andere kann nichts machen“, erläutert Hans-Armin Kohlberger.

Willi Dürr (l.) und Hans-Armin Kohlberger leiten die Spielmannszug-Spielgemeinschaft Bad Laasphe-Niederlaasphe.
  • Willi Dürr (l.) und Hans-Armin Kohlberger leiten die Spielmannszug-Spielgemeinschaft Bad Laasphe-Niederlaasphe.
  • Foto: Holger Weber
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Gerade einmal drei Proben konnten die Spielmannszüge in 2020 durchführen – unter strengen Corona-Auflagen, versteht sich. Am 1. August trafen sich die Musiker unter freiem Himmel auf dem Wallacheier Festplatz bei bester Witterung. „Das war eine tolle Geschichte“, schwärmt Hans-Armin Kohlberger. Im September kam man auf dem Laaspher Schützenplatz zum Musizieren zusammen. „Alles war von der Stadt genehmigt. Mit einem abgestimmten Hygienekonzept.“
Auch die dritte Probe am 9. Oktober in der Grundschulturnhalle funktionierte sehr gut. Wobei das Üben in der Pandemie in geschlossenen Räumen durchaus grenzwertig erscheint. „Es geht um das Thema Aerosole“, weiß Willi Dürr. „Das ist eine der Hauptinfektionsquellen und betrifft uns maßgeblich“ – etwa, wenn die Flötisten spielen. „Seit der letzten Probe ruhen alle Aktivitäten des Vereins“, so Hans-Armin Kohlberger.

Den Spielmannszügen könnten Musiker abspringen

Auf jeden Fall wird es Zeit, dass es wieder losgeht. Denn je länger die Pandemie noch dauert, umso mehr besteht die Gefahr, dass Musiker abspringen. „Wir haben in Niederlaasphe einige ältere dabei“, so Hans-Armin Kohlberger, der selbst 72 Jahre alt ist. „Die hören irgendwann aus Altersgründen auf. Das hat aber nichts mit Corona zu tun.“ Zwei Sterbefälle habe man auch zu beklagen gehabt. Und die Nachwuchssuche? „Das ist ein generelles Problem. Die Jugend ist bei den Spielleuten nur sehr zögerlich vertreten“, stellt Willi Dürr fest. Womit vielen Spielmannszügen das nächste Problem ins Haus steht: „Wir haben uns zusammengeschlossen, weil beide allein nicht zukunftsfähig gewesen wären.“

Die Corona-Zeit habe dazu geführt, dass der ein oder andere eben nicht so fleißig allein zuhause geprobt habe. Schließlich, so Willi Dürr, „ist Spielmannszug Hobby und Spaß.“ Allein mache das keine Freude. Hinzu kommt: Es fehlt den Leuten die Geselligkeit. Spielmannszug – das ist auch das Miteinander nach einem gelungenen Auftritt auf einem schönen Fest.

Dennoch verbreiten Willi Dürr und Hans-Armin Kohlberger Optimismus. Irgendwann, sagen sie, gehe es auch wieder weiter. Aktuell bleibt ihnen nur das Kontakthalten. „Wir stehen in ständiger Verbindung“, so Willi Dürr. Über die Whatsapp-Gruppen gebe es entweder formale Informationen oder auch den ein oder anderen Spaß. „Ich halte das für ganz wichtig, dass wir miteinander in Kontakt bleiben“, sagt Willi Dürr.

Im September 2020 probte der Laasphe-Niederlaaspher Spielmannszug zum vorletzten Male. Damals wurde unter freiem Himmel mit Abstands- und Hygienekonzept gespielt.
Willi Dürr (l.) und Hans-Armin Kohlberger leiten die Spielmannszug-Spielgemeinschaft Bad Laasphe-Niederlaasphe.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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