Springen, fliegen, drehen, gleiten

Der Weider Michael Althaus ging bei der Snowboard-DM an den Start und wurde Siebter

BW Weide. »Chill-and-Destroy« klingt schon irgendwie komisch. Nein, nicht weil es Englisch ist, sondern weil die beiden Begriffe gegensätzlicher nicht sein könnten: chill bedeutet schließlich so viel wie entspannen und destroy ins Deutsche übersetzt nichts anderes als vernichten, verwüsten und zerstören. »Chill-and-Destroy« ist allerdings vielmehr der etwas martialische Titel für die Deutschen Meisterschaften im überaus kunstvollen Snowboarding – das Kind braucht ja schließlich einen Namen. Mit Entspannen oder Zerstören hat diese Sportart eigentlich nur sehr wenig zu tun, »Slopestyle« – so der Name der Sportart – besteht aus Sprüngen, Drehern sowie Gleiten. Erst im gerade zurückliegenden Winter begann Michael Althaus vom SC Rückershausen mit diesem Sport und schaffte prompt die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft an der Zugspitze, wo er am Samstag immerhin den sehr guten siebten Platz erreichte. Ein Sieg vor der eigenen Tür in Neuastenberg beim Auftakt dieser »Chill-and-Destroy«-Tour, die durch Deutschland, Österreich und die Schweiz ging, brachte dem 13-Jährigen aus Weide schon die Qualifikation für den Endlauf im Wintersportmekka Garmisch-Partenkirchen. »Nur die Sieger der Vorrennen qualifizierten sich für das Meisterschaftsfinale«, erklärte sein Vater Gerd der Siegener Zeitung nach der Rückkehr der Familie Althaus von der Zugspitze.

Mit den besten Snowboard-Slopestylern seiner Altersklasse konnte sich Michael Althaus also messen, allerdings mit etwas ungleichen Voraussetzungen, denn er war der einzige unter den Siegern der Vorkämpfe, der keinen eigenen Trainer hat. Insofern ist sein siebter Rang in der Klasse U15 noch etwas höher zu bewerten. Und wenn dann noch das Wissen hinzu kommt, dass Michael Althaus ja erst mit diesem Sport angefangen hat, ist seine Leistung herausragend einzuschätzen.

Beim Endkampf in Garmisch-Partenkirchen hatte der junge Weider in zwei Durchgängen und jeweils eine halbe Stunde lang Zeit, seine Sprünge im Funpark zu zeigen. Eine Jury bewertete die Figuren und Flüge der Starter. Über 15 Meter hohe Schanzen fuhr Michael Althaus und in den Sprüngen muss ein Slopestyler halbe oder ganze Drehungen zeigen und dabei an die Spitze oder an das Ende seines Snowboards fassen – und das alles natürlich möglichst ohne Sturz.

»Slopestyle macht mir mehr Spaß als alpines Snowboarden«, meinte der Schüler der Laaspher Hauptschule beim Besuch der SZ. Dabei ist er ja nicht nur im Slopestyle erfolgreich, sondern erreichte bei der Westdeutschen Meisterschaft auf dem alpinen Snowboard den dritten Platz. Im Training konzentriert er sich indes aufs Slopestyling, zwei bis drei Mal pro Woche übte er im Winter die Sprünge und Figuren im Parcours von Neuastenberg. So dürfte nach der überaus erfolgreichen ersten Saison feststehen, dass Michael Althaus auch im kommenden Winter weiterhin mit seinem Snowboard über Schanzen springt, über Hindernisse gleitet und sich in der Luft dreht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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