Schule bietet Rassisten die Stirn
Städtisches Gymnasium erhält Siegel

Schulleiterin Corie Hahn, Karsten
Burkardt vom Kreis, Schülervertreter Tjark Fischer und der stellv. Schulleiter Steffen Roth freuen sich über das neue Siegel.
  • Schulleiterin Corie Hahn, Karsten
    Burkardt vom Kreis, Schülervertreter Tjark Fischer und der stellv. Schulleiter Steffen Roth freuen sich über das neue Siegel.
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howe Bad Laasphe. Das klingt so selbstverständlich, eine Schule ohne Rassismus zu sein. „Doch ganz so einfach ist das nicht“, stellte Tjark Fischer, Schülervertreter des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe, am Montag bei der offiziellen Siegelverleihung fest. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ steht auf dem Schild, das vorne am Eingangsbereich der Schule montiert werden soll. Dahinter steckt freilich mehr. „Nur ein kleiner Teil Rassismus kommt von Rechtsradikalen“, formulierte Tjark Fischer.

„Das Siegel ist erst der Anfang“

Der größere Teil kommt von einem Großteil der Bevölkerung. Die 500 Schüler des Städtischen Gymnasiums durften wählen. Auf ihren Stimmzetteln kreuzten sie zu 95 Prozent an, den künftigen Schultitel mittragen zu wollen. Das erfreuliche Ergebnis des Schülervotums bekam am Montag beim Pressegespräch auch Schirmherr Dr. Peter Liese, der heimische Europaabgeordnete, per zugeschalteter Videokonferenz mit. Tjark Fischer beschrieb die künftig verpflichtenden Aufgaben seiner Schule: Veranstaltungen und Projekttage zum Thema durchführen, sich gegen Gewalt und Diskriminierung zu stellen und weiter aktiv zu sein. „Das Siegel ist erst der Anfang“, betonte Tjark Fischer und forderte von seinen Mitschülern ein „Klima der gegenseitigen Achtung“ ein.

Dr. Peter Liese dankte allen, die sich engagiert haben. Er versprach, demnächst auch das Städtische Gymnasium persönlich zu besuchen. Die Auszeichnung basiere auf der Europäischen Charta der Grundrechte, speziell auf den Artikel 21. „Das ist die ethische Leitschnur für alles in Europa“, so Dr. Peter Liese. „Die Basis unseres Handelns.“ Aktuell zeigten die jüngsten rassistischen Beleidigungen ungarischer Fans gegenüber französischen und portugiesischen Spielern, wie nah das Thema sei. Zum Glück habe die Pluralität im DFB anklang gefunden.

Keine Chance für Rassismus und Diskriminierung

Schüler seien Kinder. Da sei es ganz besonders wichtig, dass sie keinem Rassismus ausgesetzt seien, betonte der Europapolitiker. Er finde es gut, dass die Schüler den Mut hätten, dem Rassismus entgegenzutreten – nach dem Vorbild von Sophie Scholl, die damals von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Schulleiterin Corie Hahn zeigte sich begeistert von dem Engagement ihrer Schüler. Für uns ist das unsagbar wichtig, dass sich unsere Schüler mit dem Thema auseinandersetzen.“ Für alle solle das Schild am Eingang als Signal und Mahnung zugleich dienen. „Wir geben diesen Dingen wie Rassismus, Diskriminierung oder Mobbing keinen Raum.“ Vielmehr ergehe die Aufforderung an alle, an der Schule respektvoll miteinander umzugehen, erläuterte die Schulleiterin.

Karsten Burkardt überreichte als Regionalkoordinator des Kreises Siegen-Wittgenstein die Urkunde für das Städtische Gymnasium Bad Laasphe. „Das ist seit langem meine erste Zertifizierungsveranstaltung“, verriet er. „Wegen Corona.“ In heutigen Zeiten, in denen Alltagsrassismus wieder salonfähig werde, sei die Initiative der Schüler besonders mutig. „Die Schule setzt ein Zeichen.“ Einerseits biete man bekennenden Nazis die Stirn, andererseits aber auch allen anderen in der Gesellschaft, die sich rassistisch äußerten oder verhielten. 3000 Schulen haben sich in Deutschland dem Netzwerk bereits angeschlossen. Im Kreis Siegen-Wittgenstein sind es rund 20.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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