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Fohlen gerissen
Streunt der Wolf Richtung Banfetal?

Dass der Wolf in Wittgenstein gesichtet wurde, hat die Siegener Zeitung zuletzt in 2017 vermeldet. Aktuell soll er im hessischen Wiesenbach sein Unwesen getrieben haben. Wenn das stimmt, ist er der Landesgrenze zu NRW und somit zu Wittgenstein ganz nahe gekommen.
  • Dass der Wolf in Wittgenstein gesichtet wurde, hat die Siegener Zeitung zuletzt in 2017 vermeldet. Aktuell soll er im hessischen Wiesenbach sein Unwesen getrieben haben. Wenn das stimmt, ist er der Landesgrenze zu NRW und somit zu Wittgenstein ganz nahe gekommen.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

howe Wiesenbach. Auf der Internetseite des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie ist der Fall in Auftrag gegeben: Unter „Verdachtsfälle 2021“ ist auch das im Breidenbacher Ortsteil Wiesenbach vor wenigen Tagen gerissene Fohlen aufgeführt: „genetische Analyse wird beauftragt“, heißt es dort. Konkret geht es um die Wolfsgenetik, denn was sich auf dem Grundstück neben dem Wiesenbacher Friedhof zugetragen hat, lässt wenigstens auf ein Raubtier schließen.
Untersuchung durch Plastikfolie erschwert
Das frisch geborene Fohlen der Pferdezüchter wies deutliche Bissspuren auf und wurde klassisch gerissen. Die Nachgeburt wurde aufgefressen, das Jungtier von scharfen Zähnen regelrecht zerfetzt.

howe Wiesenbach. Auf der Internetseite des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie ist der Fall in Auftrag gegeben: Unter „Verdachtsfälle 2021“ ist auch das im Breidenbacher Ortsteil Wiesenbach vor wenigen Tagen gerissene Fohlen aufgeführt: „genetische Analyse wird beauftragt“, heißt es dort. Konkret geht es um die Wolfsgenetik, denn was sich auf dem Grundstück neben dem Wiesenbacher Friedhof zugetragen hat, lässt wenigstens auf ein Raubtier schließen.

Untersuchung durch Plastikfolie erschwert

Das frisch geborene Fohlen der Pferdezüchter wies deutliche Bissspuren auf und wurde klassisch gerissen. Die Nachgeburt wurde aufgefressen, das Jungtier von scharfen Zähnen regelrecht zerfetzt. „Das war kein schöner Anblick“, berichtete die Züchterin, die auf jeden Fall von einem „Raubtier“ ausgeht. Problem: In den nächsten Wochen erwarten die Stuten der Züchterfamilie weiteren Nachwuchs. Die Geburt von sieben Fohlen wird erwartet, da dürfte die offene Fläche inzwischen wohl zu gefährlich sein. Wie die Siegener Zeitung erfuhr, meldete der „Wolf-Monitor-Hessen“ den Fall – eine hessenweite Gruppe, die sich um solche Verdachtsfälle kümmert. Einer ersten Einschätzung zufolge, müsse es sich bei dem Rissbild um einen Wolf handeln, heißt es. Derweil hatte eine Wolfsberaterin des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie das tote Fohlen in Augenschein genommen und eine Probe für eine Gen-Analyse entnommen. Überdies soll das Fohlen – wie der Hinterländer Anzeiger berichtet – im Landesbetrieb hessische Landeslabore in Gießen pathologisch untersucht werden. Wobei die Fachleute bereits relativieren, dass der Kadaver des Tieres in eine Folie einpackt worden sei und sich somit eine unklare Spurenlage ergeben könne.

Mehrere Sichtungen

Der mögliche „Wolfsfall“ in Wiesenbach lässt natürlich im benachbarten Wittgenstein aufhorchen. Bislang hatte es in 2017 die letzten und sicher spektakulärsten Meldungen von Wolfssichtungen gegeben – und zwar kurz hintereinander. Erst war es ein Landwirt, der zwischen Diedenshausen und Alertshausen das Handy zückte und gemächlich ein Video aufnahm, während ein Wolf durch die Gegend schlich. Der Landwirt war sich damals im SZ-Gespräch sicher, dass es sich bei dem Vierbeiner nicht um einen Hund gehandelt habe, sondern um einen Wolf. Allerdings: Wegen der Qualität seiner Aufnahmen konnten nur Mutmaßungen angestellt werden. Für die nötige Spurensicherung seitens der Wolfsberater war es da leider schon zu spät. Kurz darauf meldete sich eine Spaziergängerin aus Wemlighausen, die am Haingraben an der Kreisstraße 44 einem Wolf begegnet war. Sie sei sich sicher, so die Frau, dass es sich nicht um einen Hund gehandelt habe. „Schon allein aufgrund der Größe des Tieres“, sagte die Wemlighäuserin. Zuerst sei das Tier über die Wiese gelaufen, habe die Straße überquert und sei schließlich wieder im Wald verschwunden. „Dabei hat er ziemlich stark gehechelt“, erinnerte sie sich.

Keine Meldungen für 2021

Bis heute sind keine weiteren Wolfsmeldungen mehr bei den zuständigen Behörden eingegangen. Dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie liegen für 2021 keine Meldungen vor, auch im Kreis Siegen-Wittgenstein hat es offenbar in jüngster Zeit keine Meldungen mehr gegeben. Dazu Kreis-Pressesprecher Torsten Manges auf SZ-Anfrage: „Die Untere Naturschutzbehörde hat keinerlei Erkenntnisse über Wolfsvorkommen in Siegen-Wittgenstein. Eine Nachfrage bei der Biostation hat auch keine anderen Erkenntnisse erbracht.“ Bestätigt wird die Aussage auch durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, das ein Wolfsmanagement eingerichtet hat. Auf der Internetseite des Landesamts wird eine aktuelle Liste mit Wolfsmeldungen geführt, in jüngster Zeit ist dort nichts vermerkt. Das Hessische Umweltamt jedenfalls will noch in dieser Woche das Ergebnis der Gen-Analyse vorlegen. Dann steht fest, ob das neugeborene Fohlen in Wiesenbach von einem Wolf getötet wurde oder nicht.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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