Verbesserte Auftragslage wegen Lockerungen
Taxi-Geschäft rollt langsam an

Das Taxi-Unternehmen Spies aus Weidenhausen hatte bereits während des ersten Lockdowns im März 2020 Trennwände aus Plexiglas in den Innenräumen der Fahrzeugen installiert. Die Schutzmaßnahme soll künftig weiter beibehalten werden.
  • Das Taxi-Unternehmen Spies aus Weidenhausen hatte bereits während des ersten Lockdowns im März 2020 Trennwände aus Plexiglas in den Innenräumen der Fahrzeugen installiert. Die Schutzmaßnahme soll künftig weiter beibehalten werden.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

ako Bad Laasphe/Weidenhausen. Fahrten zu Veranstaltungen und Partys, Touristen am Bahnhof, reisende Geschäftsleute oder Nachtfahrten: Was normalerweise zum Geschäftsalltag von Taxi-Fahrern gehört, fiel bis vor Kurzem weitestgehend weg. Die Unternehmer leiden seit März 2020 unter den Folgen der Corona-Krise. Die mit den Verordnungen verbundenen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens haben zu spürbaren Umsatzverlusten geführt.

„Natürlich sind wir finanziell betroffen“, sagte Kerstin Spies im April vergangenen Jahres. Die Inhaberin des gleichnamigen Taxi-Unternehmens in Weidenhausen machte damals im Gespräch mit der SZ darauf aufmerksam, dass sich die Pandemie nicht nur im täglichen Bargeschäft deutlich bemerkbar gemacht hat. Mit Beginn des ab Mitte März über mehrere Wochen anhaltenden Lockdowns musste ihr Unternehmen auch einen großen Einbruch im Schülerverkehr hinnehmen: „Dieser gehört zu den planbaren Fahrten und fällt jetzt komplett weg“, betonte die Geschäftsführerin im vergangenen Frühjahr.

"Das Nachtgeschäft
rentiert sich noch nicht.
Wir nehmen aber Vorbestellungen an."

Ulrike Rothenpieler
Taxi-Ropi

Weil das öffentliche Leben zu diesem Zeitpunkt nahezu stillstand, war die Nachfrage nach Taxifahrten von einem auf den anderen Tag „rapide“ eingebrochen. Bis zum 15. März 2020 hatte Taxi-Spies noch einen „normalen Umsatz“ gemacht. Doch ab dem 16. März – dem Tag an dem die Schulen geschlossen wurden – registrierte das Unternehmen immer weniger Aufträge. In einer vergleichbaren Situation befand sich im vergangenen Frühjahr auch Taxi-Ropi. Der Taxi- und Mietwagen-Service in Bad Laasphe hatte im Tagesgeschäft sowie im Schülerverkehr mit Beginn des harten Lockdowns einen enormen Umsatzeinbruch eingebüßt. Das Nachtgeschäft hatte Geschäftsführerin Ulrike Rothenpieler damals sogar komplett einstellen müssen: „Ab 20 Uhr abends fahren wir nicht mehr. Es hat ja alles zu. Finanziell lohnt sich das nicht.“

Durch Lockerungen läuft auch Tagesgeschäft an

Und was ist draus geworden? Mehr als ein Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie in Deutschland hat sich die Auftragslage für die beiden Wittgensteiner Taxi-Anbieter etwas gebessert. Der Schülerverkehr, der einen großen Teil des Gesamtumsatzes ausmacht, läuft seit Kurzem wieder. Und weil mit den neuen Lockerungen das gesellschaftliche Leben allmählich an Fahrt aufnimmt, rollt gleichermaßen auch das Tagesgeschäft langsam an: „Wir müssen jetzt gucken, wie es sich entwickelt“, sagte Ulrike Rothenpieler mit dem Verweis auf die Inzidenzzahlen.

Positiv: Die Inhaberin von Taxi-Ropi hat trotz Corona-Krise alle ihre 14 Mitarbeiter halten können. Vor einigen Wochen hatte die Geschäftsführerin zudem ihren Fuhrpark um ein weiteres Fahrzeug erweitert. Und das obwohl das Unternehmen aus Bad Laasphe, das es bereits seit 22 Jahren gibt, in 2020 einen Umsatzverlust eingefahren hat: „Es hält sich aber noch im Rahmen“, betonte Ulrike Rothenpieler, die im Geschäftsjahr 2021 bereits „sehr gute“ Monate verbuchen konnte. Bei den Nachtfahrten hat sich der Geschäftsführerin zufolge aber bislang nichts geändert: „Das Nachtgeschäft rentiert sich noch nicht. Wir nehmen aber Vorbestellungen an.“

Trotz Corona keine Entlassungen

Bei Taxi-Spies in Weidenhausen laufe das Bargeschäft gegenwärtig wieder besser als im vergangenen Jahr, „aber noch sind viele Leute zurückhaltend“, konstatierte Inhaberin Kerstin Spies. Sie hatte im Geschäftsjahr 2020 für einige Monate Kurzarbeitergeld beantragt. „Trotz Corona musste aber niemand entlassen werden.“

Weil das gesellschaftliche Nachtleben in der Region noch sehr eingeschränkt ist, laufe das Geschäft mit den Nachtfahrten dementsprechend „nur sehr schleppend“, so Kerstin Spies, die sich mit Blick auf die kommenden Monate verhaltend optimistisch gab: „Ich denke, private Treffen werden mit weiteren Lockerungen zunehmen.“ Die Geschäftsführerin gehe deshalb davon aus, dass sich das Nachtgeschäft künftig wieder normalisieren werde. Allerdings sind bereits große Veranstaltungen wie das Stünzelfest und alle traditionellen Schützenfeste abgesagt worden. Das hat laut Kerstin Spies „gravierende Auswirkungen“ auf das Taxi-Geschäft.

Plexiglas auch weiter als Schutz

In allen Fahrzeugen hatte Kerstin Spies bereits im ersten Lockdown „zum Schutz aller“ Plexiglas anbringen lassen – eine Maßnahme, die auch weiterhin beibehalten werden soll.

Autor:

Alexander Kollek

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