„Wind Day“ der Wittgenstein New Energy
Thema „Bad Laasphe“ für Prinz Wittgenstein erledigt

Prinz Karl Wittgenstein, sein Vater Ludwig Ferdinand, Katrin Tomski und Cliff Reppel (v. l.) freuten sich über die Eröffnung zweier Windkraftanlagen. Foto: Holger Weber
  • Prinz Karl Wittgenstein, sein Vater Ludwig Ferdinand, Katrin Tomski und Cliff Reppel (v. l.) freuten sich über die Eröffnung zweier Windkraftanlagen. Foto: Holger Weber
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howe Bad Laasphe/Hesselbach. Es war ein Dankeschön an alle Beteiligten, an Investoren, Unternehmer, Geschäftspartner, an die Banken und das Bauunternehmen, an alle Windkraftfreunde und die Behörden, die den Greyhouse-Windpark – sozusagen auf der Spitze am Armen Mann bei Hesselbach – unterstützt und möglich gemacht haben. Zum „Wind Day“ der Wittgenstein New Energy Holding (WNE) hatte das Team um den geschäftsführenden Gesellschafter Ludwig Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg ganz groß aufgefahren: Es gab leckeres Essen, freundliche Bedienungen, reichlich Getränke und Geschenke. Die Gäste wurde verwöhnt und durften es sich mal richtig gut gehen lassen.

Doch ein Stückweit diente der Tag der offiziellen Einweihung der beiden rund zehn Mill. Euro teuren Windkraftanlagen der Greyhouse Energy auch der Abrechnung. Sowohl mit der Nachbargemeinde Breidenbach, die aktuell das Windrad Nr. 11 der WNE-Tochter Boxbach Energy verhindert, als auch mit dem Bürgermeister der Stadt Bad Laasphe, Dr. Torsten Spillmann, gingen die Verantwortlichen hart ins Gericht. „Ein neues Projekt, angrenzend an unseren ersten Windpark, wird vom Bürgermeister blockiert“, verriet Prinz Wittgenstein. Die Windkraftanlage würde von der Auerbach Energy auf einer sogenannten Exklave errichtet, allerdings werde dafür das Gelände der Stadt benötigt. Die Politik sei eingebunden, formulierte Prinz Wittgenstein, doch der Bürgermeister erkläre, es müsse erst der Flächennutzungsplan auf den Weg gebracht werden. Derweil haben auch die Schwierigkeiten zugenommen. Der Windkraft würde immer mehr entgegengetreten. „Allein die Tiere, die wir kartieren, das ist Wahnsinn.“

Die Kartierung der Schnepfe für das Auerbach-Projekt habe vier Monate gekostet. 300 Meter dürfe die Schnepfe nicht um den Standort herum brüten. „Aber im Herbst darf der Vogel geschossen werden,“ schüttelte Prinz Wittgenstein mit dem Kopf. Seit zweieinhalb Jahren warte die WNE nun auf die Genehmigung der Auerbach-Anlage. „Es hakt am Einvernehmen des Bürgermeisters.“ Und weiter: „Ich denke, die nächsten drei bis vier Jahre haben wir das immer noch nicht fertig.“ Prinz Wittgenstein deutlich: „60 weitere Anlagen haben wir in der Planung, auch überregional. Ich schaue nicht mehr hierher nach Laasphe“, so der Geschäftsführer verärgert. In der Pipeline stehen auch weitere Projekte. Mit den vier Anlagen am Benfer Rücken kommt die WNE ebenso wenig voran wie mit Anlage Nummer 11 der Boxbach Energy auf dem Gebiet der Gemeinde Breidenbach. In der täglichen Projektierungsarbeit sei eine Verhinderungspolitik festzustellen, wie in der Nachbargemeinde Breidenbach. Im Genehmigungsverfahren würden hier Diskussionen geführt, dass man teilweise nicht mehr der Meinung sein könne, so Projektverantwortlicher Cliff Reppel, mit erwachsenen Amtsvertretern zu tun zu haben. „Ein Verhalten, das abfärbe und leider nicht vor der hier gleich neben uns verlaufenden Landesgrenze in den Rathäusern Halt macht.“

Aber: „Wir rufen den Klimaleugnern an dieser Stelle zu, dass man uns nicht mürbe machen kann, denn wir sind von unserer Arbeit überzeugt.“ Das Genehmigungsverfahren der beiden Greyhouse-Anlagen sei im Januar 2015 an den Start gegangen und sei in 23 Monaten durchgegangen. Nach der Freistellung des Fichtenforsts habe man darauf im März 2017 mit dem notwendigen Erdbau begonnen. „Alle Arbeiten sind wertschöpfend an heimische Unternehmen gegangen“, so Cliff Reppel. Die allermeisten saßen am Donnerstag mit im Festzelt. Die zwei Vestas-V 126-Anlagen mit einer Leistung von je 3,3 MW haben eine Nabenhöhe von 137 Meter und verfügen über einen Rotor-Durchmesser von 126 Meter. Im September 2017 gingen die beiden Anlagen ans Netz. Die Gäste des „Wind Day“ konnten im Zelt dem Team der WNE-Gruppe Fragen zum Thema Windkraft stellen, die Anlagen besichtigen, für den Bau benötigte Maschinen sehen und mit den Förstern der Forstverwaltung Ditzrod über den Klimawandel und seine „längst erkennbaren Auswirkungen auf unsere Wälder sprechen“, wie Managing Director Karl Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg erläuterte.

Durch den Bau dieser Windenergieanlagen würden 12.600 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. „Soviel CO2, wie ein Schulbus ausstößt, wenn er 11.250 Mal um die Erde fährt (585 Mal die Distanz Erde-Mond).“ Die beiden Windenergieanlagen versorgen 8000 Haushalte pro Jahr mit Strom. Die Energie, die für die Herstellung, den Transport, den Aufbau, den Betrieb, für den Abbau sowie für das Recycling benötigt werde, sei bereits nach ungefähr sechs Monaten wieder eingespielt. Für die restlichen 19,5 Jahre produzierten die beiden Anlagen absolut sauberen Strom.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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