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Baumfällung für Sicherheit
Umsichtiges Handeln erforderlich

Der Fällkran kann Bäume mit einem Abstand von bis zu 23 Metern fällen. Am Dienstag stand er auf der Bundesstraße 62 zwischen Bad Laasphe und Niederlaasphe, um Gewächse entlang der Zuggleise zu beseitigen.
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  • Der Fällkran kann Bäume mit einem Abstand von bis zu 23 Metern fällen. Am Dienstag stand er auf der Bundesstraße 62 zwischen Bad Laasphe und Niederlaasphe, um Gewächse entlang der Zuggleise zu beseitigen.
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tika Niederlaasphe. Mit schwerem Gerät rückt der Landesbetrieb Straßenbau NRW am Dienstagmorgen an. Die Bahnstrecke zwischen Bad Laasphe und Niederlaasphe ist gesperrt. „Wir wollten die Gunst der Stunde nutzen“, erzählt Wolfgang Hofmann, während sich wenige Schritte weiter der große Fällkran positioniert. Das Gerät soll einige große Bäume fällen. Bäume die der Baumkontrolleur gemeinsam mit seinem Kollegen Karl-Heinz Born untersucht hat – und die die Prüfung auf Standsicherheit nicht bestanden haben. Die Bundesstraße 62 ist an diesem Morgen in Fahrtrichtung Niederlaasphe direkt hinter dem Kreisverkehr halbseitig gesperrt. Eine mobile Ampelanlage regelt den Verkehr, in beiden Fahrtrichtungen entstehen immer wieder Rückstaus.

tika Niederlaasphe. Mit schwerem Gerät rückt der Landesbetrieb Straßenbau NRW am Dienstagmorgen an. Die Bahnstrecke zwischen Bad Laasphe und Niederlaasphe ist gesperrt. „Wir wollten die Gunst der Stunde nutzen“, erzählt Wolfgang Hofmann, während sich wenige Schritte weiter der große Fällkran positioniert. Das Gerät soll einige große Bäume fällen. Bäume die der Baumkontrolleur gemeinsam mit seinem Kollegen Karl-Heinz Born untersucht hat – und die die Prüfung auf Standsicherheit nicht bestanden haben. Die Bundesstraße 62 ist an diesem Morgen in Fahrtrichtung Niederlaasphe direkt hinter dem Kreisverkehr halbseitig gesperrt. Eine mobile Ampelanlage regelt den Verkehr, in beiden Fahrtrichtungen entstehen immer wieder Rückstaus.

Gerade im Berufsverkehr ist das Verkehrsaufkommen besonders hoch, doch Sicherheit geht vor, zumal es für die Fällung der Bäume oberhalb der Strecke der Kurhessenbahn eben nur ein enges Zeitfenster gibt. „Das muss man ein Jahr im Voraus bei der Bahn anmelden, jetzt passte es“, erzählt Wolfgang Hofmann, der die Fällung selbst beobachtet. Die Gründe für eine Fällung sind vielfältig.

„Wichtig ist, dass wir die Verkehrssicherheit gewährleisten und sicherstellen“, konstatiert der Baumkontrolleur. Und diese ist gefährdet, wenn ein Baum etwa unter Pilzbefall leidet oder ein Schiefstand gegeben ist. Nur zwei von zahlreichen Möglichkeiten, die ein Umfallen der Gewächse ermöglichen. Vor dem Hintergrund des Borkenkäferbefalls bei Fichten werfen die Kontrolleure derzeit ein besonderes Auge auf diese Baumarten, die durch den Käferbefall ebenfalls erkranken und früher oder später umzufallen drohen. Gerade an Straßen- oder Gleisrändern stellt dies eine Gefahr für Menschen dar.

„Besonders vorsichtig müssen wir bei Habitatbäumen vorgehen, also solchen, in denen sich beispielsweise Spechte, Eulen oder Wildbienen eingenistet haben“, berichtet Wolfgang Hofmann. Erst vor wenigen Wochen hat er einen Baum entdeckt, in dem sich ein Wildbienenvolk eingenistet hatte. Der Baum – oder vielmehr die Krone – musste weichen, der Stamm blieb. Und damit auch die Wildbienen. „In den kommenden drei, vier Jahren kann der Baumstamm gefahrlos stehenbleiben. Er kann jetzt nicht mehr brechen“, erklärt der Baumkontrolleur.

Grundsätzlich müssen sich die Kontrolleure in derartigen Fällen eine Genehmigung bei der Unteren Landschaftsbehörde einholen. Für Wolfgang Hofmann gilt dabei allerdings das Credo: „Wir achten sehr auf den Artenschutz. Aber kein Baum ist ein Menschenleben wert. Diesen Spagat müssen wir machen.“ Ein umsichtiges Handeln in jeder Hinsicht ist damit erforderlich. Turnusmäßig kontrolliert er mit seinem Kollegen Karl-Heinz Born jeden Baum alle zwei Jahre. Pro Straßenmeisterei ist dabei eine Permanentbestand von mindestens 3000 und bis zu 5500 Bäumen vorhanden – insgesamt derer vier Straßenmeistereien sind im Kreis Siegen-Wittgenstein vorhanden, eine davon in Schameder. Sämtliche Bäume sind in einem zentralen System registriert, auf das die Baumkontrolleure auch mobil zugreifen können. Das System ist GPS-gestützt, so dass jedes einzelne Gewächs an den Straßen und Schienen genau auszumachen und zu identifizieren ist.

Ein Klick und die Kontrolleure kennen die Baumart, den zuletzt ausgemachten Zustand und gegebenenfalls auch die erforderlichen Maßnahmen. Steht ein Baum zur Kontrolle an, weist das Computerprogramm die Kontrolleure darauf hin. Ist dann eine Fällung notwendig, erhalten die Straßenmeistereien einen entsprechenden Hinweis über das selbe System. Für die Kontrollen selbst allerdings braucht es aufmerksame Augen und Ohren, wiederum unterstützt durch technische Hilfsmittel, die präzise Aussagen über den Zustand eines Baums ermöglichen.

Während Fällungen ausschließlich von Oktober bis März – und nur in Notfällen außerhalb dieses Zeitraums – möglich sind, ist die Baumkontrolle ein Ganzjahresjob, der niemals endet. Denn immer wieder müssen Wolfgang Hofmann und Karl-Heinz Born in die Gewächse in Wittgenstein sowie im gesamten Kreisgebiet einer Kontrolle unterziehen, sie müssen den Turnus einhalten. Und dann im Bedarfsfall entsprechend weitere Schritte einleiten. Ebenso wie bei einer Fällung entlang von Bahnschienen, braucht es auch bei der Miete des Fällkrans einen langfristigen Vorlauf – und die notwendigen Koordination, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Auf Eventualitäten am Fälltag sind die Verantwortlichen dabei eingestellt. Am Dienstagmorgen etwa müssen die Mitarbeiter zunächst noch einige Reparaturen am Fällkran vornehmen – ein Zylinder war defekt. Der Zeitplan hat sich dadurch um eine Dreiviertelstunde verschoben. Aus der Contenance bringt dies niemanden – Sicherheit geht eben vor. Im Straßenverkehr, aber auch während der Fällarbeiten.

Der Fällkran kann Bäume mit einem Abstand von bis zu 23 Metern fällen. Am Dienstag stand er auf der Bundesstraße 62 zwischen Bad Laasphe und Niederlaasphe, um Gewächse entlang der Zuggleise zu beseitigen.
Nach dem Schnitt, stapelte der Fällkran die Stämme zur Weiterverarbeitung.
Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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