»Und nun in die Ortschaften gehen«

Touristikverband Siegerland-Wittgenstein feiert Rothaarsteig in Bad Laasphe als großen Erfolg

Bad Laasphe. »Jetzt brummt es«, freute sich Horst Schneider bei der Jahreshauptversammlung des Touristikverbandes Siegerland-Wittgenstein in Bad Laasphe. Der Verbandsvorsitzende meinte damit den Rothaarsteig, der seit rund einem Vierteljahr in seiner unmittelbaren und auch etwas weiteren Nachbarschaft für bessere Übernachtungszahlen sorgt, wie der Mann vom Kreis mit Zahlen belegte.

Gäste kommen aus ganz Deutschland

Er selbst habe mit 60 Wanderern gesprochen, aus Nord- und aus Süddeutschland, die sich erstaunt darüber gezeigt hätten, wie wunderbar man hier mitten in Deutschland im Gebirge wandern könne. Auf diesen ersten Erfolg müsse nun aufgebaut werden. So laufe die Möblierung des Rothaarsteigs mit den außergewöhnlichen Wandersofas jetzt erst richtig an. Im Augenblick sei man außerdem dabei, ein Konzept zu erarbeiten, um am Steig selbst Einkehr-Möglichkeiten zu schaffen. Wobei Horst Schneider auch noch einmal die Türöffner-Funktion des Projektes unterstrich: »Die Leute sollen nicht nur direkt am Steig übernachten, wir wollen noch mehr in die Ortschaften gehen.«

Mehr Plätze für Camper schaffen

Ein Ansinnen, dass in der Versammlung auf viel Kopfnicken stieß, wobei auch weitere Anregungen aus dem Plenum kamen. Karl-Heinz Schäfer, Siegener Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands, wies darauf hin, dass oftmals die fehlenden Camping-Möglichkeiten am Rothaarsteig bemängelt würden. Ein berechtigter Einwand und ein echtes Versäumnis, gerade wenn man bedenkt, dass heute in den immer beliebter werdenden Wohnmobilen oft recht betuchte Touristen unterwegs sind. Außerdem unterstrich er, dass man schon jetzt daran denken müsse, dass auch im Winter und bei Schnee die Wanderer ihren Weg finden müssten.

Aussichtsmöglichkeiten fehlen noch

Georg Homrighausen vom Hof Dambach merkte an, dass gerade nahe dem Berleburger Gebiet der Rothaarsteig nur durch Hochwald führt und so Ausblicks-Möglichkeiten fehlen. Schneisen oder Türme mit Fernsicht brächten hier Licht ins Dunkel. Hier verwies Horst Schneider darauf, dass sich in Sachen Aussichtsturm etwas tue – hier bahnt sich ja eine Kooperation zwischen den Kommunen Bad Laasphe und Netphen an (die Siegener Zeitung berichtete). Bei alledem mahnte der Laaspher Arno Vomhof, dass solche Anregungen schnell umgesetzt werden müssten, um Probleme abzuschalten, denn es gebe für eine weitere gute Entwicklung des Rothaarsteigs nichts Schlimmeres als enttäuschte Gäste.

Schritte der Landesprojekt-Umsetzung

Der trotzdem sehr erfolgreiche Start des Rothaarsteigs muss Siegerländern und Wittgensteinern außerdem Mut machen für die zukünftige Entwicklung im Urlaubs- und Erholungsgeschäft. Das war denn auch das zweite große Thema der Jahreshauptversammlung. Iris Stefanski referierte als Freie Mitarbeiterin des Tourismusverbandes NRW über die weiteren Schritte zur Umsetzung des neuen Konzepts der Landesregierung in Sachen Fremdenverkehr.

Am Freitag wird der Auftakt gestaltet

Dafür erläuterte sie noch einmal kurz die Inhalte des Konzeptes und verwies auf den derzeitigen Stand der Dinge. Am Freitag, 7. September, findet für die Region Siegerland-Wittgenstein die Auftakt-Veranstaltung statt, bei der Regionen, Orte und so genannte Leistungsträger über Strategien nachdenken und sich zu drei oder vier Kompetenz-Arbeitsgemeinschaften zusammenschließen sollen.

Kompetenz: Wandern, Kultur, Wellness

Hilfreich sei dabei, dass der heimische Kreis aus den sieben Kernthemen bereits seine drei Kompetenzfelder herausgefunden habe, so Iris Stefanski, die auch Regionen kennt, die noch immer nach ihren besonderen Stärken suchen. Siegerland-Wittgenstein favorisiert dabei neben Wandern und Natur erleben sowie Kultur und Tagungen auch Wellness, Gesundheit und Reha. Schließlich sind im waldreichsten Kreis Deutschlands mit einem Anteil von 64 Prozent Forst 3500 Wanderwege markiert, lockt jedes Jahr KulturPur mit großen Namen und wird in Bad Berleburg, Bad Laasphe und Hilchenbach gute Arbeit in Sachen Rehabilitation und Anschlussheilbehandlung geleistet.

11000 Prospekt-Anfragen gingen ein

Deshalb sah Iris Stefanski, die im übrigen schnell und klar ihre Informationen an den Mann und an die Frau brachte, ein sehr ordentliches Potenzial: »Es gibt ja gute Ideen.« Wobei man das Rad sowieso nicht immer neu erfinden könne. Und zu ihrem Lob gesellte sich auch das von Horst Schneider für die Wittgensteiner, da es hier doch schon gute Ansätze in der Zusammenarbeit – etwa bei der gemeinsamen Wanderkarte – gebe. Grund genug, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen, schließlich habe der Tourismusverband mit seiner Geschäftsführerin Roswitha Still eine sehr gute Reisemesse-Saison hinter sich gebracht. 11000 Prospekt-Anforderungen pro Jahr sprechen eine deutliche Sprache.

JG

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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