Unentschieden in Saßmannshausen

jg Bad Laasphe. Dass die Geschichte mit den Ortsvorstehern auf dem Laaspher Stadtgebiet keine ganz einfache Sache ist, hat ja am Samstag schon in der Siegener Zeitung gestanden. Aber in Saßmannshausen wird es aus einem ganz bestimmten Grund schwierig: Hier gibt es nämlich keinen eindeutigen Sieger: Je 37 Stimmen erhielten Günter Rothenpieler (SPD) und Günter Wagner (CDU). Damit kamen beide knapp über 30 Prozent. Bei einem Gleichstand sei es so, dass alle davon betroffenen Parteien jemanden vorschlagen könnten und dann der neu konstituierte Stadtrat mit Mehrheit über den Ortsvorsteher entscheide, stellte Jutta Jung von der Laaspher Stadtverwaltung die Situation dar.

Bisher war es allerdings auch in Bad Laasphe - wie in vielen anderen Kommunen - gute Sitte, dass man sich entweder im Vorfeld gütlich einigt oder auslost, wer nun den Ortsvorsteher nominieren darf. Wie es in Saßmannshausen weitergeht, steht noch nicht genau fest. Es obliegt jetzt zunächst einmal den beiden Günters, die jeweils 37 Stimmen aus Saßmannshausen bekamen, sich möglicherweise ins Benehmen zu setzen. Zur Erinnerung: Für die am Samstag abgedruckte Umfrage der Siegener Zeitung hatte die SPD angegeben, dass man Dirk Hartisch als Ortsvorsteher vorschlagen wolle, die CDU mochte keinen Namen nennen, sagte jedoch, dass sie noch zwischen zwei Kandidaten schwanke.

Ein bisschen Aufregung gab es zudem im Vorfeld in Großenbach. Richard Dreisbach regte sich darüber auf, dass seine 85-jährige Mutter Hedwig Dreisbach vor der Wahl vom jahrelangen Ortsvorsteher Willi Dreisbach besucht worden sei. Der gleiche Nachname ist kein Zufall, es bestehen verwandtschaftliche Verhältnisse. Willi Dreisbach habe eine Vollmacht abgeholt und dann damit die Wahlunterlagen für seine Mutter geholt, erinnert sich Richard Dreisbach. Dann sei der Ortsvorsteher mit den Stimmzetteln bei der 85-Jährigen gewesen, die habe ihre Kreuzchen gemacht, und der der Ortsvorsther habe anschließend die Stimmzettel weggebracht. Damit wolle er nicht behaupten, dass Willi Dreisbach die Kreuzchen selbst gemacht habe, aber dennoch war Richard Dreisbach verärgert, er sagte über Willi Dreisbach: „Er hat sich seine Stimme geholt, das ist eine Frecheit.“

Willi Dreisbach sieht die Sache anders: Er sei von Hedwig Dreisbach angesprochen worden, weil die ihre Wahlunterlagen haben wollte. Er habe diese in Bad Laasphe geholt und nach Großenbach gebracht, aber er wisse nicht, wem Hedwig Dreisbach ihre Stimme gegeben habe: „Ich hab’ weggeguckt.“ Und Hedwig Dreisbach habe doch auch eingehändig die Erklärung unterschrieben, dass sie selbst die Stimmzettel ausgefüllt habe.

Auch Jutta Jung vom zuständigen Hauptamt in Bad Laasphe sieht in der ganzen Geschichte kein Problem, nach ihrem Dafürhalten und ihren Unterlagen sei alles rechtmäßig abgelaufen. Auch bei ihr sei Richard Dreisbach gewesen und habe gefordert, die Stimme seiner Mutter ungültig zu machen, doch hier war und ist die Meinung von Jutta Jung eindeutig: „Das geht nicht.“ Außerdem war das Großenbacher Ergebnis diesmal relativ deutlich. Richard Dreisbach meinte sich an eine frühere Kommunalwahl erinnern zu können, wo die SPD mit 16 zu 15 Stimen gegen die CDU gewonnen habe. Diesmal gab es zwölf Stimmen für die SPD, neun für die CDU und sechs für die FDP.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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