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Kein schnelles Internet
Unternehmen in Bad Laasphe warten noch immer

Die Montagegruben in den Espen sind noch nicht verfüllt. Hier wurden die Leerrohre während der Bauphase „plattgedrückt“. Deshalb warten die Unternehmen dort auch immer noch auf ihren neuen Glasfaseranschluss.
  • Die Montagegruben in den Espen sind noch nicht verfüllt. Hier wurden die Leerrohre während der Bauphase „plattgedrückt“. Deshalb warten die Unternehmen dort auch immer noch auf ihren neuen Glasfaseranschluss.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Bad Laasphe. Stolz verkündeten Kreis Siegen-Wittgenstein und Westnetz Anfang September, wie schön die Datenautobahn im Bad Laaspher Raum doch ausgebaut sei. Lediglich 2 Prozent der Haushalte im ganzen Kreisgebiet seien noch nicht angeschlossen. „Da sind wir bei“, dachte Christian Bernshausen, Geschäftsführer des gleichnamigen Bauunternehmens, das seit Jahren im Industriegebiet „Obere Espen“ zwischen Feudingen und Rückershausen ansässig ist. „Beim Lesen des Artikels ist mir fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen“, verrät Christian Bernshausen.
Rohr seit einem Jahr leerDenn das Leer-Rohr, das in der kleinen Betriebsküche aufgerollt am Boden liegt, macht seinem Namen alle Ehre. „Seit einem Jahr tut sich nichts. Das Glasfasermantelrohr ist immer noch leer.

howe Bad Laasphe. Stolz verkündeten Kreis Siegen-Wittgenstein und Westnetz Anfang September, wie schön die Datenautobahn im Bad Laaspher Raum doch ausgebaut sei. Lediglich 2 Prozent der Haushalte im ganzen Kreisgebiet seien noch nicht angeschlossen. „Da sind wir bei“, dachte Christian Bernshausen, Geschäftsführer des gleichnamigen Bauunternehmens, das seit Jahren im Industriegebiet „Obere Espen“ zwischen Feudingen und Rückershausen ansässig ist. „Beim Lesen des Artikels ist mir fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen“, verrät Christian Bernshausen.

Rohr seit einem Jahr leer

Denn das Leer-Rohr, das in der kleinen Betriebsküche aufgerollt am Boden liegt, macht seinem Namen alle Ehre. „Seit einem Jahr tut sich nichts. Das Glasfasermantelrohr ist immer noch leer.“ Dabei hatte Bernshausen Bau den Antrag für den Glasfaseranschluss bei Westnetz schon am 25. September gestellt – wohlgemerkt 2019. Damals hieß es, und das hat Christian Bernshausen schriftlich, solle der Anschluss „bis Ende des Jahres“ fertiggestellt sein. „Wahrscheinlich haben die das Jahr extra nicht genannt“, so Christian Bernshausen.

Anfrage bleibt unbeantwortet

Nach der frohlockenden Berichterstattung in der Siegener Zeitung – die entsprechende Pressemitteilung kam von Kreis und Westnetz – wollte der Bauunternehmer dann doch mal nachhören. Schließlich hatte er am 24. Juli dieses Jahres bereits eine E-Mail geschrieben und gefragt, wie es denn um den Anschluss in den Espen bestellt sei. Die Leitung sei ja lange gelegt, die Montagegrube im Außenbereich sei seit gut einem Jahr „offen“. Christian Bernshausen im SZ-Gespräch: „Es kam keine Reaktion, also habe ich es am 7. September noch einmal versucht und den Artikel aus der Siegener Zeitung beigelegt.“ Mit der Frage: „Wann wird denn nun bei uns ausgebaut?“

Westnetz macht zunächst Hoffnung

Zwei Tage später meldete sich Westnetz bei Christian Bernshausen mit der freudigen Nachricht: Die Arbeiten würden in den kommenden 14 Tagen ausgeführt. Die zwei Wochen vergingen, es tat sich aber nichts. „Ich habe die Herren noch einmal angeschrieben, am 23. September, und ihnen mitgeteilt, dass immer noch nichts passiert ist.“ Eine Antwort erhielt Bernshausen Bau wieder nicht. „Es ist traurig, dass man immer erst die Presse einschalten muss, damit etwas geschieht“, ärgert sich Christian Bernshausen.

Internet "bricht zusammen"

Sein Problem: Das Unternehmen hat die Büroräume neu eingerichtet, auch einen nagelneuen Server installiert. All das nützt nun nichts, wenn der Internetanschluss immer noch der alte ist. „Auch die neue Telefonanlage brauchen wir nicht installieren. Bringt nichts. Und solange die alte nutzen, bis wir endlich angeschlossen sind, macht auch keinen Sinn.“ Was Christian Bernshausen besonders wurmt: Das Unternehmen hat im Hinblick auf die moderne, digitale Arbeitsweise zwei externe Bauleiter eingestellt. Die leben weit außerhalb, können ihren Job aber im Homeoffice für das Bauunternehmen erledigen.
„Wenn wir aber zu zweit im Internet sind, bricht hier schon alles zusammen. Ohne den Glasfaseranschluss mache alles keinen Sinn.

Mehrere Unternehmen warten aufs schnelle Netz

Übrigens, und das erfuhr die SZ beim Besuch vor Ort, warten auch die umliegenden Unternehmen aufs schnelle Netz in den Espen. Das ist bei Westnetz auch bekannt, wie Pressesprecher Christoph Brombach auf Anfrage erläutert. In dem Neubaugebiet seien in den Gehwegen Leerrohre für Glasfaserleitungen vorverlegt, jedoch während der Bauphase „plattgedrückt“ worden. „Dies führte leider zu einem Baustopp. Die ausführende Baufirma setzte ihre Kapazitäten dann anderweitig ein. Eine Neuverlegung mit neuen Leerrohren wurde beschlossen und auch durchgeführt.“

Jetzt soll alles schnell gehen

Der restliche Tiefbau inklusive der Abzweige bis zu den Hausanschlüssenwerde diese Woche erfolgen, der Einzug der Glasfaserleitungen und die Montage seien für die 43./44. Kalenderwoche vorgesehen. Christoph Brombach weiter: „Im Anschluss bekommt die Firma Bernshausen vom ,Reseller’, dem Betreiber für das Glasfasernetz, einen festen Schalttermin mitgeteilt." Christian Bernshausen weiß auf die Westnetz-Reaktion zu antworten: „Das mit den platten Rohren ist aber schon über ein Jahr bekannt.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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