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Digitalisierung in der Schule
Unterricht als interaktives Erlebnis

Freuen sich über den digitalen Unterricht mit "Tafel 2.0": (v.l.) Frank Liß (Konrektor Realschule), Christian Tang (Schulleiter Gymnasium), Melanie Dietrich (Schulleiterin Realschule), Gudrun und Gordon Kämmerling (Schulen Schloß Wittgenstein gGmbH) und Lehrer und Smartboard-Experte Christian Sattler.
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  • Freuen sich über den digitalen Unterricht mit "Tafel 2.0": (v.l.) Frank Liß (Konrektor Realschule), Christian Tang (Schulleiter Gymnasium), Melanie Dietrich (Schulleiterin Realschule), Gudrun und Gordon Kämmerling (Schulen Schloß Wittgenstein gGmbH) und Lehrer und Smartboard-Experte Christian Sattler.
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ll Bad Laasphe. Futuristisch und fast schon surreal wirkt das Geschehen, das sich an diesem Donnerstagmorgen in einem Klassenzimmer der Realschule Schloss Wittgenstein in Bad Laasphe abspielt. Während Englischlehrer Christian Sattler mit Inbrunst und voller Euphorie vor einem überdimensional großen, hochauflösenden und Kinoleinwand-ähnlichen Bildschirm über die Vorzüge und Möglichkeiten des digitalen Unterrichts informiert, fristet – fast unbemerkt – die gute alte Kreidetafel in der hinteren Ecke des Raumes ein verstecktes Dasein als Pinnwand. Es ist ein Bild mit Symbolcharakter: Wie aus der Zeit gefallen wirkt das schwerfällige, dunkelgrüne Ungetüm gegenüber dem hochmodernen, höhenverstellbaren, mit 86 Zoll UHD-Bildschirm ausgestatteten Gerät auf der anderen Seite des Raumes.

ll Bad Laasphe. Futuristisch und fast schon surreal wirkt das Geschehen, das sich an diesem Donnerstagmorgen in einem Klassenzimmer der Realschule Schloss Wittgenstein in Bad Laasphe abspielt. Während Englischlehrer Christian Sattler mit Inbrunst und voller Euphorie vor einem überdimensional großen, hochauflösenden und Kinoleinwand-ähnlichen Bildschirm über die Vorzüge und Möglichkeiten des digitalen Unterrichts informiert, fristet – fast unbemerkt – die gute alte Kreidetafel in der hinteren Ecke des Raumes ein verstecktes Dasein als Pinnwand. Es ist ein Bild mit Symbolcharakter: Wie aus der Zeit gefallen wirkt das schwerfällige, dunkelgrüne Ungetüm gegenüber dem hochmodernen, höhenverstellbaren, mit 86 Zoll UHD-Bildschirm ausgestatteten Gerät auf der anderen Seite des Raumes. "Dabei ist das Whiteboard, also die Tafel, gar nicht abgeschafft. Sie ist lediglich in das Board integriert", sagt Christian Sattler und zaubert zu Demonstrationszwecken mit ein paar einfachen Handbewegungen auf dem Touchscreen das gute alte Tafelbild auf den riesigen Bildschirm. Ob der Mathelehrer mit seinen Rechenkästchen, Linien für den Deutschunterricht oder Notenschlüssel-Reihen in Musik – jeder Hintergrund ist individuell einstellbar und auf die fachspezifischen Bedürfnisse zugeschnitten.

,,Es unterrichtet sich nicht von alleine''

Die Möglichkeiten sind dabei schier unbegrenzt: Wie ein Schweizer Taschenmesser auf digitaler Ebene verfügt das Smartboard neben der reinen Tafelfunktion unter anderem über einen Mini-PC mit Funktastatur, Air-Server, Soundbar sowie diverse Apps, die beispielsweise als E-Books für Unterrichtslehrbücher genutzt werden können. Der Klang ist glockenklar, das Bild ultrascharf. Auch Zoomfunktion, Spotlight, das Einbinden von Fotos, Videos und Audio-Snippets oder das Spiegeln von Bildschirmen ist mit dem Smartboard problemlos möglich. Die Schüler wiederum arbeiten – beim Gymnasium zumindest bis zur Oberstufe – indes flächendeckend noch mit analogen Lernmaterialien wie Heft und Schulbuch. "Digital ist nicht alles. So super das Board auch ist, es unterrichtet nicht von alleine", hebt Christian Sattler die nach wir vor zentrale Funktion der Lehrerinnen und Lehrer hervor. Deshalb gab es für das gesamte Kollegium eine Schulung bezüglich des Umgangs mit den Boards, die mittlerweile seit zwei Wochen eingesetzt werden. "Dabei haben wir eine erfreulich hohe Bereitschaft und auch ein tolles Miteinander festgestellt, Selbst die älteren Kollegen zeigten sich dem Ganzen gegenüber sehr aufgeschlossen und haben die technischen Möglichkeiten mit Wonne ausprobiert", ziehen die Schulleiter der beiden Schulen, Melanie Dietrich und Christian Tang ein positives Fazit.

Unterricht der Zukunft in der Gegenwart: Auf dem Smartboard kann der Lehrer die Unterrichtsmaterialien abbilden und selbst beschriften.
  • Unterricht der Zukunft in der Gegenwart: Auf dem Smartboard kann der Lehrer die Unterrichtsmaterialien abbilden und selbst beschriften.
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Was nicht zuletzt auch Lehrern wie Christian Sattler zu verdanken ist. Er ist einer von vier Experten, die sich um die technische Komponente und die Administration kümmern und vor allem Ansprechpartner für das gesamte Kollegium sind. Rücksicht sei dabei besonders wichtig, so der 33-Jährige. "Was für mich intuitiv ist, ist es für den ein oder anderen Kollegen eben nicht. Deshalb gehen wir das Schritt für Schritt an."  Ein Vorteil sei, dass alle Lehrer bereits zuvor mit sogenannten Interactive Boards gearbeitet hätten und somit der digitale Unterricht kein komplettes Neuland für sie sei.

Investition bedeutet auch enormen Aufwand

Insgesamt 35 dieser Smartboards der neuesten Generation hat die Schulen Schloß Wittgenstein gGmbH angeschafft – damit ist flächendeckend jeder Klassenraum der beiden Schloss-Schulen mit einem solchen interaktiven Gerät ausgestattet. Eine kostspielige Investition, die jedoch in ihrem Umfang und in ihrer Ausführung landes- und sogar bundesweit Standards setzt. Mit 329.356 Euro ist der Träger dafür in Vorleistung gegangen, 286.396 Euro sollen durch den Digitalpakt Schule vom Bund abgedeckt werden. Bleibt ein Eigenanteil von 42.960 Euro – beileibe kein Pappenstiel, zumal bisher noch kein Geld geflossen ist. "Wir hoffen noch und warten darauf, dass uns die uns zustehenden Mittel zur Verfügung gestellt werden", erklärt Gordon Kämmerling. Auch der Aufwand, der für die Einrichtung der digitalen Lehrmöglichkeiten betrieben wurde, ist enorm: Alleine rund 3,7 Kilometer Netzwerkkabel wurden in den Klassenräumen der beiden Schulen verlegt, rund 70 Access Points auf dem Campus eingerichtet, um auf dem gesamten Gelände W-LAN bereitstellen zu können. Dass sich die teure Investition in jedem Fall lohnt, davon ist der Geschäftsführer der Schulen Schloß Wittgenstein gGmbH überzeugt. "Wir haben digital gerade auch bedingt durch die Corona-Pandemie schon einiges auf den Weg gebracht. Aber das hier, das ist jetzt die Krönung." Gudrun Kämmerling als Vorsitzende ergänzt: "Das ist ein Mords-Vorsprung, den wir gegenüber allen anderen Schulen haben. Der muss aber jetzt auch entsprechend mit Leben gefüllt werden."

Freuen sich über den digitalen Unterricht mit "Tafel 2.0": (v.l.) Frank Liß (Konrektor Realschule), Christian Tang (Schulleiter Gymnasium), Melanie Dietrich (Schulleiterin Realschule), Gudrun und Gordon Kämmerling (Schulen Schloß Wittgenstein gGmbH) und Lehrer und Smartboard-Experte Christian Sattler.
Unterricht der Zukunft in der Gegenwart: Auf dem Smartboard kann der Lehrer die Unterrichtsmaterialien abbilden und selbst beschriften.
Autor:

Lars Lenneper

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