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100.000 Festmeter Holz abgefahren
Verladebahnhof Breidenstein bleibt bestehen

Wittgensteiner Holz wird dieser Tage am Verladebahnhof in Breidenstein vom Lkw auf den bereitstehenden Zug geladen.
  • Wittgensteiner Holz wird dieser Tage am Verladebahnhof in Breidenstein vom Lkw auf den bereitstehenden Zug geladen.
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howe/sz Breidenstein. „Wir gehen davon aus, dass die Nutzung weit über 2026 hinaus bestätigt werden wird.“ Die Aussage von Kurhessenbahn-Projektleiter Hans-Martin König lässt aufhorchen. Denn sie tangiert das benachbarte Wittgensteiner Land in hohem Maße. Seit 2007 fahren vom Verladebahnhof im hessischen Breidenstein aus heimische Waldbesitzer, darunter auch die Center-Forst GmbH mit der Waldgesellschaft der Riedesel Freiherren zu Eisenbach GbR in Lauterbach und der Fürst Wittgenstein‘ schen Waldbesitzergesellschaft GbR in Bad Laasphe, Holz ab.
Die Brücke über die Lahn wurde mittlerweile durch ein Ingenieurbüro nachgerechnet.
Hans-Martin König
KurhessenbahnVerladebahnhof bleibt bestehen
Vor Jahren kündigte die Deutsche Bahn an, die Strecke und den Verladebahnhof stilllegen zu wollen.

howe/sz Breidenstein. „Wir gehen davon aus, dass die Nutzung weit über 2026 hinaus bestätigt werden wird.“ Die Aussage von Kurhessenbahn-Projektleiter Hans-Martin König lässt aufhorchen. Denn sie tangiert das benachbarte Wittgensteiner Land in hohem Maße. Seit 2007 fahren vom Verladebahnhof im hessischen Breidenstein aus heimische Waldbesitzer, darunter auch die Center-Forst GmbH mit der Waldgesellschaft der Riedesel Freiherren zu Eisenbach GbR in Lauterbach und der Fürst Wittgenstein‘ schen Waldbesitzergesellschaft GbR in Bad Laasphe, Holz ab.

Die Brücke über die Lahn wurde mittlerweile durch ein Ingenieurbüro nachgerechnet.
Hans-Martin König
Kurhessenbahn

Verladebahnhof bleibt bestehen

Vor Jahren kündigte die Deutsche Bahn an, die Strecke und den Verladebahnhof stilllegen zu wollen. Daraufhin taten sich Biedenkopf und Breidenbach, die Industrie- und Handelskammer, die drei Unternehmen Mercer Holz, Christmann + Pfeifer sowie Buderus Guss mit Unterstützung des Landkreises zu einem Netzwerk zusammen, um die genannte Bahnstrecke wieder für den Güterverkehr zu aktivieren. Mit Erfolg, wie sich jetzt herausstellt: Nachdem das Sturmholz abgefahren worden war, fuhren kaum noch Züge. Im Jahre 2018 waren es nur noch zwei. Inzwischen weiß man: Die Strecke bleibt erhalten und ist in wesentlich besserem Zustand als zunächst vermutet. „Die Brücke über die Lahn wurde mittlerweile durch ein Ingenieurbüro nachgerechnet, nachdem Instandsetzungsarbeiten durchgeführt wurden“, erklärt Hans-Martin König gegenüber dem Hinterländer Anzeiger.

Digitaler Zugfunk bis 2025

Ein großer Schritt Richtung Zukunftsfähigkeit werde auch gegangen, wenn die Strecke zwischen Cölbe und Erndtebrück mit digitalem Zugfunk ausgerüstet werde, was unter anderem für engere Zugtaktungen nötig sei.

Ziel ist laut König, dass diese Digitalisierung bis 2025 kommt – auch das wäre für die Strecke bis Breidenstein ein großer Vorteil. Die Planungen besagten Netzwerks hinsichtlich eines modernen Güterbahnhofs (Railport) laufen übrigens noch. Eine Realisierung würde dem Verladebahnhof in Breidenstein noch größere Bedeutung zukommen lassen. Wie wichtig - auch für die heimische und angrenzende Wirtschaft – der Verladebahnhof Breidenstein ist, dokumentierte unlängst der Hinterländer Anzeiger im Gespräch mit Holzspediteur Christoph Mengel aus Hatzfeld.

Was passiert wenn das Holz weg ist?

Der hatte seinen Lastwagen mit Holz aus Wittgenstein beladen, um es nach Breidenstein zum Verladen auf die Bahn zu bringen. Der Holzspediteur steuert die Station bis zu viermal täglich an und gehörte zu den Unternehmern, die vor drei Jahren gegen die Stilllegung der Bahnstrecke protestierten und auf die Bedeutung hinwiesen. Solange das Käferholz aktuell aus den Wäldern transportiert werden muss, scheint die Welt in Ordnung zu sein.

Doch was, wenn dieser sicher noch länger andauernde Prozess irgendwann einmal abgeschlossen ist? Unternehmer Christoph Mengel befürchtet, dass dann die Verladestation wieder vor dem Ende steht: „Es ist gut, dass es wieder zum Laufen kam. Aber ich habe Bedenken, was passiert, wenn das viele Holz weg ist.“

Enrico Achenbach von der Stadt Biedenkopf weiß übrigens, was aktuell an Holz-Mengen bewegt wird: 110 Züge, ungefähr soviel wie 2008. Insgesamt hat die Bahn 100.000 Festmeter Holz abgefahren. Ohne die Züge wären dafür rund 4200 Lastwagen nötig gewesen. „Der Einzugsbereich liegt bei bis zu 70 Kilometern“, so Enrico Achenbach im Gespräch mit dem Hinterländer Anzeiger.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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