Vogelgrippe noch allgegenwärtig

»Färjer Hinner-Verein« richtete am Wochenende Kreisverbandsschau der Geflügelzüchter aus

BW Feudingen. Noch immer leiden die Wittgensteiner Rassegeflügelzüchter unter den Nachwirkungen der Vogelgrippe im vergangenen Winter. »Viele Züchter haben aufgehört, andere sind heute nicht dabei«, meinte Ausstellungsleiter Manfred Müller am Wochenende bei der Kreisverbandsschau der Geflügelzüchter in der Feudinger Volkshalle. Im vergangenen Jahr hatte es keine Kreisgeflügelschau gegeben, das Schreckgespenst Vogelgrippe schüchterte die Züchter derart ein, dass sie dem Stallungsgebot des Bundes mit ihrer Absage der Kreisschau und einiger Lokalausstellungen zuvor kamen. Aus heutiger Sicht sei das vielleicht etwas übertrieben gewesen, fand Manfred Müller imSZ-Gespräch.

»Die Auflagen überschatten auch diese Kreisschau«, erklärte der Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins Feudingen, der die Kreisverbandsschau ausrichtete, »es wird lange dauern, bis wir uns davon erholen. Die Leute, die durch die Auflagen abgesprungen sind, kommen wahrscheinlich nicht wieder.« Manche Züchter seien infolge der langen Stallpflicht bis Mai, durch die aufwändigen Vorsorgeuntersuchungen vor Ausstellungen einfach verunsichert, manch ein Züchter habe seine Zucht verkleinert oder sogar ganz aufgegeben, erläuterte Manfred Müller. Der Blick auf die Zahlen der Kreisschau bestätigte dies: Während die Wittgensteiner Züchter früher zwischen 700 und 900 Tiere präsentierten, waren es diesmal nur 569.

Diese machten allerdings viel Lärm beim Hähnewettkrähen in Wittgensteins größtem Hühnerstall. So viel, dass sich Landrat Paul Breuer bei der Eröffnung der Kreisschau »erstmal Gehör verschaffen« musste. »Die Tiere haben gar keinen Respekt vor dem Landrat«, scherzte der Schirmherr, der seinerseits aber den Züchtern Respekt zollte: »Die Rassegeflügelzucht hat in Wittgenstein große Tradition und festen Boden.« Immerhin 70 verbliebene Züchter und gerade die 23 Jugendlichen unter ihnen sorgten am Wochenende dafür, dass trotz der Vogelgrippe in der jüngeren Vergangenheit die Zukunft doch gesichert scheint - sollte der Nachwuchs der Rassegeflügelzucht denn die Stange halten.

Das Niveau jener Kreisverbandsschau mit Züchtern aus den acht Wittgensteiner Vereinen war hoch, wie auch die neun Preisrichter bestätigten. Die hohe Qualität der Ausstellung wurde mit der Vergabe von 14 Bestnoten »vorzüglich« und 41 »hervorragenden« Bewertungen manifestiert. Die besten Züchter erhielten ihre Preise erstmals am Samstagabend. Eine gute Neuerung des »Färjer Hinner-Vereins«, dessen Mitglieder diesen Namen in Feudinger Platt auf den Vereinspullis trugen. Ihr Vorsitzender zeigte bei dieser Kreisschau die beste Gesamtleistung: Für seine Zwerg-Barnevelder erhielt Manfred Müller eine Gesamtpunktzahl von 575 – und dafür die Goldene Züchtermedaille des Landes NRW, der wichtigste Preis des Tages.

Die Bundesplakette ging an den Laaspher Mike Dickel für dessen Thüringer Schildtauben, bei der Jugend wurde jene Plakette an Christopher Feige aus Arfeld (für seine Rouenenten) sowie an Jonas Birkelbach aus Berleburg (Bielefelder Zwerg-Kennhühner) vergeben. Die Medaillen der Landwirtschaftskammer gingen an Lothar Sittler aus Richstein (Zwerg-Wyandotten) und an den Arfelder Hans-Georg Limper (Zwerg-Dresdner). Als letzter der großen Preise ging der Pokal des Kreisvorsitzenden an Jürgen Hackler aus Rückershausen (Zwerg-Rhodeländer). Ermittelt wurden ferner die Träger der Leistungspreise, die besten Züchter einer Tiergattung, von der fünf einer Rasse in die Wertung aufgenommen wurden.

Beim Wassergeflügel ging jener Leistungspreis an den Erndtebrücker Ralf Boshof (Russische Gänse), bei den Hühnern holte sich Hans-Ulrich Radenbach aus Berleburg (Amrocks) seinen Titel. Mit Zwerg-Barnevelder war Kerstin Homrighausen aus Holzhausen bei den Zwerghühnern erfolgreich, bei den Tauben erhielten die Deutschen Modeneser von Karl-Heinz Rath aus Birkefehl die höchste Punktzahl. Bei der Jugend siegte der Arfelder Torben Feige mit seinen Smaragdenten. Kreisjugendmeister wurden jedoch andere, nämlich die Jungzüchter vom RGZV Laasphe mit geringem Vorsprung vor der Jugendgruppe des Feudinger RGZV. Weitere Ergebnisse lesen Sie im Extra-Bericht zur Wittgensteiner Kreisverbandsschau.

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