Vom Elefanten mehr begreifen

Laaspher Ausstellung gibt Überblick über Weltreligionen

awe Bad Laasphe. Ein Weiser führte einst einen Elefanten auf den Marktplatz und forderte vier blinde Bettler auf, das Tier zu beschreiben. Die taten was sie konnten, betasteten das Tier und je nachdem, ob sie nun den Schwanz, ein Ohr, eine Flanke oder den Rüssel zu fassen kriegten, beschrieben sie den Elefanten als Quast, Palmblatt oder raue Wand. »Wir sind auch blinde Bettler«, sagt Pastor Reinhard Lorenz. Er ist Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden und Mitglied im Präsidium des Bundes der Freien evangelischen Gemeinden und er eröffnete gestern zusammen mit dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Bad Laasphe, Karl Heinz Lehmann, und Schulamtsdirektor Jürgen Thielmann im Laaspher Haus des Gastes eine Ausstellung der Christlichen Gemeinde Bad Laasphe. Diese beschäftigt sich mit nichts weniger als der Gretchenfrage: Wie hälst du es mit der Religion?

Weltreligionen sind hier Thema, über das bis Sonntag, 12. November, Schautafeln und Exponate aus aller Herren Länder informieren. Einen Anlass für diese Wanderausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Bibelschule Wiedenest entstand, lieferten die Ereignisse des 11. Septembers 2001, erklärte Reinhard Lorenz den Eröffnungsgästen, die er durch die einzelnen Abteilungen der Ausstellung führte. Anders als Dietrich Bonhoeffer sehe er die Menschheit nicht religionslosen Zeiten entgegen gehen, sondern vielmehr sei die Religion ein Thema, über das gesprochen werde. In diesem Fall sind es gleich die Religionen, denn die Ausstellung erhebt den Anspruch, einen Abriss sämtlicher Weltreligionen zu liefern: Dargestellt werden Naturreligionen, Hinduismus, Buddhismus, fernöstliche Religionen, Esoterik, Judentum und Christentum, Islam und schließlich der Säkularismus, der Glaube an die rationale Welterklärung.

Während der Ausgangspunkt sämtlicher Religionen der selbe ist – die Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz ––sind die Antworten grundverschieden. Denn zwischen den 330 Millionen Göttern, die im Hinduismus verehrt werden können, und Islam, Judentum und Christentum mit ihrem einen Gott scheint es wenig Brücken zu geben. Über solche Fragen mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ist das Anliegen von Reinhard Lorenz und den Ausstellungsmachern. Gelegenheit bietet sich dafür nicht nur während der Ausstellungstage im Haus des Gastes, sondern auch an Vortragsabenden, die täglich bis Sonntag, 12. November, 20 Uhr, angeboten werden. Am Dienstag, am Mittwoch und am letzten Ausstellungstag finden die Vorträge in der Aula des Städtischen Gymnasiums statt, an den anderen Abenden im Haus des Gastes.

Schulklassen und Konfirmandengruppen wurden zur Ausstellung eigens eingeladen, wer eine Führung vereinbaren möchte, kann sich mit Jürgen Thielmann unter der Telefonnummer (0177) 5121227 in Verbindung setzen.

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