Waren da Heinzelmänner am Werk?

Feudinger Familie streitet mit Anbieter um nicht erfolgtes Telefonat über 0190-Nummer

howe Feudingen. Wenn Familie Grebe aus Feudingen das Haus verlässt, kriechen sie hinterm Ofen hervor – hunderte Heinzelmännchen mit ihren putzigen Mützchen. Dann stellen die kleinen Wichtel das Haus am Oberen Hainberg auf den Kopf. Sie bedienen die ISDN-Anlage, telefonieren stundenlang und belachen sich, wenn am Monatsende die Rechnung der Telekom im Briefkasten liegt. Als Karl-Heinz Grebe kürzlich das Postfach öffnete, traute er seinen Augen nicht. Zwar hatten sich die Heinzelmännchen wieder in ihr Versteck verkrochen, doch eines hatten sie zurückgelassen: Eine Telekomrechung, die sich gewaschen hatte. Zur Kostenfalle Internet und Telefonrechung, zu dubiosen 0190-Anschlüssen wussten die Grebes bereits eine Menge.

Für 3,08 e in der Minute – niemals

Als treue SZ-Leser verfolgten die Feudinger die Berichterstattung – etwa die SZ-Leseraktion zum Thema »Überhöhte Telefonrechungen«. Nun hielt sich der Schock bei der Analyse der Telefonrechung in Grenzen, denn bei der Summe, die für Karl-Heinz und Regine Grebe nicht nachvollziehbar war, handelte es sich zwar nicht um horrende Beträge, allerdings waren auch die exakt 49,2550 e ärgerlich genug. »Hat man auf dem Klageweg eine Chance gegen dieses übermächtige Unternehmen?«, fragt Karl-Heinz Grebe. Der Feudinger versteht nämlich die Welt nicht mehr: In seiner jüngsten Telekomrechnung war auf einer der sechs Telefonnummern im Hause ein Betrag von 49,2550 e aufgelaufen. Für 3,08 e in der Minute soll telefoniert worden sein – und das am 7. Januar. Und dabei wissen die Grebes ganz genau, dass an diesem Tage in der Wohnung niemand anwesend gewesen war. Der »alte Herr« war für eine Woche unterwegs, Karl-Heinz und die Kinder auf der Arbeit. Es habe auch keine andere Person Zugang zu dieser Telekomnummer gehabt. Außer vielleicht die Heinzelmännchen. Ob die wirklich etwas mit den Telefonaten zu tun haben? Und jetzt der Hammer: Im Einzelverbindungsnachweis der Telekom ist eine Verbindung mit der Telekom-Servicenummer (0190) 083532 aufgeführt. Karl-Heinz Grebe: »Merkwürdig, denn unsere interne Überwachung hat gar nichts angezeigt.«

Eumex 504 weist die Nummer nicht nach

In der Tat: Das Verbindungsüberwachungsgerät Eumex 504 PC USB zeigt für diesen Zeitraum gar keine Verbindung unter dieser Nummer an. Der Auszug beweist es: Punkt 14.18 Uhr, 16 Minuten lang – steht auf der Telekom-Rechnung, nicht aber im Verbindungsnachweis. Karl-Heinz Grebe kann heute noch an seinem Computer alle Gespräche bis zu dem Datum zurückverfolgen, als das Gerät installiert wurde – wann, wohin, mit wem und wie lange Tag für Tag telefoniert wurde. Familie Grebe legte fristgerecht Widerspruch ein. Die Telekom bezog wie folgt Stellung: »Sie reklamieren hohe Verbindungsentgelte für Verbindungen zu Rufnummern, die von dem Anschluss angeblich nie gewählt wurden. Die Deutsche Telekom AG erbringt nur eine wertneutrale Leistung, wobei es unerheblich ist, wer wen zu welchem Zweck anruft oder online anwählt. Dies gilt ausdrücklich auch für Sondernummern.« Der Nutzer, so die Telekom weiter, werde oft erst nach Erhalt der Telefonrechnung mit den Kosten seines Handelns konfrontiert. Da er diese Nutzung zu vertreten habe, müsse er diese ihm oft unerklärlich entstandenen Verbindungsentgelte bezahlen.

Abbuchungsauftrag stornieren

Wie in der Siegener Zeitung geschrieben, wandte sich Familie Grebe an die Siegener Verbraucherzentrale. Die wusste sofort Bescheid: »Brauchen Sie uns gar nicht zu zeigen. Kennen wir schon«, hieß es. Derartige Beschwerden würden sich häufen. Der Tipp der Verbraucherzentrale: Betrag zurück fordern und den Dauerauftrag stornieren. Das tun die Grebes jetzt. Innerhalb von sechs Wochen können sie einen Abbuchungsauftrag zurücknehmen. Dann wollen sie den Einzug per Konto rückgängig machen und fortan die monatlich zugesandten Rechungen bezahlen – oder auch nicht, wenn wieder etwas nicht stimmen sollte.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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