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Glasfaseranschluss fehlt weiter
Warten auf den Breitbandausbau

Warten auf den Breitbandausbau: In Oberndorf hieß es, dass die Glasfaser-Anschlüsse im Herbst 2019 hergestellt werden sollten, dann war die Rede von Frühjahr. Nun soll es ab Mitte August losgehen, verspricht Westnetz.
  • Warten auf den Breitbandausbau: In Oberndorf hieß es, dass die Glasfaser-Anschlüsse im Herbst 2019 hergestellt werden sollten, dann war die Rede von Frühjahr. Nun soll es ab Mitte August losgehen, verspricht Westnetz.
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  • hochgeladen von Björn Weyand (Redakteur)

bw Oberndorf. Immer mehr Ortschaften sind an der Datenautobahn, sie verfügen also über schnelles Internet dank des Breitbandausbaus des Kreises Siegen-Wittgenstein. Im Erndtebrücker Gemeindegebiet läuft es ja bereits seit einiger Zeit, gerade erst wurde Elsoff erfolgreich angeschlossen. Andernorts allerdings müssen sich die Bewohner noch weiterhin gedulden. Bestes Beispiel ist Oberndorf. Christina Benfer erinnert sich, dass ihr und ihrem Mann schon für Herbst 2019 ein Glasfaseranschluss zugesichert wurde. Das Paar, das in der Straße „Am Aberg“ wohnt, ließ mit solch einer positiven Aussicht im Juni 2019 seinen Vertrag mit dem bisherigen Anbieter für den Hybridanschluss auslaufen.

bw Oberndorf. Immer mehr Ortschaften sind an der Datenautobahn, sie verfügen also über schnelles Internet dank des Breitbandausbaus des Kreises Siegen-Wittgenstein. Im Erndtebrücker Gemeindegebiet läuft es ja bereits seit einiger Zeit, gerade erst wurde Elsoff erfolgreich angeschlossen. Andernorts allerdings müssen sich die Bewohner noch weiterhin gedulden. Bestes Beispiel ist Oberndorf. Christina Benfer erinnert sich, dass ihr und ihrem Mann schon für Herbst 2019 ein Glasfaseranschluss zugesichert wurde. Das Paar, das in der Straße „Am Aberg“ wohnt, ließ mit solch einer positiven Aussicht im Juni 2019 seinen Vertrag mit dem bisherigen Anbieter für den Hybridanschluss auslaufen. Zur Überbrückung schlossen die beiden einen Vertrag mit einem anderen Anbieter ab, der zwar kurzfristig kündbar ist, aber eine schlechtere Versorgungsrate umfasst. Diesen Ratschlag hatten die Oberndorfer sowohl aus dem Kreishaus als auch vom Telekommunikationsanbieter Innogy erhalten.

Für ein paar Wochen hätten die Benfers zwar auch locker damit leben können, allerdings wurde aus diesen wenigen Wochen inzwischen ein gutes Jahr. „Wir hatten uns auf die Terminplanung verlassen“, erinnert sich Christina Benfer im SZ-Gespräch. Im November horchte das Paar bei Anbieter Innogy nach, denn „wir beabsichtigten ja, den Glasfaseranschluss frühestmöglich zu nutzen, da wir auf eine bessere Übertragungsrate angewiesen sind“. Denn beide arbeiten auch von zuhause und natürlich verschärfte sich die Situation durch die Corona-Pandemie seit März, als deutlich mehr Menschen im Homeoffice arbeiten mussten. Aus dem zugesicherten Glasfaseranschluss im Herbst 2019 wurde zunächst Januar 2020, schließlich war jedoch die Rede von Juni 2020 – der alte Hybridanschluss hätte also problemlos ein weiteres Jahr weiterlaufen können. Eine Reaktion von Innogy-TelNet auf das Schreiben im November erhielten die Benfers nicht. Die Arbeit im Homeoffice wurde durch die schlechten Übertragungsraten via Internet immer schwieriger. Christina Benfer: „Wir fühlen uns durch Innogy in die 90er Jahre zurückversetzt – und das nun seit Sommer 2019.“ Im April wandte sie sich schließlich mit ihrem Mann an Landrat Andreas Müller. Sie versuchten, die Unentbehrlichkeit des versprochenen Breitbandanschlusses zu verdeutlichen: „Unsere Arbeit im Vertrieb ist ohne sicheres Internet nicht mehr machbar. Stündliche Skype-Termine mit Kunden und Kollegen und die Online-Bearbeitung großer Datenmengen wie Vertragswerke, Auswertungen, Präsentationen oder Marketingunterlagen machen unsere Tätigkeit aus.“ Und das alles durch ein äußerst schmales „Internet-Nadelöhr“, zumal gerade in der recht kurzen Straße „Am Aberg“ gleich mehrere Bewohner von zuhause arbeiten mussten und ihren beruflichen Pflichten ohne Internet gar nicht nachkommen können. Das Ehepaar Benfer ist also kein Einzelfall, sondern nur ein Beispiel für unzufriedene Oberndorfer.

Christina Benfer ärgert sich einerseits, dass der zugesicherte Zeitplan nicht annähernd eingehalten wurde, und zudem andererseits über die schlechte Kommunikation, denn Informationen gab es erst nach oftmaligem Nachhaken. Das bestätigt auch Ortsvorsteher Sebastian Stiller. „Erst hieß es Herbst, dann Frühjahr und schließlich sollte es in den Sommerferien losgehen. Es ist aus meiner Sicht schwierig, die Kunden frühzeitig Verträge unterschreiben zu lassen und danach werden sie immer wieder vertröstet“, sagt der Ortsvorsteher, der sich immer wieder um Weitergabe von Informationen gekümmert hat. Auskünfte habe es jedoch nur auf Nachfrage gegeben.

Nachgefragt hat nun auch die Siegener Zeitung bei Westnetz, das den Netzausbau für Innogy auf die Beine stellt, beim Kreis und bei der Stadt. Antwort darauf war eine gemeinsame Stellungnahme der drei Partner, in der nun ein Baustart für den Breitbandausbau in Oberndorf für Mitte August zugesichert wird. Der Unmut einiger Bürger vor Ort sei verständlich, doch Corona habe auch beim Ausbau einen Strich durch die Rechnung und anvisierte Termine gemacht. Unter anderem musste eine eigentlich mal geplante Bürgerversammlung abgesagt werden. Das solle keine Entschuldigung, sondern eher der Versuch einer Erklärung für den Zeitverzug sein.

Neben Corona gibt es noch einen anderen Grund für Verzögerungen, der freilich nicht für Oberndorf speziell gilt. In Zeiten, da über die finanzielle Belastung der Straßenausbaubeiträge diskutiert werde, gebe es erhöhten Gesprächsbedarf, wenn in bereits erneuerte Straßenkörper eingegriffen werden müsse – genau das wird auch hier bei der Oberndorfer Straße unvermeidlich sein, die erst vor wenigen Jahren umfangreich saniert wurde. Zwar wurden durchaus Leerrohre verlegt – Querungen für die Hausanschlusserstellung lassen sich indes nicht vermeiden, wie auch Westnetz-Projektplaner Philipp Greb verdeutlicht. Ganz ohne Aufbrüche der Straße sei der Ausbau technisch nicht umsetzbar.

„Daher stehen hier der schnelle Breitbandausbau und die örtlichen Belange erstmal im Widerspruch, die aber in Einklang zu bringen waren“, heißt es in der Stellungnahme. Dadurch seien zwar Teile des Ausbaus in Verzug gekommen, doch andersherum hätte es sicher auch berechtigte Einwände anderer Beteiligten gegeben. „Diese Problematik stellt sich letztlich nicht nur in Oberndorf, sondern prinzipiell in allen Ortschaften.“ Zurück zu den Benfers: Für sie hat Philipp Greb nun immerhin die positive Aussicht, dass die Straße „Am Aberg“ tatsächlich am Beginn dieses Ausbaus stehen soll. Sukzessive werden ab Mitte August die Anschlüsse mit Glasfaser hergestellt. So könnte dann mit fast einem Jahr Verzögerung die sehr schlechte Übertragungsrate ein Ende haben.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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