SZ

Hochwasserschutz in Bad Laasphe
Wehrführer Dirk Höbener unterbreitet Vorschläge

Plötzlicher Starkregen, der zu Hochwasser führt, ist unberechenbar. In Bad Laasphe gibt es keinen Notfallplan, dennoch will sich die Stadt künftig mit einigen wichtigen Maßnahmen befassen. Zu sehen ist hier die „Banfer Seenplatte“.
  • Plötzlicher Starkregen, der zu Hochwasser führt, ist unberechenbar. In Bad Laasphe gibt es keinen Notfallplan, dennoch will sich die Stadt künftig mit einigen wichtigen Maßnahmen befassen. Zu sehen ist hier die „Banfer Seenplatte“.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Dirk Höbener, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Laasphe, und Bürgermeister Dirk Terlinden brachten es am Mittwochabend in der Sitzung des Umwelt-, Bau- und Denkmalausschusses auf den Punkt: „Für Hochwasser haben wir kein Szenario, weil wir keine Möglichkeit haben, das abzuschätzen“, betonte Dirk Höbener. Und der Verwaltungschef ergänzte: „Wir können uns zu keiner Sekunde geeignet vorbereiten.“ Der eigentliche Gefahrenpunkt seien lokale Gewitter, die sich punktuell ergössen. „Meistens dort, wo wir es gerade nicht im Blick haben.“

So sei es etwa bei der Flutkatastrophe im Ahrtal gelaufen. Und dennoch unterbreitete Dirk Höbener als Feuerwehrchef sinnvolle Vorschläge, wie man solchen Unwetterszenarien entgegentreten kann.

howe Bad Laasphe. Dirk Höbener, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Laasphe, und Bürgermeister Dirk Terlinden brachten es am Mittwochabend in der Sitzung des Umwelt-, Bau- und Denkmalausschusses auf den Punkt: „Für Hochwasser haben wir kein Szenario, weil wir keine Möglichkeit haben, das abzuschätzen“, betonte Dirk Höbener. Und der Verwaltungschef ergänzte: „Wir können uns zu keiner Sekunde geeignet vorbereiten.“ Der eigentliche Gefahrenpunkt seien lokale Gewitter, die sich punktuell ergössen. „Meistens dort, wo wir es gerade nicht im Blick haben.“

So sei es etwa bei der Flutkatastrophe im Ahrtal gelaufen. Und dennoch unterbreitete Dirk Höbener als Feuerwehrchef sinnvolle Vorschläge, wie man solchen Unwetterszenarien entgegentreten kann. Der Bad Laaspher – ebenso Volker Diekmann vom Technischen Hilfswerk aus Bad Berleburg – war der Einladung der Grünen-Fraktion gefolgt, die im Vorfeld der Ausschusssitzung beantragt hatte, Fachleute zum Thema einzuladen. „Eigentlich werden wir ja tätig, wenn der Keller schon vollgelaufen ist“, konstatierte Dirk Höbener. Tatsächlich lieferte er in seinem Vortrag wichtige Vorschläge für ein präventives Vorgehen bei Hochwasserlagen.

Keine speziellen Hochwasserschutzmodule in Bad Laasphe

„Es gibt keinen speziellen Einsatzplan für Hochwasser. Dies wurde bisher nach Lage abgearbeitet“, wusste Dirk Höbener. Insofern verfüge Bad Laasphe auch nicht über spezielle Hochwasserschutzmodule wie Spundwände oder Absperrsysteme. Dass das Stadtgebiet von Hochwasser nicht verschont bleibt, machte Dirk Höbener anhand zurückliegender Ereignisse deutlich, die er per Fotos dokumentierte. 1983, 1993 2005 und 2007 seien die extremsten Ereignisse in Bad Laasphe gewesen. Nach dem Hochwasser im Jahr 1983 sei der Perfstausee als Rückhaltebecken errichtet worden. Zahlreiche Stellen machte Dirk Höbener aus, die bei Hochwasser nicht ungefährlich sind: etwa die Lahn bei der Gennernbachbrücke, der Bereich Mühlen- und Buchwiesenstraße, der Brückenplatz oder überall dort, wo es Einläufe in die Verrohrung gebe. Auch der Laasphebach sei ein Gefahrenpunkt.

In Banfe sei man als Feuerwehr „am Sand“ eigentlich ständig im Einsatz. „Die Brücke dort wird jetzt schon wieder so gebaut, dass kein Platz darunter ist.“ In Feudingen seien die Lahn-Anrainer betroffen oder jene von den Weiherhöfen. Ein „hohes Gefährdungspotenzial“ hat die Ilse. Durch die Rodung der Hänge könne sich das Wasser bei Starkregen trichterförmig sammeln und gen Feudingerhütte schießen. Nicht zu vergessen mögliche Murenabgänge wegen der Abholzung des Käferholzes. Problematisch sind die innerstädtischen Einengungen, wo sich das Wasser seinen Weg zwischen Mauerwerken bahne. „Dort sammelt sich das Wasser bei Starkregen.“ Es könne nur schwer abfließen. Zahlreiche Verlandungen müssten ausgebaggert werden.

Bevölkerung beim Thema Hochwasserschutz mitnehmen

In der Feudinge zum Beispiel gebe es mittlerweile regelrechte Inseln, die bewachsen seien. Dirk Höbener appellierte, die Bevölkerung bei dem Thema unbedingt mitzunehmen. Ein Ratgeber zum Hochwasserschutz solle unter anderem auf der Internetseite der Stadt verlinkt werden. „Wir müssen eine Sensibilisierung für die Warnungen erreichen“, so der Wehrführer. 13 stationäre Sirenen hat Bad Laasphe, fünf davon in der Kernstadt, drei in Feudingen, zwei in Banfe, jeweils eine in Puderbach, Rückershausen und Rüppershausen. Dazu gibt es vier mobile Sirenen. Wichtig sei die Warn-App „Nina“ – und eben die Aufklärung der Bürger, dass man sich bei Starkregen durchaus mal schlau machen sollte. Ein „Warnkonzept“ sollte überall dort erstellt werden, wo keine stationäre Sirene vorhanden ist.
Dirk Höbener schlug einige Maßnahmen vor, die unbedingt abgearbeitet werden müssten: Abbau von Verlandungen, Freihalten und Sichern von Brücken, Kontrolle der Regenwassereinläufe und der verrohrten Bachläufe bis hin zur Schaffung von Regenrückhaltebecken. Auch sollten Hochwassergebiete festgelegt werden, wo dann eben nicht gebaut werden dürfe. Die Ortsvorsteher müssten „in die Alarmierungskette mit reingenommen werden“.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen