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Nachbarn eimerweise mit Trauben versorgt
Weinlese in Puderbach

Bei Familie Schneider in Puderbach hängen die Trauben gar nicht mal so hoch. In diesem Jahr wurden die Nachbarn versorgt – für Saft und Gelee. Ansonsten reift hier ein herrlicher Spätburgunder.
  • Bei Familie Schneider in Puderbach hängen die Trauben gar nicht mal so hoch. In diesem Jahr wurden die Nachbarn versorgt – für Saft und Gelee. Ansonsten reift hier ein herrlicher Spätburgunder.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Puderbach. Der Höhepunkt des Winzerjahres ist immer die Weinlese. Wenn die kräftigen Trauben den richtigen Reifegrad haben, können sie gelesen werden. Und dann produzieren die Winzer die schönsten Weine – qualitativ hochwertig und schmackhaft. Für gewöhnlich fahren Wittgensteiner Weinliebhaber an die Mosel, zur Hessischen Bergstraße oder in den Schwarzwald, um sich bei ihrem Winzer des Vertrauens einzudecken. Andere bestellen inzwischen online und warten auf das Sechser- oder Zwölferpaket mit dem leckeren Roten oder Weißen.
Wein aus PuderbachDie Schneiders aus Puderbach machen es ganz anders. Sie bauen ihren Wein zuhause an, an der Berliner Straße. Sozusagen „im Versteck“, wie man gemeinhin über Puderbach sagt.

howe Puderbach. Der Höhepunkt des Winzerjahres ist immer die Weinlese. Wenn die kräftigen Trauben den richtigen Reifegrad haben, können sie gelesen werden. Und dann produzieren die Winzer die schönsten Weine – qualitativ hochwertig und schmackhaft. Für gewöhnlich fahren Wittgensteiner Weinliebhaber an die Mosel, zur Hessischen Bergstraße oder in den Schwarzwald, um sich bei ihrem Winzer des Vertrauens einzudecken. Andere bestellen inzwischen online und warten auf das Sechser- oder Zwölferpaket mit dem leckeren Roten oder Weißen.

Wein aus Puderbach

Die Schneiders aus Puderbach machen es ganz anders. Sie bauen ihren Wein zuhause an, an der Berliner Straße. Sozusagen „im Versteck“, wie man gemeinhin über Puderbach sagt. Vor zwei Jahren stellten Hans-Jürgen und Manuela Schneider ihren Rotwein noch selbst her. Da wurden die Zutaten in der Apotheke besorgt, ein Gasballon und diverse Gerätschaften in der Keller-Küche bereitgestellt. Und dann ging die viele Arbeit los. Die Lese selbst, die eigentliche Herstellung bis hin zum Befüllen der Behälter. „Das war eine Arbeit“, erzählt Manuela Schneider. Die 66-Jährige stammt aus dem Schwarzwald, hat ihre Wein-Leidenschaft quasi ins Wittgensteiner Land mitgebracht. Ohne Wein? Das kennt die Weinkennerin nicht. Zuhause im Badischen musste sie gemeinsam mit ihren Geschwistern auf dem elterlichen Gut ran.

Alle mussten helfen

Dort gab es riesige Weinfelder und eine Brennerei. Da rief der Vater von weitem schon „Ele“, wenn Manuela aus der Schule kam. „Ja“, sagt Manuela Schneider, „das kann man behaupten, dass ich weiß, was arbeiten ist. Wir mussten zuhause im Schwarzwald immer alle ran.“ Kein Wunder also, dass die Schwarzwälderin ihre Lieblingstrauben damals mit nach Puderbach brachte. Wobei Ehemann Hans-Jürgen in der Heimat seiner Frau bei der alljährlichen Weinlese immer mit zur Stelle war. Er kennt sich bestens aus mit den Trauben und kümmert sich daheim um den eigenen Wein. Nur in diesem Jahr, da war den Schneiders die Herstellung und Abfüllung zu viel. „Wir wollten mal eine Pause einlegen und dieses Jahr keinen Wein machen“, berichtet Manuela Schneider.

Nachbarn mit Trauben versorgt

Dafür profitierten dann die Nachbarn. Die wurden eimerweise mit Trauben für Gelee oder Saft versorgt. Außerdem profitierten die Amseln von der diesjährigen „Lese“. So manche Traube, die Hans-Jürgen Schneider für gewöhnlich aufwändig mit Netzen gesichert hatte, waren in den vergangenen Tagen und Wochen leicht erreichbar für die Vögel.
In Puderbach hat Familie Schneider natürlich von den letzten Sommern profitiert. „Mit der Sonne wächst der Wein gut. Aber auch Regen darf er vertragen. Zu trocken ist auch nicht gut“, weiß die Fachfrau. Werden die Trauben schön blau, schadet der Regen. Dann werden sie faul. Manuela und Hans-Jürgen Schneider haben immer ein waches Auge auf ihren herrlichen Wein. Kleinbeerige Trauben wachsen am Haus an der Berliner Straße. Wer hätte bloß gedacht, dass man in Puderbach einen herausragenden Spätburgunder herstellen kann?

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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