Weitere Proteste: »Macht die Kirche den Deckel zu?«

Jugendliche meinen, dass an der falschen Stelle gespart wird

tk Fischelbach. Der evangelische Kirchenkreis Wittgenstein kann sich über engagierten Nachwuchs nicht beklagen. Ganz im Gegenteil: Manch ein Kirchenvertreter empfindet es derzeit vielleicht eher störend, dass die jungen Protestanten gegen die geplante Stellenstreichung der hauptamtlichen Jugendreferenten massiv mobil machen (Siegener Zeitung berichtete mehrfach). Gestern sammelten sie erneut fleißig Unterschriften von Gottesdienstbesuchern. Vor den Kirchen in Bad Laasphe, Berghausen, Fischelbach, Erndtebrück, Wunderthausen und Oberndorf postierten sich kleine Gruppen von Jugendlichen, um auf originelle Art, aber mit sehr ernstem Hintergrund auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen.

Die jungen Leute befürchten, dass durch die Stellenstreichung das Angebot für Kinder und Jugendliche weiter eingeschränkt werde – und dies, wo die Jugendarbeit in Wittgenstein nach eigenem Empfinden derzeit gut laufe. Alexander Bikar etwa, der mit Britta Zielke und einigen CVJM-Vertretern in Fischelbach Unterschriften sammelte, sagte, es sei nicht nachzuvollziehen, dass jetzt Referenten gekündigt werden solle, wo doch bundesweit unentwegt von Jugendförderung gesprochen werde. Die protestierenden Jugendlichen hatten neben beschrifteten Pappkartons auch Mülltonnen auf die Vorplätze der Gotteshäuser gestellt.

Darauf stand unter anderem in großen Buchstaben die Frage: »Macht die Kirche den Deckel zu?« Für ihr Engagement erhielten die jungen Christen breite Zustimmung unter den Wittgensteiner Kirchgängern, die zwar verstehen, dass der Kirchenkreis Geld sparen muss, aber nicht recht nachempfinden können, warum dies ausgerechnet bei der für die Zukunft der Kirche so wichtigen Jugendarbeit geschieht. Die jungen Protestanten in Fischelbach und Bad Laasphe kündigten gestern bereits weitere Proteste an.

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