Rathauschef sieht darin keinen Sinn
Weiterer Bürgerservice in Bad Laasphe

Bad Laasphes Bürgermeister Dirk Terlinden.

howe Bad Laasphe. Weil ältere Mitbürger zum Teil große Schwierigkeiten mit der Anmeldung und den Terminvereinbarungen zur Covid-19-Impfung hätten, wolle man einen Impflotsen installieren – sozusagen als Bürgerservice, begründete SPD-Chef Samir Schneider am Montagabend in der Bad Laaspher Ratssitzung den Antrag seiner Fraktion.

Das Thema sollte lange diskutiert werden, erst nach einem Antrag zur Geschäftsordnung durch FDP-Chef Klaus Preis wurde den zahlreichen Redebeiträgen ein Ende gesetzt. Schließlich setzte sich die SPD gemeinsam mit der FDP mit 14 Ja-Stimmen durch. Neun Ratsmitglieder votierten gegen einen solchen Impflotsen, der möglichst im Rathaus als zentraler Ansprechpartner verortet werden soll. Vier Mitglieder enthielten sich der Stimme. Kontrovers diskutierten die Fraktionen das Thema, wobei besonders Bürgermeister Dirk Terlinden wenig Sinn darin sah, „in der jetzigen Situation“ einen Impflotsen einzusetzen. „Diese Tätigkeit kann die Seniorenbeauftragte ausüben“, forderte Werner Oder (FDP).

"Nicht noch mehr Bürokratie"

Anne Bade (Grüne) forderte, „nicht noch mehr Bürokratie“ einzurichten. Nach Ostern starte das Impfen in den Arztpraxen, im Sommer gebe es dann soviel Impfstoff, dass ohnehin jeder etwas bekomme. Thorsten Weber (CDU) pflichtete Anne Bade bei. „Auf den ersten Blick hört sich das mit dem Impflotsen gut an.“ Allerdings würden die Hausärzte demnächst in die Impfung einsteigen. Er frage sich, wie die Verwaltung diesen städtischen Bürgerservice organisieren solle. „Mir ist die Ausgestaltung nicht klar.“

Einen ungewöhnlichen, aber mit gewisser Absicht geäußerten Vorschlag unterbreiteten Eberhard Wied (FDP) und Otto Wunderlich (SPD). Eberhard Wied forderte, „das die TKS machen zu lassen.“ Wied: „Die haben im Moment nichts zu tun mit dem Tourismus. Die können das doch machen.“ Und Otto Wunderlich ergänzte: „Der Eberhard hat damit alles gesagt.“ Sinnvoll sei so etwas aber schon, entgegnete FDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Preis. Aus der Erfahrung in den Dörfern wisse er, dass viele alte Leute eine solche Hilfe gerne in Anspruch nähmen.

"Was soll da der Impflotse noch lotsen?"

Bürgermeister Dirk Terlinden sah den Antrag „ein wenig kritisch“ und begründete: Zurzeit würden die Bürger 80 Plus terminlich versorgt, jetzt seien die 79-Jährigen mit deren Partnern an der Reihe. „Damit erwarte ich ein besseres Termingeschäft.“ Er wolle keine weitere Position in der Verwaltung einbauen, zumal sich die Situation in Kürze verändere. Die Impfstoffmengen stünden ab Ostersamstag in den Apotheken zur Verfügung, die wiederum verteilten die Dosen an die Hausärzte. „Dadurch kommen wir immer mehr weg von der Fragestellung des Helfens. Was soll da der Impflotse noch lotsen?“

Er halte eine weitere Ebene dazwischen für nicht klug. „Gleichwohl haben wir die Senioren-Service-Stelle, auch der Kreis hat seine Hilfe angeboten.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Wagner gab zu bedenken, dass das Telefon eines solchen Impflotsen vielleicht nicht stillstehe. „Eine dauernd besetzte Hotline führt aber zu Unzufriedenheit.“

Dass sich nach intensiver Diskussion SPD-Ratsmitglied Björn Strackbein bereiterklärte, sich als ehrenamtlicher Helfer anzubieten, um die Verwaltung zu unterstützen, wurde wohlwollend zur Kenntnis genommen. Am Ende stimmte der Rat dafür, einen Impflotsen zu installieren. Dabei läuft alles darauf hinaus, dass diese Aufgabe die Senioren-Service-Stelle übernimmt.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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