Wer beseitigt diesen Schandfleck?

Rüppershausen: Heute Ortstermin der Kreis-Bauaufsicht am Kühlen Grund angekündigt

Rüppershausen. Der Begriff des Schandflecks ist vielleicht sogar noch untertrieben. Der Glanz der einstigen Kult-Diskothek Kühler Grund in Rüppershausen ist seit Jahren längst verblasst – schlimmer noch: Das Gebäude gammelt vor sich hin und zerfällt in seine Einzelteile. Vorläufiger negativer Höhepunkt ist der Einsturz des ehemaligen Festsaales des Anbaus auf der rechten Seite des Hauses, der nach Recherchen der Siegener Zeitung Mitte Januar den Schneemassen nicht mehr standhielt.

Trümmer stürzten Böschung hinab

Trümmer stürzten die steile Böschung hinab und landeten teilweise sogar am Straßenrand. Neben dem Gebäude türmen sich Müllberge auf, der Putz blättert von den Wänden. Im Inneren des früheren Gastronomiebetriebes wurde mit Renovierungsarbeiten begonnen, die aus irgendwelchen Gründen nie zu Ende geführt wurden. Bei einer SZ-Anfrage im August 2002 hatte Eigentümer Georgios Antoniou noch angekündigt, den Kühlen Grund als Gastronomiebetrieb wieder aufleben zu lassen und auch einen Saal für Gesellschaftsfeiern einzurichten. Wenn alles fertig sei, wolle er ein tolles Weinfest veranstalten und Hubschrauberrundflüge verlosen. Das sei er den Bürgern in Rüppershausen und Umgebung schuldig.

»Himmel und Erde in Bewegung gesetzt«

Knapp vier Jahre sind diese Aussagen des Eigentümers alt. Was ist von diesen Vorhaben übrig geblieben? Offenbar leider sehr wenig. Rüppershausens Ortsvorsteher Uwe Rothenpieler erklärte gestern auf Anfrage der Siegener Zeitung, dass er »Himmel und Erde in Bewegung gesetzt« habe, um in der Angelegenheit vorwärts zu kommen. Seine Versuche, mit dem Eigentümer Kontakt aufzunehmen, seien leider nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Fakt sei, dass der Bauschutt nach dem Einsturz der früheren Diskothek über den Zaun in die Böschung gefallen sei und auch die Müllhalde rund um das Gebäude sei definitiv größer geworden. Er beobachte hin und wieder Handwerker, die auf dem Gelände tätig seien, wisse aber auch nicht, was dort genau gearbeitet werde. Der Ortsvorsteher sorgt sich um die Sicherheit, beispielsweise der von spielenden Kindern: »Hinter dem Gebäude befindet sich meines Wissens eine Sickergruppe. Ich weiß nicht, ob es da eine Absicherung gibt. Da nutzt auch kein Verbotsschild etwas.« Er könne nicht verstehen, warum die Behörden nicht längst tätig geworden seien, »so eine Sauerei rund um ein Haus ist noch nicht hinzunehmen«. Regelmäßig werde er in der Ortschaft auf den Schandfleck angesprochen, könne aber den Mitbewohnern nicht viel Neues berichten.

Ordnungsamt noch nicht zuständig

Bad Laasphes Ordnungsamtsleiter Jürgen Pospichal erläuterte, dass das Ordnungsamt der Lahnstadt dann zuständig sei, wenn von dem Objekt eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgehe: »Wenn sich in der Nähe des Grundstücks ein Spielplatz befinden würde, hätten wir längst tätig werden müssen.« Nach dem Einsturz des Festsaales sei seines Wissens die Bauaufsicht des Kreises Siegen-Wittgenstein aktiv geworden.

Behörde entscheidet über weitere Schritte

»Wir haben Kenntnis davon erhalten, dass es noch einmal zu einem Einsturz gekommen ist und dass ein Balken auf den Bauzaun gefallen ist«, lautete die Auskunft aus der Pressestelle des Kreises Siegen-Wittgenstein im Kreishaus. Danach habe man sich vergewissert, dass von dem Objekt keine unmittelbare Gefahr ausgehe. Die Kollegen der Bauaufsicht seien heute in Rüppershausen vor Ort, um gegebenenfalls über weitere Schritte zu entscheiden.

»Unser Geld, was dort verloren geht«

Eigentümer des Kühlen Grundes ist weiterhin Georgios Antoniou aus Herdorf, den die SZ gestern leider nicht zu einer Stellungnahme ans Telefon bekam. Allerdings sprach die Heimatzeitung sowohl mit seiner Ehefrau als auch mit seinem Sohn. »Man kann alle Dinge natürlich schön übertreiben«, meinte die Ehefrau des Herdorfers. Es gebe sicherlich noch andere Häuser wie das in Rüppershausen. Der Sohn des Eigentümers betonte, »dass wir selbst natürlich ein Interesse daran haben, dass es dort anders aussieht. Denn es ist unser Geld, was dort verloren geht.« Auf der anderen Seite könne er die Aufregung nicht ganz verstehen, schließlich handele es sich doch um eine Privatsache. Und eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit liege ganz sicher nicht vor, »weil auf dem Grundstück niemand etwas zu suchen hat«. Er frage doch andere Leute auch nicht, wie es bei ihnen im Wohnzimmer oder in deren Garten aussehe.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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