Wer ist Otto Piene?

Auf den Spuren eines gebürtigen Laasphers und weltbekannten Künstlers

howe Bad Laasphe. Wer ist Otto Piene? »Er ist mir leider nicht bekannt«, sagte Otto Düsberg auf Anfrage der Siegener Zeitung. Mit dieser kulturellen Bildungslücke steht der Vorsitzende des Bad Laaspher Kulturrings aber keineswegs alleine da. Mehrfach erhielt die SZ die Antwort: Keine Ahnung. Auch Bürgermeister Robert Gravemeier kannte Otto Piene nicht. Seit Donnerstag, verriet er, sei das anders. »Wir haben miteinander Kaffee getrunken.« Er habe erfahren, so der Verwaltungschef, dass Otto Piene ein bedeutender Künstler sei. Er habe vom Siegener Museum für Gegenwartskunst eine Einladung (die SZ berichtete gestern über die Ausstellung Pienes) erhalten, Otto Piene in dessen Geburtstadt zu begrüßen. Geburtstadt? Richtig.

Otto Piene, ein bedeutender deutscher Maler, Grafiker und Objektkünstler, der 1958 mit Heinz Mack und Günther Uecker die Gruppe Zero gründete, der Direktor und Professor des Center for Advanced Visual Studies am MIT, Gestalter von Luftprojekten und Balletten, Video- und Environmentkünstler, ist ein Kind der Lahnstadt. Otto Piene erblickte am 18. April 1928 in Laasphe das Licht der Welt. Anlass genug, um Otto Piene in seiner Geburtstadt zum 75. Wiegenfest herzlich zu gratulieren. Die SZ war da schneller. Sie übermittelte ihre Glückwünsche bereits am Mittwoch telefonisch nach Düsseldorf. Otto Piene freute sich. Allerdings schien er nicht gerade gesprächig. »Morgen gebe ich in Siegen eine Pressekonferenz«, hieß es am Telefon.

Kein Thema: Die SZ wälzte umfangreiches Material. Otto Piene befasst sich vor allem mit Bewegungs- und Lichtphänomenen. 1960 schuf der Künstler mit Kerzenruß seine ersten Leuchtkraft intensiven Rauch- und Feuerbilder. Chromatische Effekte dienen der Sichtbarmachung des Lichts. Die Sky-Art-Luftprojekte, Ende der sechziger Jahre, drücken das Streben Pienes nach Harmonie von Mensch und Natur aus. Piene, heißt es auf einer Internetseite, verwende dabei meist dehnbare Nylonmaterialien und fülle zum Beispiel Plastikschläuche mit entzündbaren Edelgasen.

Die im Freien aufgebauten oder schwebenden, teilweise aufblasbaren, farbig leuchtenden Kunststoffplastiken seien physikalischen Kräften wie Luft und Wind freigegeben. Sie zeigen veränderbare Lichtstrukturen und veranschaulichen somit ein neues Raumempfinden. Beispiel gefällig: Die Black Stacks Helium Sculpture (1976). Im Jahre 1971 wurde er mit der bildkünstlerischen Gestaltung der Eröffnungs- und Schlussfeiern der XX. Olympischen Spiele in München beauftragt. Sein Olympia-Regenbogen schwebte am 11. September 1972 über Bayerns Hauptstadt.

Kreis-Kulturreferent Wolfgang Suttner sagte gestern im Gespräch mit der Siegener Zeitung, »dass ich Otto Piene schon sehr lange kenne«. Suttner zählte den gebürtigen Laaspher zu »den 20 bedeutendsten Künstlern der Welt in diesem Bereich«. Otto Piene sei ein »sehr spannender Mensch« und nehme eine bedeutende Funktion in der Kunstgeschichte ein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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