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Keine Aufträge mehr für Autoindustrie
WF Dreh- und Frästechnik stellt jetzt Masken her

Andrej Tschurikov fertigt seit wenigen Monaten mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums medizinische „Masken“ an der Industriestraße in Bad Laasphe an.
  • Andrej Tschurikov fertigt seit wenigen Monaten mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums medizinische „Masken“ an der Industriestraße in Bad Laasphe an.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Man muss die Firma schon suchen, wenn man auf die Bad Laaspher Industriestraße Richtung Wendeplatz fährt. Zwischen Aldi-Lager und Holzkontor hat sie sich im hintersten Winkel versteckt: die WF Dreh- und HSC-Technik – ein Zwei-Mann-Familienbetrieb, der eigentlich Metallteile dreht und fräst, der bislang kleinere Aufträge vornehmlich für die Autoindustrie abgearbeitet hat. Die relativ flache, aber durchaus große Halle beherbergt Maschinen und Kabinen für die Dreh- und Frästechnik, die inzwischen eingestampft sind. Hier dreht sich gar nichts mehr, auch gefräst wird nicht mehr. Die Metallbearbeitung liegt auf Eis. „Die Krise hat uns erwischt“, sagt Andrej Tschurikov.

howe Bad Laasphe. Man muss die Firma schon suchen, wenn man auf die Bad Laaspher Industriestraße Richtung Wendeplatz fährt. Zwischen Aldi-Lager und Holzkontor hat sie sich im hintersten Winkel versteckt: die WF Dreh- und HSC-Technik – ein Zwei-Mann-Familienbetrieb, der eigentlich Metallteile dreht und fräst, der bislang kleinere Aufträge vornehmlich für die Autoindustrie abgearbeitet hat. Die relativ flache, aber durchaus große Halle beherbergt Maschinen und Kabinen für die Dreh- und Frästechnik, die inzwischen eingestampft sind. Hier dreht sich gar nichts mehr, auch gefräst wird nicht mehr. Die Metallbearbeitung liegt auf Eis. „Die Krise hat uns erwischt“, sagt Andrej Tschurikov.

Bundeswirtschaftsministerium unterstützt die Produktion

„Wir haben kleinere Teile als Zulieferer für die Autoindustrie geliefert. Aber da läuft es ja bekanntlich nicht gut. Die Unternehmen vergeben ihre Aufträge lieber an die eigenen Leute.“ Also mussten Andrej und sein Geschäftspartner aufhören und die Halle zuschließen. Allerdings nur vorübergehend. „Wir haben lange überlegt, was wir machen sollten. Und da ist uns die Idee gekommen, Mund- und Nasenschutzmasken herzustellen.“ Die Maschinen dafür, erzählt Andrej Tschurikov, habe man selbst herstellen wollen. Freilich nur in einer ersten Überlegung, denn nach eingehender Recherche seien Aufwand und Kosten dafür viel zu hoch gewesen. Geht man heute an der ausgedienten Dreh- und Frästechnik vorbei, steht – etwas unscheinbar – ein glänzend, metallenes, niegelnagelneues Maschinchen am anderen Ende der Halle. Das hat es in sich. Wie eine überdimensionale Nähmaschine zieht es die Rollen mit dem Masken-Flies in ein Fließband. „60 Stück macht die in der Minute“, ist Andrej Tschurikov stolz auf seine Neuerwerbung. Im Juni hat er die Maschine aus der Produktionslinie für medizinische Gesichtsmasken für 60.000 Euro aus China gekauft, zugleich erkundigte sich der Unternehmer im Internet nach möglichen Zuschüssen für die neue Firma. Fündig wurde er beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das das neue „Startup“ mit immerhin 30 Prozent förderte.

Andrej Tschurikov steckt den Kopf nicht in den Sand

„Der Weg bis dahin war allerdings sehr steinig. Da mussten wir ganz große Brocken aus dem Weg räumen“, sagt Andrej Tschurikov und meint den riesigen Bürokratieaufwand, den er während der Antragstellung bewältigen musste. „Fünf- bis sechsmal haben wir mit dem Ministerium hin- und her diskutieren müssen. Das war nicht einfach.“ Anfang Mai sei der Antrag gestellt worden, im November habe er das Geld bekommen. Andrej Tschurikov hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt, nachdem sein metall-verarbeitender Betrieb nichts mehr abgeworfen hatte. Er suchte eine neue Geschäftsidee und fand sie. Kunden können sich übrigens von der Qualität der Produkte überzeugen.

Masken entsprechen der europäischen Norm

Auf der Internetseite www.wf-med.de hat Andrej Tschurikov den Beweis angetreten, dass sein Unternehmen alle wichtigen Zertifikate und Euro-Normen erhalten hat. Hergestellt werden medizinische Gesichtsmasken in den Farben rosa, blau und schwarz. Die 50er Packung ist mit knapp 16 Euro überaus günstig. „Wir wollen ja erst einmal den Fuß in der Tür haben. Da können wir unsere Kunden nicht mit hohen Preisen übers Ohr hauen“, sagt Andrej Tschurikov. „Das muss alles bezahlbar sein.“ Neben der Eigenproduktion der Gesichtsmasken verkauft „MedOK“ aus Bad Laasphe auch Atemschutzmasken, sogenannte „FFP2“ in unterschiedlichen Varianten und Farben. Die „Masken“ entsprechen der europäischen Schutznorm und sind in der Lage, 95 Prozent der Partikel aus der Luft zu filtern, einschließlich infektiöser Bakterien und Viren in Aerosolen. Ein „Bonbon“ hält MedOK für die Kunden übrigens auch noch bereit. Denn neben den „Masken“ und den FFP2 verkauft das Bad Laaspher Unternehmen auch einen 15-Minuten-Covid-19-Schnelltest, dazu den Antikörpertest sowie einen Multitest für Covid-19, Grippe (Influenza A und B) sowie das MERS-Virus.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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