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Ein Gespräch zwischen Enkel und Großeltern
Wie kommen Oma und Opa durch die Pandemie?

„Der soziale Umgang der jungen Leute kommt deutlich ins Hintertreffen“, sagen Erich und Ursula Heinrich aus Oberndorf im „Pandemie-Gespräch“ mit ihrem Enkel Til Horchler.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

til Bad Laasphe-Oberndorf. Mir als Jugendlichem in der Corona-Pandemie fehlen so einige Dinge, die sonst zu meinem Alltag gehören. Zum einen fehlt ganz besonders die Schule, in der ich viele Freunde treffe und diese durch den Wechselunterricht wenigstens einmal in der Woche sehen kann. Zum anderen sind auch sportliche Aktivitäten ein großes Thema, da ebenfalls die Sportvereine weder Trainings noch Spiele im Amateurbereich abhalten können, wobei mir natürlich auch der Kontakt zu gleichaltrigen fehlt. Nun habe ich mich als Enkel gefragt, wie sich meine Großeltern Erich und Ursula Heinrich überhaupt während der andauernden Pandemie fühlen. Ich habe einfach mit ihnen gesprochen. Und wie hat sich das eigene Befinden seit dem Beginn von Corona geändert?

til Bad Laasphe-Oberndorf. Mir als Jugendlichem in der Corona-Pandemie fehlen so einige Dinge, die sonst zu meinem Alltag gehören. Zum einen fehlt ganz besonders die Schule, in der ich viele Freunde treffe und diese durch den Wechselunterricht wenigstens einmal in der Woche sehen kann. Zum anderen sind auch sportliche Aktivitäten ein großes Thema, da ebenfalls die Sportvereine weder Trainings noch Spiele im Amateurbereich abhalten können, wobei mir natürlich auch der Kontakt zu gleichaltrigen fehlt. Nun habe ich mich als Enkel gefragt, wie sich meine Großeltern Erich und Ursula Heinrich überhaupt während der andauernden Pandemie fühlen. Ich habe einfach mit ihnen gesprochen. Und wie hat sich das eigene Befinden seit dem Beginn von Corona geändert? Klar, das Leben ist zwar deutlich ruhiger geworden, da man noch weniger Menschen auf der Straße sieht und außer dem Briefträger und dem Lieferauto der Bäckerei niemand unterwegs ist. „Keineswegs ist das Leben dadurch aber angenehmer geworden“, bekomme ich zur Antwort. „Man lebt nur noch in seiner eigenen Blase und wartet darauf, welche Beschlüsse des Staates als nächstes folgen werden.“

Überblick behalten fällt schwer

Meine Großeltern sind vor allem froh, dass man über die regionalen Medien wie Zeitung und die Lokalnachrichten im Fernsehen gut über die Situation informiert wird. Trotz der guten Berichterstattung finden sie, dass man allmählich den Überblick über die Maßnahmen des Staates verliert. „Das Hin und Her macht die Leute krank“, bedauert Oma Ursula. Sie wünscht sich daher eine bessere und verständlichere Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, damit diese Verwirrung ein Ende hat. „Dadurch, dass wir mit jungen Leuten im Haus wohnen, die uns auch beim Einkaufen unterstützen, sind wir gut versorgt“, erklärt Opa Erich. In der Tat versorgen die Horchlers, insbesondere Mama Andrea, ihre Lieben mit den nötigsten Dingen. Schlimmer ist es jedoch für ältere Menschen, die keine Verwandten oder Bekannten haben. Sie sind meist ganz auf sich allein gestellt und oft nicht mehr fahrtüchtig, sodass sie nicht mehr mit dem Auto zum Einkaufen fahren können. „Wir leben auf dem Land und können uns, anders als Menschen, die beengt in großen Städten wohnen, nicht beschweren. Außerdem kommen uns die hellen Jahreszeiten deutlich entgegen, sodass wir wieder draußen im Garten arbeiten oder einfach die Sonne genießen können“, stellt Opa Erich in freudiger Erwartung auf die kommenden warmen Tage fest. Er verriet auch, dass die Heinrichs den Frühling und den Sommer gerne mit dem Rest der Familie und einem Würstchen vom Grill bei gutem Wetter oft draußen verbringen und es auch dieses Jahr höchstwahrscheinlich wieder so werden wird.

Gute Organisation im Impfzentrum

Da mein Großvater bereits geimpft wurde, fragte ich ihn, wie die zwei Impftermine für ihn verlaufen sind. Er war insbesondere über die kurzen Wartezeiten und die gute Organisation des Impfzentrums in Eiserfeld bei beiden Terminen erstaunt. „Das Personal war freundlich, zuvorkommend und stets um die Patienten bemüht.“ Nach der Impfung hat er auch keinerlei Nachwirkungen der Impfung verspürt und ist sehr dankbar, diese erhalten zu haben. Als letztes interessierte mich noch, wie sie sich den weiteren Verlauf der Pandemie vorstellen. Opa Erich: „Allmählicher Alltag wird vorerst nicht einkehren, aber größere Lockerungen gibt es eventuell bis zum Ende des Jahres, sofern die Situation es erlaubt und sie an die Region angepasst wird.“ Meine Großmutter steuerte noch eine weitere Prognose hinzu: „Corona bleibt bestimmt für immer und erhält irgendwann einen ähnlichen Status wie die Grippe.“
Letztlich sehen sie die am meisten zu bedauernden Menschen im Jugendalter, da sie einen wichtigen Teil ihrer Entwicklung nicht auskosten können und darüber hinaus meist nicht so unterrichtet werden können wie sie und ihre Lehrer es gerne hätten. „Der soziale Umgang der jungen Leute kommt deutlich ins Hintertreffen“, schließt Oma Ursula.

„Der soziale Umgang der jungen Leute kommt deutlich ins Hintertreffen“, sagen Erich und Ursula Heinrich aus Oberndorf im „Pandemie-Gespräch“ mit ihrem Enkel Til Horchler.
Schüler Til Horchler hat seine Großeltern befragt, wie sie sich in Zeiten der Covid-19-Pandemie fühlen und was sie von alledem halten.
Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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